Positive Psychologie

Optimismus lernen? Wie Sie positiver durchs Leben gehen – und wann Optimismus toxisch wird

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Mit einer positiven Einstellung lässt es sich leichter durchs Leben gehen. Was Sie über die Kraft des positiven Denkens wissen sollten.

Wer zuversichtlich und optimistisch ist, lebt nicht nur in guten Zeiten zufriedener und glücklicher. Auch negative Emotionen und Krisen lassen sich besser bewältigen. Glaubt man den zahlreichen Ratgebern, Coaches und Influencern, kann jeder sein Leben mit der richtigen Einstellung positiv beeinflussen. Doch nicht alle Menschen werden als Optimisten geboren. Wie Sie lernen, positiv zu denken und Rückschläge besser zu verkraften.

Positives Denken und Optimismus lassen sich trainieren

Optimistisch durchs Leben zu gehen bedeutet nicht immer glücklich zu sein. Rückschläge und negative Emotionen werden allerdings als vorübergehend angesehen.

Wissenschaftlern zufolge sind etwa 50 Prozent unserer Grundhaltung genetisch bedingt, wie Geo.de berichtet. Die Zuversicht, mit der man auf das Leben schaut, ist dabei von Mensch zu Mensch unterschiedlich ausgeprägt. In der Fachsprache wird dies als „dispositioneller Optimismus“ bezeichnet. Diese mentale Kraft lässt sich mit bestimmten Maßnahmen und Übungen stärken.

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Der Bereich der Positiven Psychologie setzt sich mit dem Thema Optimismus auseinander. Während unser Gehirn evolutionär bedingt darauf trainiert ist, sich auf das Negative zu konzentrieren und Gefahren wahrzunehmen, soll mit bestimmten Maßnahmen der Fokus auf die positiven Aspekte des Lebens gerichtet werden.

Mach dich glücklich: Zehn Maßnahmen zur Selbstfürsorge, mit denen Sie sich Gutes tun

Eine Frau sitzt und schreibt in ein Notizbuch.
Schreiben Sie Tagebuch: Wer seine Gedanken und Gefühle aufschreibt, sieht viele Dinge meist klarer. Egal ob es sich um Wünsche, Träume oder Erinnerungen handelt - Schreiben Sie auf, was Ihnen durch den Kopf geht. Schreiben hilft, die eigenen Gedanken zu reflektieren und Erlebnisse von einem anderen Sichtpunkt wahrzunehmen.  © Tanya Yatsenko/Imago
Creative Highlights Symbolbilder Artist hands covered in paint. Young painter. Art concept. Las Palmas de Gran Canaria,
Nehmen Sie sich Zeit kreativ zu sein: Egal ob Musik, Tanz oder Kunst - Wer kreativ ist, vergisst für einen Moment alles um sich herum. Ängste und Sorgen treten in den Hintergrund. Dafür müssen Sie keinesfalls ein großer Künstler sein. © Cavan Images via www.imago-images.de
Eine Mädchen-Hand greift nach einer Blume.
Verbringen Sie Zeit in der Natur: Körperliche Bewegung in der Natur hat einen positiven Effekt auf das seelische Wohlbefinden. Sport, aber auch schon ein Spaziergang helfen das Stresshormon Cortisol abzubauen und sorgen dafür, dass das Gelückshormon Serotonin vermehrt ausgeschüttet wird. Bewusst Zeit in der Natur zu verbringen, hilft außerdem das Gedankenkarussell im Kopf zu stoppen.  © Imago
Eine junge Frau im Regenmantel breitet ihre Arme in der Natur aus.
Üben Sie Selbstakzeptanz: Wer sich selber so akzeptiert - mit allen Schwächen und Stärken -, zeigt auch mehr Verständnis für andere. Statt sich ständig innerlich zu kritisieren, hilft es aufbauend und tröstend mit sich selber zu sprechen. Dabei kann es helfen den eigenen Dialogue so aufzubauen, als ob man mit einem geliebten Menschen sprechen würde.  © Cavan Images/Imago
Jemand hält ein Geschenk in den Händen.
Machen Sie sich selber ein Geschenk: Niemand anders als Sie selbst ist dafür verantwortlich, dass es Ihnen gut geht. Wer sich hin und wieder selbst belohnt, steigert sein Wohlbefinden und damit auch sein Selbstwertgefühl.  © nndanko / Imago
Ein Kind läuft durch den Sand.
Seien Sie achtsam: Wer seinen Alltag achtsam gestaltet, ist laut Studien besser in der Lage mit Rückschlägen und Problemen umzugehen. Entspannungsübungen und Meditationen helfen Stress und negative Emotionen besser zu verarbeiten.  © Hodei Unzueta/Imago
IMAGO Nature: Unsere Erde, Umweltprobleme, Überbevölkerung From above unrecognizable people walking on zebra crossing o
Reduzieren Sie Stress: Wer von einem Termin zum nächsten hetzt, tut Körper und Seele keinen Gefallen. Dauerstress macht nachweislich krank. Planen Sie bewusst Ruhephasen ein und lassen Sie ausreichend Platz zwischen Terminen. Jeder braucht auch mal Zeit zum Durchatmen.  © IMAGO/Mikel Ponce
Eine Frau schaut mit traurigem Blick aus dem Fenster.
Fühlen Sie alle Emotionen: Statt Trauer oder Ärger zu verdrängen - und diesen Gefühle damit noch mehr Kraft zu geben - kann es helfen, sich klar zu machen, dass auch diese Emotionen zum Leben gehören. Misserfolge, Fehler und Enttäuschungen sind Teil der menschlichen Erfahrung und bringen uns weiter.  © Alberto Menendez/Imago
Frau im Rollstuhl hält Hand einer Pflegerin.
Helfen Sie anderen Menschen: Wie gut es tut, anderen zu helfen, haben viele Menschen verlernt. Wer keine Zeit hat direkt ein Ehrenamt zu übernehmen, kann beispielsweise damit anfangen, seinen Liebsten Unterstützung anzubieten. © ALFO/Imago
Vier Freunde, die gemeinsam in einem Innenhof essen und gerade anstoßen. (Symbolbild)
Pflegen Sie Ihre Freundschaften: Nehmen Sie sich Zeit Beziehungen zu Ihren Mitmenschen, Freunden und Familie zu pflegen. Es hilft zudem über Dinge, die einen belasten mit anderen zu teilen und sich einer nahestehenden Person anzuvertrauen.  © Philipp Dimitri/Imago

