Tierisches Dilemma in den Ferien

Emotionale Rettungsmission: Straßentiere im Urlaub – darf ich Hunde und Katzen mit nach Hause nehmen?

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Ausgemergelte Straßenhunde und -katzen in fernen Ländern, gezeichnet von Entbehrung und Verletzungen – ein Blick in ihre Augen genügt, um das Herz zu erweichen. Doch darf man sie mit nach Hause nehmen?

Sie liegen unauffällig im Schatten oder betteln herzzerreißend um Futter: Streuner, die vor allem im Urlaub im Ausland oftmals in großen Zahlen unterwegs sind. Was manche genervt abtun, geht Tierfreunden an die Substanz. Vielen gelingt es dann nicht einmal mehr, ihren wohlverdienten Urlaub zu genießen. Denn bei ihnen dreht sich alles um die quälende Frage: Darf ich diesen armen Geschöpfen in der Heimat überhaupt ein neues Zuhause schenken? So eine Tierrettung im Ausland hat schließlich schon manche Leben für immer zum Positiven verändert.

Die tierlieben Instinkte eines Menschen rufen nach Rettung, aber ist es tatsächlich eine gute Idee, ein Tier aus fernen Gefilden mitzunehmen? Und wie verhält es sich erst, wenn exotische Arten im Spiel sind? Landtiere.de hat bei PETA nachgefragt, informiert über die rechtlichen Aspekte und erklärt, wie man diesen aufreibenden inneren Kampf lösen kann. Der Faktor Zeit spielt dabei eine zentrale Rolle.

Länderübergreifende Bestimmungen

Für die Einreise aus sämtlichen Ländern weltweit gelten folgende Bestimmungen: Pro Person dürfen höchstens fünf Hunde, Katzen oder Frettchen über die Grenze gebracht werden. Die Tiere dürfen nicht dazu bestimmt sein, den Besitzer zu wechseln, also verkauft zu werden. Die Einreise von mehr als fünf Tieren ist nur dann gestattet, wenn sie beispielsweise an Rassekatzen-Ausstellungen oder Hunderennen teilnehmen und für eine derartige Veranstaltung registriert sind.

Ganz gleich, ob es sich um einen Hund, eine Katze oder ein Frettchen handelt: Tierbabys, die jünger als 15 Wochen sind, dürfen nicht über die Grenze gebracht werden – selbst dann nicht, wenn sie lediglich auf der Durchreise in ein anderes Land sind.

Planen Sie, einen Hund aus dem Ausland nach Deutschland zu bringen, müssen die Einfuhrvorschriften für Tiere beachtet werden. Diese Regelungen gelten sowohl innerhalb der EU-Mitgliedstaaten als auch für Nicht-EU-Länder, auch bekannt als Drittländer. Hierbei handelt es sich um Regelungen der Verordnungen zur Beförderung von Haustieren zu anderen Zwecken als dem Handel:

  • Verordnung (EU) Nr. 576/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates in Verbindung mit der
  • Durchführungsverordnung (EU) Nr. 577/2013 der Kommission

Ziel der oben genannten Regelungen ist der Schutz vor Einschleppung und Verbreitung von Tollwut.

Tierrettung im Ausland – ein tierisches Dilemma

Einen Streunerhund aus einem Urlaubsland zu retten ist zwar ehrenhaft, doch auch mit einem gewissen Aufwand verbunden. (Symbolbild)

Nach deutschem Recht sind Tiere zunächst einmal Gegenstände. Streuner ohne Besitzer gelten demnach als Fundstücke, weshalb ihre Straßenzugehörigkeit kein blindes Einpacken für die Heimreise erlaubt. Wenn der Drang zur Rettung überwiegt, gibt es klare Leitlinien für einen rechtskonformen Transport.

