Wenn die Sorgen zu groß werden

Bin ich betroffen? Anzeichen und Behandlung von Angststörungen

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Anhaltende Sorgen und Nervosität können Anzeichen einer Angststörung sein. Erfahren Sie, wann diese Gefühle krankhaft werden.

Psychische Störungen wie Sucht, Essstörungen, Depressionen und Angststörungen gehören zu den häufigsten diagnostizierten Krankheiten, so die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde e.V. (dgppn). Jährlich sind in Deutschland nach Angaben der dgppn etwa 27,8 Prozent der erwachsenen Bevölkerung von einer psychischen Erkrankung betroffen, das entspricht rund 17,8 Millionen Menschen.

Angststörung: Wenn der Alltag nicht mehr zu bewältigen ist

Angststörungen, Depressionen und Störungen durch Alkohol- oder Medikamentenmissbrauch gehören zu den häufigsten Krankheitsbildern, so der Verein weiter. Angststörungen sind die am häufigsten auftretenden psychischen Erkrankungen. Laut dgppn machen Angststörungen wie Panikattacken, Platzangst usw. 15,4 Prozent der Diagnosen aus. Je nach Schwere der psychischen Erkrankung können die Ängste so intensiv sein, dass ein normales Alltagsleben nicht mehr möglich ist.

Wer angstauslösende Situationen meidet und sich immer mehr sozial isoliert, könnte an einer Angststörung leiden.

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Wie kann man feststellen, ob man selbst von einer Angststörung betroffen ist? Die Symptome können sehr unterschiedlich sein. Ständige Sorgen, Unruhegefühle, endlose Gedankenschleifen und übermäßige Nervosität können Hinweise sein. Auch körperliche Symptome wie Herzklopfen und Atemnot können auf eine pathologische Angststörung hindeuten. Zu den typischen körperlichen Angstsymptomen gehören auch Schweißausbrüche und Schwindel, wie die Schön Klinik Gruppe berichtet. Darüber hinaus berichten Betroffene über Übelkeit, Zittern, einem Druckgefühl in der Brust oder im Kopf.

Aber wann ist man ernsthaft krank und sollte professionelle Hilfe in Anspruch nehmen?

Die Lebensqualität der Patienten leidet stark, sie ziehen sich immer mehr zurück und oft treten auch Probleme in der Partnerschaft und im Berufsleben auf. Wer seit mehreren Wochen unter den beschriebenen Symptomen leidet, sollte einen Therapeuten oder Arzt aufsuchen. Je früher eine Angststörung diagnostiziert wird, desto besser sind die Heilungsaussichten. Wenn sich die psychische Erkrankung jedoch über Jahre hinweg festgesetzt hat, ist der Weg zur Genesung in der Regel länger.

Depression bis Alkoholsucht: Die häufigsten psychischen Krankheiten im Überblick – Jeder dritte ist betroffen

Eine Frau hält ein gefülltes Sektglas in ihrer Hand.
Alkoholsucht zählt zu den am dritthäufigsten diagnostizierten psychischen Leiden. Mit der Medikamentenabhängigkeit zusammen entfallen 5,7 Prozent der Diagnosen auf die Alkoholabhängigkeit. Etwa jeder siebte Erwachsene trinkt Alkohol in gesundheitlich riskanten Mengen. Damit ist Alkohol nach Nikotin das häufigste Suchtmittel in Deutschland, so die Bundes Psychotherapeuten Kammer. 1,8 Millionen Menschen gelten als alkoholabhängig, weitere 1,6 Millionen trinken Alkohol in schädlichen Mengen, heißt es weiter. (Symbolbild) © Bode/Imago
Medikamentensucht bei Senioren
Neben der Alkoholsucht zählt die Medikamenten-Abhängigkeit zu den am dritthäufigsten verbreiteten psychischen Erkrankungen in Deutschland.  © Jens Kalaene/dpa
Frau schaut aus Fenster
Die sogenannten affektiven Störungen zählen zu den psychischen Erkrankungen, die am zweithäufigsten in Deutschland vorkommen. Die Depression ist wohl der bekannteste Vertreter aus dieser Gruppe. Der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde e.V. (dgppn) zufolge, entfallen fast 10 Prozent der Diagnosen auf diese Krankheitsgruppe. Alleine 8,2 Prozent sind von einer unipolaren Depression betroffen. Depressionen gehören damit zu den häufigsten psychischen Erkrankungen. Rund 16 Prozent der Bevölkerung leiden mindestens einmal in ihrem Leben an einer depressiven Störung, innerhalb eines Jahres sind es ungefähr 8 Prozent, informiert die Bundes Psychotherapeuten Kammer. (Symbolbild) © Fabian Sommer/dpa
Junge Frau vor dem Schrankspiegel
Angststörungen sind am weitesten verbreitet. Der dgppn zufolge entfallen 15,4 der Diagnosen auf Angststörungen wie Panikattacken, Angst vor weiten Plätzen etc. Bei Betroffenen ist das Angstgefühl so übermächtig, dass es den Alltag immens einschränkt. Beschwerden wie Herzrasen, Schwitzen und Zittern zählen zu den Symptomen einer Angststörung. (Symbolbild) © Imago
Frau mit Maßband in der Hand
Essstörungen wie Bulimie oder Magersucht sind zwar insgesamt gesehen weniger weit verbreitet als oben genannte Krankheiten. Doch in der weiblichen Bevölkerung zwischen Pubertät und dem 30. Lebensjahr gehören die Essstörungen zu den häufigen psychischen Erkrankungen, informiert die Bundes Psychotherapeuten Kammer. Etwa ein Prozent der Frauen erkrankt während ihres Lebens an einer Magersucht, rund zwei Prozent leiden im Laufe ihres Lebens an einer Bulimie. (Symbolbild) © Sergiy Tryapitsyn/Imago

Wann wird Angst zur Krankheit? Es gibt eine Reihe von Indikatoren, die Psychotherapeuten und Fachärzten Hinweise darauf geben, ob eine Angststörung vorliegt. Dazu gehören unter anderem folgende Fragen, die Betroffene mit „Ja“ beantworten:

  • Konnten Sie in den letzten zwei Wochen fast jeden Tag Ihre Sorgen nicht stoppen oder kontrollieren?
  • Hatten Sie in den letzten Wochen fast jeden Tag Schwierigkeiten, sich zu entspannen?
  • Hatten Sie in den letzten Wochen fast jeden Tag Angst, dass etwas Schlimmes passiert?
  • Fühlten Sie sich in den letzten zwei Wochen sehr oft unruhig?
  • Waren Sie in den letzten Wochen fast jeden Tag gereizt und schnell verärgert?

Sie sind depressiv? Bei der Telefon-Seelsorge bekommen Sie rund um die Uhr Hilfe – an jedem Tag im Jahr: Rufen Sie 0800 1110111 oder 0800 1110222 an. Der Anruf ist kostenfrei. Ihre Telefonnummer wird nicht übertragen und Sie müssen Ihren Namen nicht sagen. Das Gespräch dauert so lange wie nötig.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren nicht beantwortet werden.

Rubriklistenbild: © Imago

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