VonSebastian Oppenheimerschließen
Nahezu täglich verkünden Autobauer Rückrufaktionen. Mehr als 13.500 waren es im vergangenen Jahr in Deutschland. Eine Auswertung zeigt die häufigsten Gründe.
Eine Rückrufaktion ist für einen Autohersteller immer ein Ärgernis – denn diese kann, je nach Umfang, mit sehr hohen Kosten verbunden sein. Mercedes beispielsweise erwischte es zuletzt gleich mehrfach: Unter anderem musste der Stuttgarter Autobauer 340.000 Fahrzeuge wegen Brandgefahr in die Werkstätten beordern, kurz darauf rief Mercedes 260.000 Modelle wegen eines Softwarefehlers im Getriebesteuergerät zurück. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr mehr als 13.500 Rückrufaktionen in der Rückrufdatenbank des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) registriert. Doch welche Teile verursachten die meisten Probleme?
Rückrufe der Autohersteller: Das sind die Top-3-Gründe
Die Allianz Direct Versicherung hat die Rückruf-Daten des vergangenen Jahres ausgewertet. Dabei kam heraus, dass der mit Abstand größte Teil der Rückrufe (37,4 Prozent) auf defekte Fahrzeugteile oder -komponenten entfiel. Auf dem zweiten Platz landeten falsch eingebaute Fahrzeugteile, die für rund 13,2 Prozent der Rückrufe verantwortlich waren. Nochmals mit deutlichem Abstand folgen für Rückrufe verantwortliches Zubehör und Zusatzausstattung (5,6 Prozent).
Lieblingsautos der Deutschen in 2023: An Volkswagen führt kein Weg vorbei




Noch mehr spannende Auto-Themen finden Sie im kostenlosen Newsletter unseres Partners 24auto.de.
Defekte Bauteile: Welche sind besonders oft für Rückrufe verantwortlich?
Nachdem für fast 40 Prozent der Rückrufe defekte Bauteile ursächlich waren, wurde ebenfalls analysiert, welche davon im Fahrzeug die meisten Probleme verursachen. Laut der Auswertung waren die Airbags für die meisten Rückrufe verantwortlich. Der Münchner Autobauer BMW beispielsweise musste vor kurzem 250.000 Autos wegen Airbag-Problemen zurückrufen. Hier eine Auflistung der zehn Bauteile, die zu den meisten Rückrufen führten:
| Bauteil | Prozentualer Anteil an den Gesamt-Rückrufen (Anzahl) |
|---|---|
| 1. Airbags | 10,5 Prozent (1.358) |
| 2. Motor | 8,95 Prozent (1.210) |
| 3. Differentialgetriebe | 7,07 Prozent (956) |
| 4. Federung | 2,91 Prozent (393) |
| 5. Radio | 2,71 Prozent (366) |
| 6. Sicherheitsgurte | 2,66 Prozent (360) |
| 7. Autogetriebe | 2,09 Prozent (283) |
| 8. Batterie | 1,90 Prozent (257) |
| 9. Reifen | 1,83 Prozent (248) |
| 10. Kraftstoffpumpe | 1,74 Prozent (235) |
Wichtig für Autobesitzer: Ein Rückruf-Schreiben an den Halter ist keinesfalls als Empfehlung zu verstehen – es handelt sich dabei um eine verbindliche Aufforderung. Kommt der Halter dieser Aufforderung nicht nach, kann das Auto stillgelegt werden. Allerdings bekommen Kunden nicht in jedem Fall mit, wenn an ihrem Fahrzeug ein Mangel behoben wird. Bei einem sogenannten „stillen Rückruf“, bei dem es sich im Prinzip um eine freiwillige Serviceaktion des Herstellers handelt, werden nicht sicherheitsrelevante Mängel an Fahrzeugmodellen – beispielsweise im Zuge einer Inspektion – behoben.
Rubriklistenbild: © YAY Images/Imago