Behördliche Erlaubnis für Einführung eines Tieres aus dem Ausland

Gemäß den Vorgaben des Deutschen Tierschutzgesetzes (TierSchG) ist es grundsätzlich erforderlich, eine behördliche Genehmigung einzuholen, wenn Hunde aus dem Ausland im Rahmen des Auslandstierschutzes von Tierschutzorganisationen oder Privatpersonen nach Deutschland gebracht oder vermittelt werden sollen.

Wenn Sie eine solche Genehmigung beantragen möchten, sollten Sie sich an die zuständige Veterinärbehörde Ihres Bundeslandes oder an einen Amtsarzt wenden. Deutsche Tierschutzvereine können Ihnen normalerweise auch Unterstützung bieten, um sich rechtlich abzusichern und die Einfuhr nach Deutschland gemäß den Vorschriften zu gestalten.

Als Privatperson sind Sie berechtigt, einen geretteten Hund oder eine Katze aus dem EU-Ausland mit nach Deutschland zu bringen, wenn dieser die entsprechenden Papiere, den EU-Heimtierausweis, einen Mikrochip, die gültige Tollwutimpfung und älter als 15 Lebenswochen ist.

Die behördliche Genehmigung „Traces“ benötigen Sie, sofern Sie mehr als fünf Tiere nach Deutschland bringen wollen, eine Tierschutzorganisation sind oder Sie die Tiere hierherholen, um sie dann weiterzuvermitteln.

Wenden Sie sich im Zweifel immer an einen Tierarzt oder eine Tierschutzorganisation im Herkunftsland, um sich ausreichend beraten zu lassen. Auch der Zoll hat auf seiner Internetseite die entsprechenden Einfuhrvorgaben aufgeführt.

Ein Tierschutzverein im Herkunftsland kann Sie ebenfalls dabei unterstützen, den Vierbeiner entsprechend auf die Reise vorzubereiten.

Hunde oder Katzen aus dem Ausland: mehr als bloß Gepäck

Ein transportfähiger Zustand, Gesundheit, bestimmte Impfungen (Tollwutimpfung) und ein Mikrochip (nach ISO-Stan­dard 11784, lesbar mit Lesegeräten nach ISO-Norm 11785) sind Pflicht. Wichtige Impfungen, wie gegen Tollwut, erfordern – laut den oben genannten EU-Verordnungen – meist eine Vorlaufzeit von mindestens 21 Tagen vor Grenzübertritt und dürfen gleichzeitig nicht älter als 12 Monate sein. Zusätzlich zur Impfung gegen Tollwut ist auch eine Vorsorgeimpfung gegen Staupe, Zwingerhusten, Hepatitis, Parvovirus und Leptospirose empfohlen. Innerhalb der EU ist die Implantierung eines Mikrochips und die Ausstellung eines EU-Heimtierausweises (Dokument mit Begleit­person als Besitzer, Mikrochipnummer und Impfangaben) beim Tierarzt gängige Praxis und notwendig für den Grenzübertritt in der EU.

Tollwutimpfung bei Welpen

Sie sollten unbedingt beachten, dass erst Welpen ab einem Alter von 12 Wochen eine Tollwutimpfung erhalten dürfen. Bis der Impfschutz voll aufgebaut ist, vergehen weitere drei Wochen, sodass ein Jungtier erst ab einem Alter ab der vollendeten 15. Lebenswochen aus dem Ausland importiert werden darf.

Die Mitnahme aus Nicht-EU-Ländern innerhalb Europas erfordert eine andere Planung. Veterinärbescheinigungen ersetzen den EU-Pass. Meist sind neben der Impfung zusätzliche Bluttests erforderlich, die einige Vorlaufzeit benötigen. Auch die Einfuhr von Welpen ist nicht unter dem vollendeten 6. Lebensmonat erlaubt.

