Auswertung der KBA-Daten

Rückrufe der Auto-Hersteller: Diese Bauteile machen am meisten Ärger

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Nahezu täglich verkünden Autobauer Rückrufaktionen. Mehr als 13.500 waren es im vergangenen Jahr in Deutschland. Eine Auswertung zeigt die häufigsten Gründe.

Eine Rückrufaktion ist für einen Autohersteller immer ein Ärgernis – denn diese kann, je nach Umfang, mit sehr hohen Kosten verbunden sein. Mercedes beispielsweise erwischte es zuletzt gleich mehrfach: Unter anderem musste der Stuttgarter Autobauer 340.000 Fahrzeuge wegen Brandgefahr in die Werkstätten beordern, kurz darauf rief Mercedes 260.000 Modelle wegen eines Softwarefehlers im Getriebesteuergerät zurück. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr mehr als 13.500 Rückrufaktionen in der Rückrufdatenbank des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) registriert. Doch welche Teile verursachten die meisten Probleme?

Mehr als 13.500 Auto-Rückrufe wurden im Jahr 2023 laut einer Auswertung in der KBA-Datenbank registriert. (Symbolbild)

Rückrufe der Autohersteller: Das sind die Top-3-Gründe

Die Allianz Direct Versicherung hat die Rückruf-Daten des vergangenen Jahres ausgewertet. Dabei kam heraus, dass der mit Abstand größte Teil der Rückrufe (37,4 Prozent) auf defekte Fahrzeugteile oder -komponenten entfiel. Auf dem zweiten Platz landeten falsch eingebaute Fahrzeugteile, die für rund 13,2 Prozent der Rückrufe verantwortlich waren. Nochmals mit deutlichem Abstand folgen für Rückrufe verantwortliches Zubehör und Zusatzausstattung (5,6 Prozent).

Lieblingsautos der Deutschen in 2023: An Volkswagen führt kein Weg vorbei

Der Škoda Octavia RS als Limousine und Combi.
Platz 10 – Škoda Octavia: Der Kompaktwagen der Tschechen ist neu in den Top-10 und zeitgleich der erste Vertreter der Volkswagen Gruppe. Insgesamt wurde der Octavia vierten Generation 2023 41.819 Mal verkauft. Im Frühjahr 2024 erhält das 2019 vorgestellte Fahrzeug von Škoda ein Update. © Škoda
Mercedes-AMG C 63 S E PERFORMANCE als Coupe und T-Modell.
Platz 9 – Mercedes-Benz C-Klasse: Ebenfalls neu dabei ist die C-Klasse von Mercedes-Benz. Die fünfte Generation des Bestsellera aus Stuttgart kam 2021 auf den Markt. 2023 setzte Mercedes-Benz 44.257 Fahrzeuge ab. © Mercedes-Benz AG
Tesla Model Y.
Platz 8 – Tesla Model Y: Weltweit ist das Elektroauto aus den USA eines der am meist vekauftesten Autos überhaupt. Auch in Deutschland ist das SUV sehr beleibt. Tesla verkaufte in 2023 45.818 Exemplare. Im Vergleich zu 2022 verbesserte sich das Model Y um drei Positionen. © Roland Weihrauch/dpa
Mini Cooper
Platz 7 – Mini Cooper: Das Kultauto der BMW-Tochter kommt auch bei den Deutschen gut an – auch als Stromer. Allerdings nicht mehr so gut, wie noch 2022. Mit 45.938 Neuzulassungen rutscht der Mini im Ranking auf Platz sieben. © Bernhard Filser/BMW Group
Fiat 500 vor rotem Hintergrund.
Platz 6 – Fiat 500: Klein, aber oho. Die Knutschkugel aus Italien lässt auch hierzulande die Herzen schmelzen. 2023 verkaufte sich der Fiat 500 ganze 47.166-mal. © Max Sarotto/Stellantis
VW Passat
Platz 5 – VW Passat: Wer viel Platz sucht, der kommt kaum um den Allrounder aus Wolfsburg herum. Das zeigt sich auch bei den Verkaufszahlen: 47,494 Abnehmer fand der VW Passat. Seit 1973 leistet der Passat nicht nur Familien treue Dienste. 2023 ging die inzwischen neunte Generation an den Start, die es nur noch als Kombi gibt. © Volkswagen
Opel Corsa
Platz 4 – Opel Corsa: Mit 53.669 Exemplaren erfreut sich der Kleinwagen aus Rüsselsheim großer Beliebtheit. Fürs Podium reicht es aber leider nicht. Dennoch konnte sich der Opel Corsa um einen Platz verbessern. © Stellantis
VW Tiguan
Platz 3 – VW Tiguan: Der erste Podiumsplatz geht nach Wolfsburg. Der Tiguan verkaufte sich in 2023 63.958-mal. Besonders beliebt war der SUV bei Unternehmen, auf die drei Viertel der Zulassungen entfielen. © Volkswagen
VW T-Roc.
Platz 2 – VW T-Roc: Noch beliebter als der Tiguan war der T-Roc. VW verkaufte von dem Mini-SUV insgesamt 68.678 Exemplare. Das sind 17 Prozent mehr als 2022. Entsprechend verbesserte sich der T-Roc auf Platz zwei. © Uli Sonntag/VW
VW Golf
Platz 1 – VW Golf: Es kann nur einen geben! Und das ist – wie sollte es auch anders sein – der VW Golf. Der Dauerbrenner aus Wolfsburg war auch 2023 wieder das Lieblingsauto der Deutschen. 81.117 Fahrzeuge setzte Volkswagen ab. Vier Prozent weniger als noch 2022. Aber auch hier steht bekanntlich 2024 ein Facelift ins Haus. © Ingo Barenschee/Volkswagen

