Camping-Upgrade

Geplante Führerschein-Reform: Neue Regel dürfte vor allem Camping-Fans freuen

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Anfang 2023 stellte die EU ihre Ideen für neue Führerscheinregeln vor. Ende 2024 sollen sie finalisiert werden. Für Camping-Fans könnten das ein Update bedeuten.

Brüssel – Das Gewicht ist mitunter ein sensibles Thema. Sollte man sich die Frage danach möglichst verkneifen, wollen es Polizisten im Straßenverkehr schon ganz genau wissen. Immerhin ist nicht jede Person berechtigt, auch jedes Fahrzeug zu führen.

Seit 1999 erlaubt es der gängige Führerschein der Klasse B Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen zu fahren. Damit steht Autofahrern regeltechnisch nichts im Weg, sich auch an das Steuer kleinerer Wohnmobile zu setzen. Künftig dürfen sie wohl auch größere Camping-Brummis mit ihrem PKW-Führerschein steuern. Denn die EU möchte die Regeln für Führerscheine reformieren.

Pflicht-Checks für Senioren vom Tisch: Andere Führerschein-Änderungen sollen kommen – und auch Camping betreffen

Reichlich Wirbel hatte es ausgelöst, als Brüssel im März 2023 seine Ideen für die 4. Führerscheinrichtlinie vorgelegt hatte. Besonders der Vorstoß, ab einem gewissen Alter die Fahrtauglichkeit regelmäßig überprüfen zu lassen, traf auf Kritik. Mittlerweile sind die verpflichtenden Gesundheitschecks für Senioren vom Tisch, die EU hat das Thema in die Hände der einzelnen Länder gelegt.

Wer in den Camping-Urlaub möchte, braucht für ein Wohnmobil in der Regel nur einen normalen PKW-Führerschein. Viele Modelle bleiben unter den erlaubten 3,5 Tonnen. Künftig dürfte man damit aber wohl auch „Schwergewichte“ steuern. (Symbolfoto)

Eine Maßnahme der Führerscheinrichtlinien dürfte besonders Camping-Fans freuen – denn sie zielt auf das zulässige Gesamtgewicht ab. Statt der bisher erlaubten 3,5 Tonnen dürfte dann mit einem B-Führerschein 4,25 Tonnen zulässige Gesamtmasse (zGM) gesteuert werden.

Außerdem dürften dann Anhänger mit einer zGM von maximal 750 kg mitgeführt werden. Ist der Anhänger schwerer als 750 kg zGM, dann darf das Gespann maximal 3,5 Tonnen zGM wiegen. Für Fahrzeuge zur Personenbeförderung (8 Sitzplätze plus Fahrer) soll außerdem die Gespann-Regelung auf zu 5 Tonnen angehoben werden.

Die EU-Führerschein-Reform: Das steckt dahinter

Hauptziel der Führerschein-Reform durch die EU ist es laut ADAC, die Unfallzahlen zu reduzieren. Insgesamt sind die Zahlen der Verkehrstoten in den vergangenen Jahrzehnten zwar „stark rückläufig“, dennoch kamen 2021 EU-weit etwa 20.000 Menschen im Straßenverkehr ums Leben, wie das Statistische Bundesamt informiert. In Deutschland alleine seien es etwa 2500 Verkehrstote gewesen. Neuere Zahlen zeigen, dass in den beiden Folgejahren nach den Corona-Lockdowns in der Bundesrepublik kontinuierlich mehr Menschen verunglückt waren (2788 in 2022, 2839 in 2023).

Die neuen Richtlinien sollen aber auch den Verkehrs-Alltag erleichtern, weshalb bald der digitale Führerschein kommen soll. Doch auch der Fahrnachweis aus Plastik soll weiter bestehen bleiben, schreibt der ADAC.

Camping mit Autoführerschein: Diese Vorschriften gelten aktuell

Viele Camper dürfen schon jetzt gefahren werden. Standard-Wohnmobile sind in der Regel nicht schwerer als 3000 Kilogramm Leermasse, bis 500 Kilogramm können dementsprechend noch zugeladen werden. Für Camping ausgebaute Vans bleiben in der Regel auch deutlich darunter, selbst wenn ehemalige DHL-Sprinter dafür herhalten müssen.