Andere Kontinente, andere Richtlinien für Tierrettungen

Auf anderen Kontinenten gestaltet sich die Lage durchaus schwieriger und zeitintensiver. Obwohl die gleichen Einfuhrbestimmungen wie für Nicht-EU-Länder (Drittländerregelung) gelten, kann es zum Beispiel je nach Standort schwierig sein, einen geeigneten Tierarzt zu finden. Dann kann beispielsweise die Hilfe eines ortsansässigen Tierrettungsvereins entscheidend sein.

Für nicht gelistete Drittländer wie Türkei, Marokko, Thai­land oder China gestaltet sich eine Mitnahme deutlich aufwändiger und zeitaufwendiger. Folgende Regelungen gelten dabei:

  • Mindestalter der Jungtiere von sieben Monaten (Tollwutimpfung im Alter von 12 Wochen plus Blutentnahme 30 Tage nach Impfung plus drei Monate Wartefrist)
  • Mikrochip
  • Nachweis der Blutuntersuchung auf Tollwut-Antikörper vor Einreise: Untersuchung muss mindestens 30 Tage nach der Impfung und spätestens drei Monate vor der geplanten Einreise durchgeführt werden. Das Abnehmen der Blutprobe darf ausschließlich von autorisierten Tierärzten erfolgen. Die Analyse darf nur von Laboren durchgeführt werden, die von der Europäischen Kommission zugelassen sind. In einigen Fällen kann es notwendig sein, die Blutprobe ins Ausland zu schicken, was zusätzliche Zollformalitäten mit sich bringt. Eine Liste der zugelassenen Labore in englischer Sprache kann bei der Europäischen Kommission eingesehen werden.
  • Tier­gesund­heits­bescheinigung, auch bekannt als „Animal Health Certificate“, von einem amtlich auto­risierten Tier­arzt auszustellen
  • Impf­ausweis beziehungsweise Nach­weis über das Ergebnis des Toll­wut-Bluttests
  • Voranmeldung beim Zoll
  • „Model of Declaration“: schriftliche Bestätigung der Begleit­person, dass das Tier nach Einreise nicht den Besitzer wechselt

Die Notwendigkeit weiterer Dokumente für die Ausfuhr erfragen Sie am besten beim zuständigen Zoll- und Veterinärbehörden des jeweiligen Landes.

Keine gute Idee: Einfuhr-Richtlinien ignorieren

Doch nicht alle Tiere sind in Deutschland willkommen: Exoten und bestimmte Hunderassen sowie deren Kreuzungen, wie Pitbull-Terrier oder American Staffordshire-Terrier, dürfen nicht importiert werden. Vorsicht ist in jedem Fall geboten, da Einfuhrbestimmungen wie das Washingtoner Artenschutzabkommen sogar den Versuch eines Imports unter Strafe stellen. Unwissenheit schützt übrigens, wie so oft, auch in diesem Fall vor Strafe nicht. Eine Liste mit verbotenen Hunderassen finden Sie auf der Homepage des deutschen Zolls.

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Wenn Sie unsicher sind, ob der Hund, den Sie adoptieren möchten, einer als gefährlich eingestuften Rasse angehört oder wenn andere Unsicherheiten bestehen, kann Ihnen das zuständige Ordnungsamt für Ihren Wohnsitz helfen. Sie haben auch die Option, bei der Zentrale Auskunft Zoll nachzufragen. Auf diese Weise sorgen Sie dafür, dass Sie mit ihrem zukünftigen Vierbeiner auf der sicheren Seite sind.

Bedenken Sie im Falle einer Mitnahme stets, dass mit jedem Tier gewisse Kosten verbunden sind. Welche finanziellen Belastungen mit Hund auf Sie zukommen können, lesen Sie hier.

