VonVivian Wergschließen
Ab 2024 werden die Strom- und Gaspreise spürbar teurer werden. Das hat mehrere Gründe. Womit Verbraucher rechnen müssen und was sie unternehmen können.
Kassel – Für 2024 rechnen Verbraucherschützer und Energieexperten mit höheren Energiekosten. Netzentgelte verdoppeln sich und was ursprünglich die Bundesregierung abfedern wollte, ist wegen der Haushaltskrise nun doch nicht mehr drin.
Der Staat muss sparen und das hat Folgen für die Verbraucher. Verbraucherschützer empfehlen den Haushalten in Deutschland daher, sich auf ein höheres Preisniveau einzustellen, Energie zu sparen, Geld für mögliche Nachzahlungen zurückzulegen und Verträge mit Energieversorgern regelmäßig zu überprüfen.
Erhöhung der Strom- und Gaspreise: Was das für Verbraucher bedeutet
Statt zum März 2024 läuft die Energiepreisbremse bereits Ende des Jahres aus. Das bedeutet für Verbraucher, dass sie im neuen Jahr den vollen Strompreis zahlen müssen. Zudem haben die Betreiber der Stromübertragungsnetze 50Hertz, Amprion, Tennet und Transnet BW bereits mitgeteilt, dass zum Jahreswechsel die Entgelte für die Netznutzung erheblich erhöht werden. Von derzeit 3,12 Cent je Kilowattstunde auf 6,43 Cent im nächsten Jahr.
Grund für die Preiserhöhung sei nach eigenen Angaben die Preissteigerung auf den Energiemärkten und die Streichung eines angedachten Zuschusses der Bundesregierung, berichtet das Handelsblatt. Die Kosten müssen folglich die Verbraucher selbst tragen. Strompreise werden demnach stärker ansteigen als gedacht. Weitere Gründe sind außerdem:
- Höhere CO₂-Abgaben haben auch eine Preiserhöhung beim Gas zur Folge. Insbesondere beim Heizöl wird ein Preisanstieg spürbar sein, berichtet focus.de. Nach Angaben der Verbraucherzentrale zielt diese Erhöhung darauf ab, eine größere Motivation zu schaffen, alternative Energiequellen zu nutzen.
- Die CO₂-Abgabe wird sich auch auf Autofahrer auswirken – sie werden mit erhöhten Benzin- und Dieselpreisen konfrontiert sein.
Strom und Gas werden teurer: Preise und Leistungen mehrerer Anbieter vergleichen lohnt sich
Durch die CO₂-Bepreisung fossiler Brennstoffe soll der Ausstoß des Treibhausgases verringert werden. Das soll dabei helfen, die deutschen Klimaziele zu erreichen. Es bedeutet aber auch, dass Tanken und Heizen schrittweise teurer wird. Aus Sicht der Verbraucherschützer ist die Überlegung, Fahrgemeinschaften zu bilden oder auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen, um einige Fahrten einzusparen, durchaus sinnvoll.
Bei Preiserhöhungen für Strom oder Gas haben Verbraucher nach Angaben der Verbraucherzentrale in der Regel ein Sonderkündigungsrecht. Demnach können Verbraucher in den meisten Fällen fristlos kündigen und zu einem anderen Anbieter wechseln. „Es lohnt sich auf jeden Fall, den Markt zu überblicken und wenn möglich, den Anbieter zu wechseln“, sagt Heidemarie Krause-Böhm von der Verbraucherzentrale Bayern.
Anbieterwechsel: Was Verbraucher beachten müssen
In manchen Fällen kann ein Anbieterwechsel viel Geld sparen, nicht jedoch bei den Netzentgelten. Diese werden von den Stromlieferanten den Kunden auferlegt. Das heißt teurer wird es ab 2024 bei allen, unabhängig davon, ob sie den Anbieter wechseln. Wer den Energieanbieter wechseln will, sollte laut Verbraucherschützer besonders bei Billiganbietern vorsichtig sein.
Auch raten Verbraucherschützer davon ab, den Verbrauch schätzen zu lassen. Denn Schätzungen enthalten regelmäßig einen Sicherheitsaufschlag und führen meist zu hohen Rechnungen. Außerdem sollten Abschläge weder zu hoch noch zu niedrig sein. Denn: Zu niedrige Abschläge können zu hohen Nachzahlungen führen. Das Geld ist im Fall einer Insolvenz des Anbieters dann weg. (vw)
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