Optimismus trainieren: Tipps und Übungen für positives Denken

Im Rahmen der Positiven Psychologie haben Wissenschaftler um den Gründer Martin Seligman verschiedene Routinen und Übungen ausgearbeitet, die uns helfen sollen, glücklicher zu werden.

Folgende Übungen helfen, negative Denkmuster zu durchbrechen und durch positive Gedanken zu ersetzen:

  • Dankbarkeit: In einem Dankbarkeitstagebuch notiert man täglich, wofür man dankbar ist und was man selber dazu beigetragen hat. Wer sich laut einer Studie der Universität Harvard seine eigenen Stärken bewusst macht, fühlt sich handlungsfähiger und tendiert auch in Zukunft dazu, sein Glück selbst in die Hand zu nehmen.
  • Positive Ziele setzen: Mit dem Aufschreiben positiver Ziele und Momente für den Tag, startet man mit einem besseren Ausblick. Notieren sollte man auch hier, was man selbst dazu beitragen kann.
  • Bewusst positive Erfahrungen machen: Wer mehr Zeit mit Dingen verbringt, die Freude bereiten, kann damit der US-Psychologin Barbara Fredrickson zufolge positive Emotionen auslösen. Schon kleine Momente reichen dabei aus. So können ein Spaziergang an der frischen Luft oder eine Kaffeepause schon wohltuend sein.

In der positiven Psychologie geht es keinesfalls darum, negative Gefühle zu vermeiden. Im Gegenteil: jedes Gefühl ist berechtigt und sollte ernst genommen und auch akzeptiert werden. Wer negative Gefühle verdrängt, macht sie nur schlimmer. Besser: herausfinden, woher sie kommen und was sich daran ändern lässt.

Wann kann zu viel Positivität schaden?

Wer glücklich ist, zeigt das gerne. Gerade auf sozialen Medien können der Optimismus und die damit verbundene Selbstdarstellung schnell toxisch werden. Studien zeigen, dass die Selbstpräsentation auf Social Media gerade bei Jugendlichen für Druck und Stress sorgt. Positivität kann dabei schnell in Optimierungs- und Leistungsdrang umschlagen. In der Positiven Psychologie liegt der Fokus außerdem stark auf dem Wohlbefinden und Glück des Einzelnen. Gesellschaftliche und soziale Gründe und Themen wie Rassismus und Diskriminierung werden dabei kaum einbezogen.

Auch bei körperlichen und psychischen Erkrankungen kommt man mit einer positiven Einstellung allein nicht weit. Ein „naiver Optimismus“ kann sogar schädlich sein, etwa wenn Therapieangebote ausgeschlagen werden. Auf keinen Fall kann die Positive Psychologie die Behandlung von körperlichen und psychischen Erkrankungen ersetzen, warnt das Team von ARD Alpha.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion leider nicht beantwortet werden.

Rubriklistenbild: © Cavan Images/Imago

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