12 gefährliche Tiere, die Sie lieber meiden sollten

Ein Skorpion mit eingerolltem Hinterteil auf steinigem Untergrund.
Von weltweit über 2000 Skorpion-Arten gelten nur rund 50 Arten als für den Menschen tödlich. Häufig sind es nicht wie in den Blockbustern die größten oder furchterregenden Exemplare, die am giftigsten sind. Vielmehr sind gerade die kleinen, unscheinbaren Skorpione, diejenigen, die Menschenleben fordern. Sie krabbeln in Schuhe oder verstecken sich unter der Bettdecke. Auf dem Stachel eines Skorpions sitzt eine Blase, deren Gift nach anfänglichen Lähmungserscheinungen zum Tod führt. Pro Jahr geht man von 5000 Todesfällen als Folge eines Skorpionstichs aus. © Pond5/Imago
Ein Weißer Hai durchbricht die Wasseroberfläche.
Nicht zuletzt aufgrund des gleichnamigen Films gilt der Weiße Hai noch bei vielen Menschen als das Raubtier schlechthin. Zwar ist er der gefährlichste Meeresjäger, an Haiangriffen sterben jährlich jedoch im Schnitt „nur“ zehn Menschen. Experten zufolge sind Haie nicht an Menschen interessiert, auch wenn sie sie bei Konfrontationen ernsthaft verletzen können. © robertharding/Imago
Eine Spinne mit Eikokon.
Auch Spinnen gehören zu den tödlichsten Tieren der Welt, sind aber bei Weitem nicht so gefährlich, wie die meisten annehmen. Fast alle Achtbeiner besitzen zum Zweck der Beutejagd Gift, als Giftspinnen werden jedoch nur die Arten bezeichnet, die auch für den Menschen gefährlich werden können – und das sind weltweit nur 0,0833 Prozent (25 von etwa 30.000 Spinnenarten). Zu den gefährlichsten Vertretern gehört die Speispinne und die Sydney-Trichternetzspinne. Auch manche Kammspinnen gelten als besonders tödlich, allen voran die Brasilianische Wanderspinne. Sie gilt als äußert aggressiv und greift mitunter gezielt an. Jährlich sterben rund 200 Menschen an den Folgen eines Spinnenbisses, der neben starken Schmerzen auch Lähmungserscheinungen und Atemnot nach sich zieht. (Symbolbild) © blickwinkel/Imago
Eine farbenfrohe Schlange auf buntem Untergrund.
Die Schlange ist das tödlichste Wirbeltier der Welt. Viele Menschen haben – nicht ohne guten Grund – Angst vor ihnen. Während manche Schlangen harmlos sind, gibt es zahlreiche Arten, die zur tödlichen Falle für Menschen werden können. Die WHO geht von 80.000 bis 140.000 Toten pro Jahr durch Schlangenbisse aus. Als besonders tödlich gilt die Asiatische Sandrasselotter. Mit bis zu 5000 Opfern werden ihr die meisten tödlichen Übergriffe zugeschrieben. Der Inlandtaipan gilt als die giftigste Schlange der Welt, was die Wirkung seines Giftes betrifft. Mit nur einem Biss könnte er 200.000 Mäuse töten. (Symbolbild) © Zoonar/Imago
Porträt eines in der Badewanne stehenden Corgis.
Auch der beste Freund des Menschen stellt in weiten Teilen der Welt eine tödliche Gefahr dar. Nicht weil er zubeißen würde, sondern weil der Hund als Hauptüberträger für Tollwut gilt. Besonders in ländlichen Gebieten in Asien, Afrika und Südamerika wird häufig ein tödlicher Verlauf der Krankheit beobachtet. Schätzungen der WHO zufolge sterben pro Jahr weltweit rund 60.000 Menschen an den Folgen von Tollwut, die durch Hunde übertragen wurde. © Westend61/Imago
Kegelschnecke Conus litteratus im Sand am Strand.
Unglaublich, aber wahr – fast jeder, der schon einmal am Meer war, hat bereits eine Kegelschnecke gesehen. Sie leben eigentlich im Meer und werden wegen ihres hübschen Gehäuses gerne von Schnorchlern oder Tauchern eingesammelt. Doch ein Stich reicht aus, um ein Menschenleben durch Ersticken zu beenden. Und ein Gegengift gibt es bisher nicht. Eine Faustregel besagt, dass meist die Schnecken mit einem schönen Gehäuse besonders giftig sind. Doch es gibt Entwarnung: Zwar sind Kegelschnecken in allen Weltmeeren verbreitet. Die für den Menschen gefährlichen Vertreter leben jedoch im Indopazifik, die wenigen im Mittelmeer vorkommenden sind für den Menschen harmlos. Pro Jahr geht man von etwa 10.000 Todesopfern aus. Eine weitere Schneckenart, die Süßwasserschnecke, ist mit 10.000 bis 20.000 Toten pro Jahr eine Gefahr für den Menschen. Sie überträgt die Wurmerkrankung Schistosomiasis. © Pond5/Imago
Eine Mücke sitzt auf menschlicher Haut und sticht.
