VonSebastian Oppenheimerschließen
Elektroautos sind aktuell Ladenhüter. In Deutschland stehen laut einem Experten mehrere zehntausend Stromer auf Halde. Rabatte dürften wohl die Folge sein.
Für den Elektroauto-Absatz in Deutschland war das überraschende Ende der Förderung durch den Umweltbonus im Dezember 2023 ein schwerer Schlag. Seitdem verkaufen sich die Stromer schleppend – Autohändler hatten bereits zu Beginn des Jahres über einen schlechten Bestelleingang bei E-Autos geklagt. Laut einer Analyse von Chemnitzer Autoexperten stehen in Deutschland Zehntausende Elektroautos auf Halde. Im vergangenen Jahr habe es einen Rekordwert bei nicht verkauften Fahrzeugen gegeben, erklärte Automobilforscher Werner Olle. Den Überhang bezifferte er auf rund 100.000 E-Autos.
Gestrichene E-Auto-Förderung lässt Absatz einbrechen
Statt in den Garagen von Kunden, stünden viele E-Autos nun auf Parkplätzen in Werksnähe, bei Händlern oder in Häfen. Das betreffe Fahrzeuge deutscher Hersteller ebenso wie Importe. Hintergrund sei das abrupte Ende der E-Auto-Förderung, unter der die Inlandsnachfrage gelitten habe. Allerdings gibt es noch eine Reihe von weiteren Gründen, die Kunden momentan mit dem Kauf zögern lassen – etwa den massiven Wertverlust von gebrauchten Elektroautos. Auch große Autovermieter, wie beispielsweise Sixt, haben große E-Auto-Pläne eingestampft – unter anderem, weil die Nachfrage der Kunden geringer war, als erwartet. Und weil Reparaturen an Stromern sehr teuer werden können.
Export von Elektroautos nahm im vergangenen Jahr stark zu
Das Statistische Bundesamt hatte im Mai berichtet, dass der Export von E-Autos im vergangenen Jahr stark zugelegt habe. Demnach waren 786.000 solcher Fahrzeuge im Wert von 36 Milliarden Euro exportiert worden. Das war ein Plus von 58 Prozent. Damit hatte jeder vierte aus Deutschland ins Ausland verkaufte Neuwagen reinen Elektroantrieb. „Das Exportventil kann nicht alle Wunden heilen“, warnte Experte Olle. Die Produktion auf Halde sei teuer und könne nur mit Rabatten abgebaut werden. Die Zahlen zeigten eine weitgehende Entkopplung zwischen Produktion und Inlandsnachfrage.
Top 10 Neuzulassungen: Die beliebtesten Elektroautos der Deutschen im Jahr 2023




Anmerkung der Redaktion: Dieser Text ist bereits in der Vergangenheit erschienen. Er hat viele Leserinnen und Leser besonders interessiert. Deshalb bieten wir ihn erneut an.
Umstieg auf E-Mobilität wird laut einer Studie auch durch die Autobauer selbst gebremst
Allerdings zeigte eine Studie kürzlich, dass die Autobauer den Umstieg auf die Elektromobilität teils auch selbst ausbremsen. Besonders die japanischen Hersteller setzten sich am härtesten dagegen ein – wohl vor allem, weil sie schlecht auf die E-Mobilität vorbereitet seien. Gerade erst kündigten die drei Marken Toyota, Mazda und Subaru an, eine neue Generation von Verbrennungsmotoren entwickeln zu wollen. Die neuen Aggregate sollen sowohl mit „herkömmlichem“ Treibstoff als auch mit flüssigem Wasserstoff, Biosprit und E-Fuels betrieben werden können. Ein Starttermin für die neue Motorengeneration wurde allerdings noch nicht genannt. (Mit Material der dpa)
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