VonLaura Wittstruckschließen
Traditionelle Apfelsorten zeichnen sich nicht nur durch ihr intensives Aroma aus – auch Menschen mit Allergien können sie häufig ohne Probleme verzehren. Zahlreiche Sorten sind zudem widerstandsfähig und frostsicher und somit perfekt für deutsche Gärten geeignet.
Granny Smith oder Braeburn kennt jeder – doch wie sieht es mit Goldparmäne oder Jakob Fischer aus? Alte Apfelsorten findet man heutzutage nur noch selten auf der Streuobstwiese. Dabei spricht viel dafür, sie im heimischen Garten anzubauen. Denn die traditionellen Sorten schmecken besonders lecker und sind auch für Allergiker geeignet. Außerdem sind sie oft robuster als ihre neumodischen Verwandten. Wir stellen Ihnen fünf winterharte Apfelsorten vor.
Alte Apfelsorten: Die Lösung für Allergiker
In den meisten Supermärkten gibt es nur eine begrenzte Anzahl an Apfelsorten zu kaufen. Braeburn, Elstar oder Gala schmecken vielen Menschen und haben für die Händler einige Vorteile – etwa ein standardisiertes Aussehen und immer gleichen Geschmack. Zudem überstehen viele der bekannten Sorten den Transport problemlos und sind pflegeleicht im Anbau. Das Ergebnis: Traditionelle Sorten sind weniger interessant und gehen mit der Zeit ganz verloren.
Dabei haben diese einen entscheidenden Vorteil gegenüber ihren Verwandten aus dem Supermarkt: Sie sind oft auch für Apfelallergiker geeignet. Der Grund dafür ist ihr hoher Gehalt an Polyphenolen. Laut dem BUND Baden-Württemberg spielen diese Verbindungen eine entscheidende Rolle dabei, wie verträglich der Apfel ist. Alte Sorten enthalten bis zu viermal mehr Polyphenole als neue Sorten.
Alte Apfelsorten: Zehn Sorten, die man mal kosten sollte




Fünf seltene, traditionelle Apfelsorten für den Garten
Sie wollen alte Apfelsorten in ihrem Garten anpflanzen? Dann können sie aus vielen leckeren Sorten wählen. Viele von ihnen sind äußerst robust und winterhart. Dazu gehören:
Jakob Fischer
Diese Apfelsorte heißt nach ihrem Entdecker und wurde laut dem Bund BaWü Anfang des 20. Jahrhunderts veredelt. Den Apfel zeichnen seine besonders großen Früchte aus. Diese sind bereits Anfang bis Mitte September reif. Sie schmecken feinsäuerlich, fruchtig und leuchten in gelblich-roter Schale. 1998 wurde der Apfel in Baden-Württemberg als Streuobstsorte des Jahres geehrt.
Danziger Kantapfel
Der Danziger Kantapfel wird erstmals im Jahr 1760 erwähnt. Er ist auch als Rosen-, Himbeer- oder Erdbeerapfel bekannt. Das liegt an seinen saftigen, süßsauren und feinwürzigen Früchten. Diese sind rot bis leicht bräunlich gefärbt. Bei seinem Standort ist der Danziger Kantapfel laut dem Streuobstwiesen-buendnis-niedersachsen.de anspruchslos. Er kommt auch mit weniger warmen Perioden gut zurecht und wird deshalb viel in Norddeutschland und den Niederlanden angebaut.
Boikenapfel
Der Boikenapfel taucht erstmals im Jahr 1828 in Bremen auf und ist nach einem Deichvogt benannt. Seine Früchte sind grasgrün bis gelb und schmecken säuerlich-frisch. Die Apfelsorte fühlt sich in an einem sonnigen bis halbschattigen Standort wohl und kommt dabei mit so gut wie jedem Boden zurecht. Das Besondere am Boikenapfel: Er ist ein optimaler Pollenspender und daher perfekt als Bienen- und Insektenweide geeignet.
Finkenwerder Herbstprinz
Diese alte Obstsorte mit besonders klangvollem Namen kommt von der Niederelbe. Manche kennen sie auch als Hasenkopf oder Finkenwerder Rambur. Die Äpfel zeigen sich in gelber Schale und schmecken intensiv, aromatisch und leicht säuerlich. Am liebsten mag es diese Apfelsorte sonnig, bei Böden ist sie wenig anspruchsvoll – nur zu feucht sollte es nicht sein. Nach etwa drei Jahren dürfen Sie sich bei dieser Sorte über einen hohen Ertrag freuen. Die Früchte können Sie mit einem praktischen Rollsammler (werblicher Link) einfach aufheben.
Prinz Albrecht von Preußen
C. Braun entdeckte die Apfelsorte im 19. Jahrhundert als Hofgärtner des Prinzen Albrecht von Preußen benannte er sie nach seinem Arbeitgeber. Das Fruchtfleisch der gelblich-grünen Äpfel ist hier besonders saftig und schmeckt frisch und weinsäuerlich. Diese Sorte ist besonders robust und frosthart und kommt auch mit rauerem Klima gut zurecht. Bei ihrem Standort ist sie anspruchslos, jedoch braucht die Sorte nährstoffreiche Böden.
Rubriklistenbild: © Heinz-Dieter Falkens/IMAGO