Mücken rauben uns nicht nur den Schlaf, sondern können auch lebensbedrohlich sein. Sie übertragen beispielsweise Malaria, das Zikavirus oder das Dengue-Fieber, an dem jährlich Hunderttausende sterben. Damit gelten Mücken als die tödlichsten Tiere der Welt. Dabei sind nicht die Insekten selbst die Gefahr, sondern die Krankheiten, die sie beim Blutsaugen an infizierten Menschen oder Tieren aufnehmen und weiterübertragen. Auch ein Stich der Tsetsefliege endet oft tödlich: Er löst die Schlafkrankheit aus, der in Afrika jedes Jahr 10.000 Menschen zum Opfer fallen. Hierzulande steigt mit dem Klimawandel auch das Risiko, durch die Blutsauger mit einer lebensgefährlichen Krankheit infiziert zu werden. Die Asiatische Tigermücke (siehe Foto), die Bill Gates einst als „tödlichstes Tier der Welt“ bezeichnete, breitet sich seit Jahren auch in Deutschland aus. © Zoonar/Imago
Bandwurm mit Haken und Saugnäpfen, die sich an den Darm des Wirts anheften.
Er ist winzig, fast unsichtbar. Und doch ist dieser Darmparasit, wie hier als computergenerierte Grafik zu sehen, eine weitaus größere Gefahr als die meisten Wildtiere: der Bandwurm. Besonders der Fuchsbandwurm kann dem Menschen gefährlich werden. Dabei sind es nicht einmal die erwachsenen Würmer, die eine tödliche Bedrohung darstellen, sondern ihre Larven. Sie wandern, nachdem sie geschlüpft sind, in die anderen Organe, auch in Gehirn, Lunge, Milz und Herz. Dort verursachen sie die sogenannte alveoläre Echinokokkose, eine Erkrankung, die unbehandelt meist tödlich endet. Weltweit infizieren verschiedene Bandwurmarten jährlich etwa 10 Millionen Menschen, rund 2000 versterben dadurch. Die Übertragung findet durch den direkten Kontakt mit den Wurmeiern statt. © Science Photo Library/Imago
Mikroskopische Aufnahme eines Hakenwurms.
Ein weiterer Wurm, der Hakenwurm, stellt ein großes Sicherheitsrisiko dar. Jährlich sind etwa 900 Millionen Menschen von einer Infektion betroffen, bis zu 60.000 sterben daran. Die Gefahr ist in den Tropen und Subtropen am größten: Dort bohren sich die Parasiten, meist über die Füße, in den Körper und gelangen so in den Blutkreislauf. Über die Lungen landen sie in den menschlichen Bronchien, verursachen einen Hustenreiz, werden ausgehustet und durch das Herunterschlucken kommen sie schließlich in den Darm. Dort klammern sie sich fest und ernähren sich vom Blut ihres Wirtes. Infolge kommt es beim Wirt zu Abgespanntheit, Müdigkeit, Bewusstlosigkeit, Depression und Apathie und unbehandelt schließlich zu Herzversagen und zum Tod. Auch der Spulwurm ist für rund 2500 Todesfälle pro Jahr verantwortlich. © Pond5/Imago
Ein Salzwasserkrokodil schwimmt mit geöffnetem Maul über Seegras.
Geschätzte 1000 Menschenleben gehen jedes Jahr auf das Konto von Krokodilen. Neben dem Salzwasser- und dem Nilkrokodil gilt das Leistenkrokodil mit einer gewaltigen Größe von bis zu fünf Metern als das gefährlichste Krokodil überhaupt. Etwa die Hälfte der Angriffe auf Menschen, größtenteils Fischer, wird ihnen zugeschrieben. Die tödliche Waffe der Reptilien ist ihr Gebiss. Sie besitzen messerscharfe Zähne, die oben und unten perfekt zusammenpassen, wenn sie das Maul schließen. Ihre kräftige Muskulatur sorgt für eine unglaubliche Beißkraft von bis zu 1,3 Tonnen. Nicht umsonst sagt man Krokodilen nach, einen der tödlichsten Bisse zu haben: Mit einem Happen reißen sie Menschen mühelos in zwei Teile. © StockTrek Images/Imago
Eine Gruppe von Flusspferden badet in schlammfarbenem Wasser.
Sie sehen unbeholfen und schwerfällig aus, finden die meisten. Vom Gegenteil überzeugen uns Flusspferde, wenn sie anfangen zu rennen. Unter ihren Beinen erzittert der Boden, sobald sie sich in Bewegung setzen. Dringt man in ihr Revier ein, reagieren Flusspferde äußerst aggressiv. In Afrika werden sie vor Löwe und Tiger für rund 500 Tote pro Jahr verantwortlich gemacht. © Panthermedia/Imago
Ein Elefant steht hinter einem Elektrozaun.
Ähnlich gefährlich sind die grauen Dickhäuter. Doch im Gegensatz zu Flusspferden passieren die meisten tödlichen Unfälle mit Elefanten in Gefangenschaft. Laut der European Elephant Group (EEG) gelten sie haltungsbedingt als das gefährlichste Wildtier in Menschenhand. Seit 1982 starben in Zoos rund 40 Menschen durch Elefantenangriffe, mehr als 50 wurden verletzt, davon 20 Personen schwer. Es ist vor allem ihre Größe und die damit einhergehende Kraft, die Elefanten zu einer Gefahr für Menschen macht. Weitaus gefährlicher noch als Kühe sind die Elefantenbullen. In freier Wildbahn hingegen gehen die Rüsseltiere den Menschen bevorzugt aus dem Weg. © Thomas Eisenhuth/Imago

