VonRobin Dittrichschließen
Wenige Themen werden deutschlandweit so scharf diskutiert wie der Rundfunkbeitrag. In einer Insa-Umfrage lehnt ein Großteil eine Erhöhung ab.
München – Der Rundfunkbeitrag stieg zuletzt im Jahr 2021. Diskutiert wurde sogar eine deutliche Erhöhung in den kommenden Jahren. Laut einer Insa-Umfrage im Auftrag der Bild-Zeitung findet eine Mehrheit der Befragten in Deutschland den Rundfunkbeitrag jedoch ohnehin schon zu hoch.
Ist der Rundfunkbeitrag zu hoch? Mehrheit ist gegen eine Erhöhung
Seit Mitte 2021 liegt der Rundfunkbeitrag bei 18,36 Euro. Im März 2023 kam ein Geheimplan der ARD auf, nachdem der Rundfunkbeitrag ab 2025 auf über 20 Euro steigen soll. Sogar Erhöhungen auf knapp über 25 Euro sollen demnach drin sein, wenn es nach den Plänen geht. Der ARD-Vorsitzende Kai Gniffke kündigte an: „Wir werden für eine Beitragserhöhung kämpfen.“ Menschen in Deutschland dürften von diesem Vorhaben jedoch wenig halten. In der Insa-Umfrage gaben 78 Prozent der Befragten an, gegen eine Erhöhung des Rundfunkbeitrages zu sein.
Nur 13 Prozent sollen demnach eine Erhöhung des Rundfunkbeitrages als richtig ansehen. 38 Prozent der Befragten gaben sogar an, ohnehin gar kein Geld für den Rundfunkbeitrag ausgeben zu wollen. Eine Vielzahl hätte nichts dagegen, wenn die monatlichen Beträge deutlich niedriger wären als aktuell. Wie die Umfrage ergab, ist nur elf Prozent das Angebot der Öffentlich-Rechtlichen mehr als 15 Euro wert. 18 Prozent fänden einen Beitrag zwischen 5 und 10 Euro als angemessen.
Nächste Erhöhung des Rundfunkbeitrages könnte bereits 2025 kommen
Die aktuelle Beitragsperiode des Rundfunkbeitrages läuft noch bis Ende des Jahres 2024. Ob der Beitrag dann auf über 20 Euro steigt, ist noch offen. Bei der letzten Erhöhung stieg dieser um 86 Cent, davor sank er sogar um fast 50 Cent. Ob eine deutliche Erhöhung des Rundfunkbeitrages nötig ist, ist fraglich. Die Gesamterträge für ARD, ZDF und Deutschlandradio sowie die Medienregulierer lagen 2022 bei rund 8,57 Milliarden Euro, 2021 waren es noch 8,42 Milliarden Euro.
So viel würden Menschen in Deutschland für den Rundfunkbeitrag bezahlen:
- 38 Prozent wollen gar keinen Rundfunkbeitrag zahlen
- 14 Prozent würden weniger als fünf Euro bezahlen
- 18 Prozent fänden einen Rundfunkbeitrag zwischen fünf und zehn Euro akzeptabel
- 11 Prozent wollen weniger als 15 Euro zahlen
- 7 Prozent finden einen Betrag zwischen 15 und 18,35 Euro zumutbar
- 5 Prozent halten den aktuellen oder einen höheren Beitrag für in Ordnung
Wie der ARD ZDF Deutschlandradio Beitragsservice mitteilte, war der gestiegene Rundfunkbeitrag der Grund für die Mehreinnahmen. Der Rundfunkbeitrag wird von Haushalten und Firmen gezahlt, von den Einnahmen wird im Wesentlichen der öffentlich-rechtliche Rundfunk finanziert.
Zuletzt sprachen sich auch einige Ministerpräsidenten gegen eine Erhöhung dieses Beitrages ab 2025 aus. „Die Bürger sind nicht zufrieden mit den Öffentlich-Rechtlichen, vor allem dann nicht, wenn die Mehrheit der Bevölkerung sprachlich umerzogen werden soll oder die Berichterstattung zu einseitig wird“, sagte CDU-Politikerin Julia Klöckner gegenüber der Bild.
Rubriklistenbild: © U. J. Alexander/Imago (Symbolbild)

