Untersuchung offenbart: Duschen, Kochen und Sport können Long-Covid-Symptome verschlechtern
VonJuliane Gutmann
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Britische Experten haben analysiert, wie unterschiedliche Aktivitäten die Anzeichen von Long Covid verändern. Diejenigen, die sich nicht überfordern, zeigen weniger Komplikationen.
Post Covid und Long Covid führen zu anhaltenden Symptomen wie Fatigue und Atemnot auch Wochen und Monate nach einer Covid-19-Infektion. Eine Studie der University of Leeds lieferte nun Erkenntnisse darüber, wie unterschiedliche Aktivitäten die Symptome beeinflussen können. „Kognitive, soziale, selbstpflegerische und körperliche Aktivitäten lösten bei allen Symptomen einen erhöhten Schweregrad aus“, schreiben die Studienautoren. Die Forschungsergebnisse würden den Betroffenen zudem aufzeigen, wie wichtig ein angepasster Alltag in Hinblick auf ihre Beschwerden ist.
Folgen von anstrengenden Tätigkeiten auf Covid-19-Symptome
Die Forscher konnten die Daten von 376 Long-Covid-Patienten auswerten. Sie erfassten dafür über 24 Tage hinweg alle drei Stunden deren Aktivitäten und Symptomschwere. Ziel war es, die Auswirkungen von körperlichen, kognitiven und sozialen Anstrengungen auf die Symptome zu analysieren. Dabei wurden mehrere Long-Covid-Kernsymptome berücksichtigt, darunter Kurzatmigkeit, Fatigue, Schmerzen, Unwohlsein, Schwindel, Herzklopfen, Angst, Depression und kognitive Dysfunktion.
Die Studie ergab, dass alle Arten von Anstrengungen die Symptome von Long Covid verschlimmern können. Besonders Fatigue nahm nach starker körperlicher Anstrengung um 1,8 Punkte auf einer Skala von 1 bis 10 zu, während starke kognitive Anstrengungen die Fatigue um 1,5 Punkte erhöhten. Auch andere Symptome wie Herzklopfen und Schwindel wurden verstärkt. Interessanterweise zeigten sich die Auswirkungen nicht nur unmittelbar, sondern auch noch Stunden später und sogar am nächsten Tag, wenn es sich um als stark beanspruchend empfundene Aktivitäten handelte. Soziale Aktivitäten am Vortag waren beispielsweise mit erhöhter Fatigue am nächsten Tag verbunden. Wie das Ärzteblatt weiter informiert, können auch Aktivitäten der Selbstfürsorge wie Essen kochen und duschen am Folgetag das Risiko für Fatigue und mehr Herzklopfen verstärken.
Long Covid? Alltag anpassen, auch wenn man auf Widerstände stößt
Diese Erkenntnisse verdeutlichen die Notwendigkeit, den Alltag von Long-Covid-Patienten entsprechend anzupassen. Betroffene sollten ihre Tagesabläufe und Arbeitszeiten so gestalten, dass sie Anstrengungen minimieren und Erholungsphasen einplanen können. Die Forscher empfehlen Anpassungen in Beruf und Schule, um Verschlechterungen zu vermeiden, auch wenn man dadurch auf Widerstände stößt. Getreu dem Motto: Gesundheit geht immer vor. Abschließend betonen die Wissenschaftler die Notwendigkeit weiterer Forschung, um therapeutische Ansätze zu entwickeln, die das Leben von Long-Covid-Patienten verbessern.
Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion nicht beantwortet werden.