Die letzte Wahl: liebevoll abwägen

Die Sehnsucht, einem verletzten Tier zu helfen, ist verständlich. Doch bevor die Koffer gepackt werden und ein Tier mitgenommen wird, sollten Tierliebe und die tierschützenden Rechte gegeneinander abgewogen werden. Letztendlich zählt das Wohl der Tiere, die wir lieben und schützen wollen. Dazu Jana Hoger, Fachreferentin für tierische Mitbewohner bei PETA: „Tierschutz und Tieren zu helfen ist immens wichtig, vor allem wenn man sich dem Leid der Tiere in vielen Urlaubsregionen bewusst wird. Doch Vorsicht ist immer besser als Nachsicht. Zollkontrollen können teuer werden und schlimmstenfalls dazu führen, dass der gerettete Vierbeiner für Wochen in Quarantäne sitzen muss. Eine gelungene Tierrettung verändert zwar nicht die Welt – jedoch die Welt dieses einen Lebewesens und unseres gleich mit.“

Wer selbst kein Tier adoptieren kann, aber den Tieren im Urlaubsort trotzdem helfen möchte, dem bietet sich die Möglichkeit, vor Ort arbeitende Tierschutzvereine finanziell, beispielsweise bei Kastrationskampagnen oder mit medizinischer Hilfe zu unterstützen.

Rubriklistenbild: © Panthermedia/Imago

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