VonLaura Knopsschließen
Mit einer positiven Einstellung lässt es sich leichter durchs Leben gehen. Was Sie über die Kraft des positiven Denkens wissen sollten.
Wer zuversichtlich und optimistisch ist, lebt nicht nur in guten Zeiten zufriedener und glücklicher. Auch negative Emotionen und Krisen lassen sich besser bewältigen. Glaubt man den zahlreichen Ratgebern, Coaches und Influencern, kann jeder sein Leben mit der richtigen Einstellung positiv beeinflussen. Doch nicht alle Menschen werden als Optimisten geboren. Wie Sie lernen, positiv zu denken und Rückschläge besser zu verkraften.
Positives Denken und Optimismus lassen sich trainieren
Wissenschaftlern zufolge sind etwa 50 Prozent unserer Grundhaltung genetisch bedingt, wie Geo.de berichtet. Die Zuversicht, mit der man auf das Leben schaut, ist dabei von Mensch zu Mensch unterschiedlich ausgeprägt. In der Fachsprache wird dies als „dispositioneller Optimismus“ bezeichnet. Diese mentale Kraft lässt sich mit bestimmten Maßnahmen und Übungen stärken.
Der Bereich der Positiven Psychologie setzt sich mit dem Thema Optimismus auseinander. Während unser Gehirn evolutionär bedingt darauf trainiert ist, sich auf das Negative zu konzentrieren und Gefahren wahrzunehmen, soll mit bestimmten Maßnahmen der Fokus auf die positiven Aspekte des Lebens gerichtet werden.
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Optimismus trainieren: Tipps und Übungen für positives Denken
Im Rahmen der Positiven Psychologie haben Wissenschaftler um den Gründer Martin Seligman verschiedene Routinen und Übungen ausgearbeitet, die uns helfen sollen, glücklicher zu werden.
Folgende Übungen helfen, negative Denkmuster zu durchbrechen und durch positive Gedanken zu ersetzen:
- Dankbarkeit: In einem Dankbarkeitstagebuch notiert man täglich, wofür man dankbar ist und was man selber dazu beigetragen hat. Wer sich laut einer Studie der Universität Harvard seine eigenen Stärken bewusst macht, fühlt sich handlungsfähiger und tendiert auch in Zukunft dazu, sein Glück selbst in die Hand zu nehmen.
- Positive Ziele setzen: Mit dem Aufschreiben positiver Ziele und Momente für den Tag, startet man mit einem besseren Ausblick. Notieren sollte man auch hier, was man selbst dazu beitragen kann.
- Bewusst positive Erfahrungen machen: Wer mehr Zeit mit Dingen verbringt, die Freude bereiten, kann damit der US-Psychologin Barbara Fredrickson zufolge positive Emotionen auslösen. Schon kleine Momente reichen dabei aus. So können ein Spaziergang an der frischen Luft oder eine Kaffeepause schon wohltuend sein.
In der positiven Psychologie geht es keinesfalls darum, negative Gefühle zu vermeiden. Im Gegenteil: jedes Gefühl ist berechtigt und sollte ernst genommen und auch akzeptiert werden. Wer negative Gefühle verdrängt, macht sie nur schlimmer. Besser: herausfinden, woher sie kommen und was sich daran ändern lässt.
Wann kann zu viel Positivität schaden?
Wer glücklich ist, zeigt das gerne. Gerade auf sozialen Medien können der Optimismus und die damit verbundene Selbstdarstellung schnell toxisch werden. Studien zeigen, dass die Selbstpräsentation auf Social Media gerade bei Jugendlichen für Druck und Stress sorgt. Positivität kann dabei schnell in Optimierungs- und Leistungsdrang umschlagen. In der Positiven Psychologie liegt der Fokus außerdem stark auf dem Wohlbefinden und Glück des Einzelnen. Gesellschaftliche und soziale Gründe und Themen wie Rassismus und Diskriminierung werden dabei kaum einbezogen.
Auch bei körperlichen und psychischen Erkrankungen kommt man mit einer positiven Einstellung allein nicht weit. Ein „naiver Optimismus“ kann sogar schädlich sein, etwa wenn Therapieangebote ausgeschlagen werden. Auf keinen Fall kann die Positive Psychologie die Behandlung von körperlichen und psychischen Erkrankungen ersetzen, warnt das Team von ARD Alpha.
Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion leider nicht beantwortet werden.
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