Betrug im Internet

„Unwiederbringlich verloren“: Experten alarmieren mit Liste vor Betrugsgeschäften

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Wenn im Netz unglaublich preiswerte Offerten auftauchen, ist Vorsicht geboten. Verbraucherschützer sehen einen Zuwachs beim Online-Betrug.

Kassel – Die Weihnachtszeit naht und viele Verbraucher stöbern im Internet nach Schnäppchen. Dabei ist laut Verbraucherschützern allerdings höchste Vorsicht geboten. Sogenannte Fake-Firmen scheinen wie Pilze aus dem Boden zu schießen, so die Experten. Wer diesen Firmen sein Geld gibt, bekommt es nur äußerst selten zurück. Die Verbraucherzentrale Hamburg hat eine Liste mit betrügerischen Firmen veröffentlicht. Auch per Telefon erschleichen sich Betrüger immer wieder Geld.

Die Experten warnen in ihrer „Fake-Shop“-Liste vor „Online-Shops, die vorgeben, Waren zu verkaufen“, die dann aber die Ware nicht liefern. Oftmals handele es sich dabei um Betrugsmaschen von Anbietern, die über kein Impressum verfügen, nur Vorkasse oder Kreditkarte als Zahlungsweise akzeptieren, oder bei der Zahlung via PayPal nur „Geld an Freunde und Bekannte senden“ akzeptieren. In jedem Fall ist das Geld weg, und die Handhabe der geprellten Kunden gegenüber den oftmals namenlosen Betrügern sehr gering.

Virtuelle Kreditkarten eigenen sich ideal zum Online-Shopping.

Diese Tipps gegen Betrug in Fake-Shops geben Experten:

  1. Misstrauisch sein bei Preisen, die sonst nirgendwo anders im Internet zu finden sind
  2. Sich fragen, wie diese extrem billigen Preise zustande kommen
  3. Impressum checken: Wenn dort wichtige Angaben fehlen, handelt es sich nicht um einen seriösen Anbieter
  4. Im Registerportal nachsehen, ob die Firma auch wirklich mit der angegebenen Nummer eingetragen ist. Die Verbraucherzentrale rät: in das vorgegebene Feld nur die Nummer ohne den Zusatz „HRB“ eingeben. Ist die Registernummer eines Online-Shops falsch, sollte man die Finger davon lassen
  5. Gütesiegel anklicken: Gütesiegeln wie beispielsweise Safer Shopping und Trusted Shops könnten Verbraucher grundsätzlich vertrauen, so die Verbraucherzentrale. Allerdings sollte man bei Online-Shops, die diese Siegel führen, auch immer auf die Abzeichen klicken, um zu sehen, ob der Link auch wirklich funktioniert.

Betrug in Fake-Shops: Strafanzeige bei der Polizei stellen

Wer doch einmal auf einen betrügerischen Online-Handel hereinfällt und Geld überweist, sollte sich danach direkt mit seinem Kreditinstitut in Verbindung setzen, so die Verbraucherzentrale. „Erstatten Sie zudem umgehend Strafanzeige bei der Polizei“, raten die Experten. Auch beim Online-Banking selbst können Kunden in die Fallen von Betrügern tappen.

Gerade Spirituosen oder etwa Sekt seien Artikel, die in der Vorweihnachtszeit und vor dem Jahreswechsel verstärkt nachgefragt werden, so die Hamburger Morgenpost. Es gebe viele Betrüger, die sich dieses Kaufinteresse zunutze machten und Käufer hereinlegten. „Geleistete Zahlungen sind unwiederbringlich verloren“, zitiert das Blatt Verbraucherschützerin Julia Rehberg.

Auch bei PayPal-Gastkonten ist Vorsicht geboten – auch sie sind Ziel von Betrügern. (BeBau)

Rubriklistenbild: © HalfPoint Images/Imago

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