Wer Alkohol auf bestimmte Art trinkt, erhöht sein Krebsrisiko
VonJudith Braun
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Der eigene Lebensstil spielt eine wichtige Rolle, um Krebserkrankungen vorzubeugen. Alkohol gilt als ein Risikofaktor, der beeinflussbar ist. Laut einer Studie sollte man diesen nicht auf nüchternem Magen trinken.
Bei Alkohol handelt es sich um ein Zellgift, welches Nervenzellen, Organe und das Immunsystem schädigt. Laut Angaben des Deutschen Krebsinformationszentrums fördert Alkoholkonsum die Entstehung verschiedener Krebserkrankungen und zählt zu den bedeutendsten Krebsrisikofaktoren, die durch den eigenen Lebensstil beeinflussbar sind. Wie eine Studie nun herausgefunden hat, kommt es beim Trinkgenuss nicht nur auf die Menge an: Entscheidend ist auch, wie man den Alkohol zu sich nimmt.
Krebs: Wer Alkohol auf leerem Magen trinkt, hat ein höheres Risiko
Besonders viele junge Menschen haben es sich aus Schlankheitsgründen wohl zur Angewohnheit gemacht, wenn sie Alkohol konsumieren, dafür eine Mahlzeit ausfallen zu lassen, wie die Deutsche Ärztezeitung berichtet. Dabei handelt es sich jedoch um einen Trend, der besorgniserregend ist: Denn wie Forscher in ihrer im Fachmagazin Gastroenterology veröffentlichten Studie herausgefunden haben, gibt es einen Zusammenhang zwischen dieser Vorgehensweise und einem erhöhten Krebsrisiko. Demnach ist das alkoholabhängige Risiko, an Krebsarten im Magen-Darm-Trakt zu erkranken, deutlich erhöht, wenn der Konsum von Alkohol nicht mit einer Mahlzeit verbunden ist. Dabei zeigte sich eine besondere Gefahr beim Trinken auf leeren Magen für die Entwicklung von Tumoren in Magen oder Darm vor dem 50. bzw. 55. Lebensjahr.
Die Ergebnisse der Studie zeigten, dass Alkoholkonsum ohne Mahlzeiten im Vergleich zum Trinken mit Essen mit einem um zehn Prozent höheren Risiko für Karzinome im Magen oder Darm verbunden waren. Die Wissenschaftler berücksichtigen für ihre Untersuchung dabei das Ausmaß des Alkoholkonsums sowie andere Risikofaktoren. Zudem war die durch das Trinken ohne feste Nahrung bedingte Risikosteigerung unabhängig von Geschlecht, Alter, körperlicher Aktivität, BMI, Rauchstatus, Art der alkoholischen Getränke und Gesamtalkoholkonsum.
Erhöhtes Krebs-Risiko: Alkohokonsum ohne Essen führt wohl zu entzündlichem Zustand im Darm
Die Autoren der Studie erklärten den Zusammenhang, den sie bei ihrer Untersuchung feststellen konnten, beispielsweise durch eine verzögerte Magenentleerung während des Alkoholkonsums mit gleichzeitig aufgenommener Nahrung. Dadurch wird die Aufnahme von Alkohol im Körper reduziert. Trinkt eine Person auf nüchternen Magen, ist die Aufnahme des Alkohols beschleunigt, der Abbau in der Leber hingegen verlangsamt. So könnte Alkohol zusammen mit den Abbauprodukten einen entzündlichen Zustand im Darm herbeirufen, wodurch eine Mikroumgebung geschaffen wird, die die Bildung von Karzinomen begünstigt. Aber Alkohol ist nicht nur mit Krebs assoziiert, auch Diabetiker sollten beim Konsum Vorsichtsmaßnahmen einhalten.
Erhöhtes Krebsrisiko: Elf Lebensmittel begünstigen das Tumor-Wachstum
Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion nicht beantwortet werden.