Wohlfühloasen in Bayern: Sieben der besten Campingplätze im Freistaat

In Bayern gibt es zahlreiche schöne Campingplätze, die zum urlauben einladen.
Camping wird immer beliebter: Diese Art des Urlaubs bietet viel Flexibilität, Nähe zur Natur und ist meistens auch um einiges günstiger als Urlaub im Hotel. Im Freistaat gibt es unzählige Plätze, die sich mit Wohnmobil, Campervan oder Zelt besuchen lassen. Hier gibt‘s einen Überblick über die besten Plätze mit Blick auf Ruhe, Sauberkeit, Zustand, Infrastruktur, Lage, Sanitäranlagen, Verpflegung, Freundlichkeit, Freizeit und Preis-Leistungs-Verhältnis. © Montage: Camping Walchensee/imago; Camping Demmelhof; Camping Hopfensee
Fünf-Serne-Campingplatz am Hopfensee im Allgäu
Seit 1954 betreibt die Familie Mayr den Fünf-Sterne-Campingplatz am Hopfensee im Allgäu. Neben dem See und der Bergkulisse hat der Campingplatz auch ein großes Wellness- und Spa-Angebot mit verschiedenen Saunen. Und auch im Winter ist der Platz für Urlauber nutzbar. Direkt vor der Tür gibt es einen Schlitten- und Skiverleih und einen platzeigenen Skilift für Anfänger. Für Kinder und Familien gibt es ein großes Indoor-Spielhaus. © Camping Hopfensee
Campingplatz Walchensee
Am Ufer der so genannten bayerischen Karibik liegt der Campingplatz Walchensee. Das intensive Blau des Sees begeistert Touristen und Urlauber. Mit einer Übernachtung auf dem Campingplatz ist man dem See ganz nah und hat zusätzlich noch das Herzogstandmassiv und die Berge im Rücken. 77 Stell- und 35 Zeltplätzen bieten ausreichend Platz. Der Ort Walchensee ist zu Fuß in zehn Minuten erreichbar. © Camping Walchensee
Camping Max in Bad Füssing
Camping Max 1 in Bad Füssing ist die Anlaufstelle für Camping-Urlauber, die gerne in die Sauna gehen oder sich im Thermalwasser treiben lassen. Neben der Thermalbad- und Saunalandschaft gibt es auch einen Naturbadesee. Insgesamt hat es über 160 Plätze für Wohnmobile und Zelte, drei Sanitärgebäude, einen Waschsalon, einen Fitnessraum und ein Restaurant. © Ulrike Schott
Am Starnberger See lädt der Campingplatz Seeshaupt Urlauber zum Verweilen ein.
Am Starnberger See lädt der Campingplatz Seeshaupt Urlauber zum Verweilen ein. Alle Stellplätze sind direkt am See gelegen. Der Starnberger See selbst und die gesamte Umgebung des Voralpenlands bietet Touristen zahlreiche Freizeitaktivitäten. © Camping Seeshaupt
Campingplatz Schliersee
Am nordwestlichen Seeufer des Schliersees inmitten eines Landschafts- und Naturschutzgebietes findet sich der Campingplatz Schliersee. In lockerer Atmosphäre gibt es dort Stellplätze für Kleinbusse, Bullis und Wohnmobile und auch eine Zeltwiese. Die beiden Betreiber entwickeln den Platz, laut Webseite, zu einem „gemütlichen, nachhaltigen Wohlfühlort“. © Melanie Schramm
Campingpark Nabburg
Gleich ein ganzer Campingpark liegt in Nabburg im oberpfälzischen Landkreis Schwandorf. Der Platz grenzt unmittelbar an ein beheiztes Freibad mit Olympiabecken, Sprungturm und Großwasserrutsche an. Die Nordgaustadt Nabburg ist bequem zu Fuß zu erreichen. Die Gäste überzeugt der Platz auf voller Länge. © Camping Nabburg
Campingplatz Demmelhof
Am Fuße der Voralpen nahe Bad Tölz gelegen liegt der Campingplatz Demmelhof. Zum Stallauer Weiher sind es nur wenige Meter: ein Paradies für Kinder und alle, die sich im Sommer im Wasser gerne abkühlen. Mit den Bergen direkt in Nachbarschaft, und dem 25 Kilometer entfernten Tegernsee lassen sich viele Tagesausflüge vom Campingplatz aus starten. © Camping Demmelhof

Es gibt aber auch größere Ausführungen, die bis 7,5 Tonnen reichen. Man darf allerdings getrost davon ausgehen, dass einige Mobilheime auf Rädern sogar noch deutlich schwerer sind. Wer die größeren Wohnmobile bevorzugt, braucht nach aktueller Regelung einen LKW-Führerschein, der Klasse 3 oder C1.

Geltende Regeln nicht missachten: Übergewicht kann teuer werden

Und vor allem, wer mit seinem Camper ins Ausland fährt, sollte es sehr genau mit den geltenden Gewichtsregeln nehmen. Ist die Vorschrift hierzulande recht nachlässig und ahndet erst Gewichtsübertretungen ab 20 Prozent mit 95 Euro Bußgeld und einem Punkt, kennen viele Urlaubsländer da wenig Pardon:

  • Österreich: 90 bis 5000 Euro
  • Italien: 40 bis 1700 Euro
  • Großbritannien: 70 bis 6000 Euro
  • Spanien: 300 bis 750 Euro
  • Frankreich: zwischen 135 Euro bis 750 Euro
  • Niederlande: 130 Euro bis 850 Euro

Quellen: ADAC, ACE

Um Gewicht einzusparen, nennt der Autoclub Europa (ACE) einige Tipps, die mit der neuen Führerscheinregelung wohl weniger benötigt werden dürften. Für den diesjährigen Camping-Trip könnten sie allerdings noch nützlich sein – die neuen Führerscheinregeln werden wohl erst im Herbst 2024 verabschiedet und müssen dann noch nach deutschen Recht umgesetzt werden. Es könnte also noch ein Weilchen dauern.

Allerdings sollten auch einige Regeln auf den Campingplätzen selbst beherzigt werden, um es sich mit anderen Camper nicht zu verscherzen. (rku)

Rubriklistenbild: © Joeran Steinsiek/Imago

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