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Defekte Bauteile: Welche sind besonders oft für Rückrufe verantwortlich?

Nachdem für fast 40 Prozent der Rückrufe defekte Bauteile ursächlich waren, wurde ebenfalls analysiert, welche davon im Fahrzeug die meisten Probleme verursachen. Laut der Auswertung waren die Airbags für die meisten Rückrufe verantwortlich. Der Münchner Autobauer BMW beispielsweise musste vor kurzem 250.000 Autos wegen Airbag-Problemen zurückrufen. Hier eine Auflistung der zehn Bauteile, die zu den meisten Rückrufen führten:

BauteilProzentualer Anteil an den Gesamt-Rückrufen (Anzahl)
1. Airbags10,5 Prozent (1.358)
2. Motor 8,95 Prozent (1.210)
3. Differentialgetriebe7,07 Prozent (956)
4. Federung2,91 Prozent (393)
5. Radio2,71 Prozent (366)
6. Sicherheitsgurte2,66 Prozent (360)
7. Autogetriebe2,09 Prozent (283)
8. Batterie1,90 Prozent (257)
9. Reifen1,83 Prozent (248)
10. Kraftstoffpumpe1,74 Prozent (235)

Wichtig für Autobesitzer: Ein Rückruf-Schreiben an den Halter ist keinesfalls als Empfehlung zu verstehen – es handelt sich dabei um eine verbindliche Aufforderung. Kommt der Halter dieser Aufforderung nicht nach, kann das Auto stillgelegt werden. Allerdings bekommen Kunden nicht in jedem Fall mit, wenn an ihrem Fahrzeug ein Mangel behoben wird. Bei einem sogenannten „stillen Rückruf“, bei dem es sich im Prinzip um eine freiwillige Serviceaktion des Herstellers handelt, werden nicht sicherheitsrelevante Mängel an Fahrzeugmodellen – beispielsweise im Zuge einer Inspektion – behoben.

Rubriklistenbild: © YAY Images/Imago

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