Warnung des ACEA

Automobilverband schlägt Alarm: Zahl der Ladesäulen hält mit E-Autoverkäufen nicht Schritt

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Elektroautos verkaufen sich aktuell alles andere als gut. Dem europäischen Automobilverband zufolge liegt das auch am zu viel langsamen Ausbau der Ladeinfrastruktur.

Aktuell läuft es für die E-Mobilität – speziell in Deutschland – alles andere als rund. Elektroautos verkauften sich zuletzt schlecht, wie etwa die E-Auto-Neuzulassungen im März 2024 zeigen. Die Gründe dafür sind vielfältig. Sicherlich trägt dazu der hohe Neupreis für Stromer bei, nachdem die Förderung per Umweltbonus im Dezember 2023 gestrichen worden war. Auch der gewaltige Wertverlust von E-Autos beispielsweise dürfte viele potenzielle Käufer abschrecken. Die europäische Automobilindustrie sieht jedoch noch einen anderen Grund für die momentane Kauf-Zurückhaltung: zu wenig Ladesäulen.

EU-Kommission: Bis 2030 3,5 Millionen öffentliche Ladepunkte nötig

Laut dem Europäischen Automobilverband (ACEA) waren Ende 2023 in der EU rund drei Millionen Elektroautos unterwegs – und gleichzeitig rund 632.000 öffentliche Ladesäulen verfügbar. Im Jahr 2023 kamen 153.000 öffentliche Ladepunkte neu dazu. Der EU-Kommission zufolge deutlich zu wenig: Sie schätzt, dass bis zum Jahr 2030 3,5 Millionen öffentliche E-Auto-Ladepunkte nötig sind. Dafür müssten jährlich etwa 410.000 öffentliche Ladepunkte entstehen – oder: 7.900 pro Woche.

Aus Sicht der Autobauer geht der Ausbau der Ladesäulen-Infrastruktur viel zu langsam voran. (Symbolbild)

Kritik an viel zu langsamem Ausbau: Laut ACEA müssten jährlich 1,4 Millionen Ladepunkte neu entstehen

Doch dem ACEA zufolge ist selbst die EU-Schätzung noch deutlich zu tief angesetzt. Bis 2030 brauche es laut dem Verband sogar 8,8 Millionen Ladepunkte. Heißt: Es müssten 1,4 Millionen Ladepunkte jährlich installiert werden. Das Argument der Autobauer: In den vergangenen sieben Jahren hätten die Verkäufe von E-Autos das Wachstum des Ladenetzes um mehr als das Dreifache überstiegen: zwischen 2017 und 2023 seien die Elektroauto-Verkäufe um das 18fache gewachsen, während die Zahl der öffentlichen Ladepunkte sich nur versechsfachte.

Top 10 Neuzulassungen: Die beliebtesten Elektroautos der Deutschen im Jahr 2023

Fahraufnahme eines Mini SE
Platz 10 – Mini Cooper E/SE: 13.953 Neuzulassungen im Jahr 2023 reichten Mini für den Einzug in die Stromer-Top-10. Der Cooper E/SE sicherte sich im Jahres-Ranking den zehnten Platz. © Mini
Ein BMW iX1
Platz 9 – BMW iX1: Die vollelektrische Version des BMW X1 wurde im vergangenen Jahr 14.694-mal neu zugelassen. Damit landet der iX1 auf dem neunten Rang im Jahres-Ranking 2023. © BMW
Ein Tesla Model 3
Platz 8 – Tesla Model 3: Der US-Hersteller Tesla sicherte sich mit seinem Model 3 den achten Platz im Ranking. Laut KBA kam der Stromer 2023 in Deutschland auf 15.865 Neuzulassungen. © Imagebroker/Imago
Fahraufnahme eines Cupra Born
Platz 7 – Cupra Born: Einst ein Seat-Ableger, inzwischen eine eigene Marke: Der vollelektrische Cupra Born wurde im vergangenen Jahr laut KBA 17.464-mal neu zugelassen – und landete damit auf Rang 7. © Cupra
Fahraufnahme eines Audi Q4 e-tron
Platz 6 – Audi Q4 e-tron: Laut KBA kam der Audi Q4 e-tron im Jahr 2023 auf 18.061 Neuzulassungen. Damit erreichte der Ingolstädter den sechsten Platz im Ranking. © Audi
Ein VW ID.3
Platz 5 – VW ID.3: Noch vor den zum Konzern gehörenden Marken konnte sich ein „eigenes“ VW-Produkt platzieren: Mit 22.270 Neuzulassungen im Jahr 2023 sicherte sich der VW ID.3 den fünften Rang. © VW
Fahraufnahme eines Fiat 500e
Platz 4 – Fiat 500e: Laut KBA wurde der Elektroflitzer Fiat 500e im Jahr 2023 in Deutschland 22.608-mal neu zugelassen – das reicht für den vierten Platz. © Fiat
Ein Skoda Enyaq
Platz 3 – Škoda Enyaq: Auch auf dem dritten Platz findet sich eine Marke aus dem VW-Reich: 23.498-mal wurde das E-SUV Škoda Enyaq im vergangenen Jahr neu zugelassen. © Škoda
Ein VW ID.4
Platz 2 – VW ID.4/ID.5: Für die erfolgsverwöhnten Wolfsburger reichte es nur für den Vize-Titel des Jahres 2023. 36.353 Neuzulassungen der E-Modelle ID.4 (Foto) und ID.5 zählte das KBA im vergangenen Jahr. © VW
Ein Tesla Model Y auf einer Messe
Platz 1 – Tesla Model Y: Eine Titelverteidigung ist nie einfach – doch Tesla hat es geschafft. Wie schon im Jahr 2022 konnte sich das Model Y auch im Jahr 2023 den Spitzenplatz bei den Neuzulassungen (45.818) in Deutschland sichern.  © Pond5 Images/Imago

Zu wenig Ladesäulen laut Automobilverband auch schlecht für E-Auto-Verkäufe

Wie der ACEA erklärt, bestehe „ein starker Zusammenhang“ zwischen der Verfügbarkeit öffentlicher Ladepunkte und den E-Autoverkäufen. Aber ob dies aktuell wirklich der Haupt-Problemfaktor beim E-Auto ist? Denn der Verband weist selbst darauf hin, dass 61 Prozent aller Ladepunkte in der EU auf die Niederlande, Frankreich und Deutschland entfallen. Also steht Deutschland offenbar gar nicht so schlecht, da – ein Branchenverband sprach im vergangenen Jahr sogar von einem „Überangebot an Lademöglichkeiten“ in Deutschland. Der Verband der Automobilindustrie (VDA) sieht dagegen einen großen Nachholbedarf bei der E-Auto-Ladeinfrastrutur– wie auch der ACEA.

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Aktuell steckt die Elektromobilität in der Krise: Ford macht mit seiner Elektroauto-Sparte hohe Verluste – bei Mercedes hat man seine ehrgeizigen E-Autopläne gestutzt und will nun sogar den Dieselmotor weiterentwickeln. Unter anderem aufgrund hoher. Reparaturkosten und geringer Nachfrage trennt sich auch der Autovermieter Hertz von einem großen Teil seiner Elektroautos.

Rubriklistenbild: © Rolf Poss/Imago

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