Verkehrszeichen wird häufig falsch verstanden – hohes Bußgeld droht
VonSven Schneider
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Die Geschwindigkeitsbegrenzung mit dem Zusatz des Schneesymbols kennt man. Viele Autofahrer verstehen das Verkehrsschild jedoch falsch und riskieren ein Bußgeld.
Hamm - Viele Verkehrszeichen gehören zum Einmaleins der Führerscheinprüfung. Sie erscheinen an beinahe jeder Straßenecke, sind ob der großen Aufschrift „STOP“ unmissverständlich oder sind eben jene, die einem als Schüler vom Fahrlehrer täglich beigebracht werden. Bei einigen jedoch steht für viele Autofahrer ein Fragezeichen dahinter – oder dessen Bedeutung wird missverstanden.
Bußgeld droht bei Verkehrszeichen: Viele verstehen es völlig falsch
Wer nicht geblitzt werden und anschließend ein saftiges Bußgeld bezahlen möchte, sollte sich besser an die Geschwindigkeitsbegrenzung halten. In Österreich wird dies ab 2024 gar mit der Versteigerung des Fahrzeugs verfolgt. In Deutschland ist es zwar noch lange nicht so weit – hier sind die Strafen im Bußgeldkatalog klar geregelt. Dennoch sollten Autofahrer stehts einen möglichen Zusatz unterhalb des Verkehrsschilds mit der Geschwindigkeitsbegrenzung beachten.
So findet sich nicht selten ein schwarzes Schneesymbol auf weißem Grund unterhalb des Verkehrsschilds. Und genau das wird von nicht wenigen Autofahrern missverstanden. Denn anders als angenommen, muss die ausgeschilderte Geschwindigkeitsbegrenzung nicht nur dann eingehalten werden, sollte es zuvor geschneit haben oder der Boden gefroren sein. Doch warum steht das Schneesymbol überhaupt dort?
„Die Schneeflocke ist nur noch einmal ein Hinweis, warum es an dieser Stelle gefährlich werden kann“, erklärt ADAC-Sprecher Kreipl gegenüber dem Bayerischen Rundfunk. Und weiter: „Das kann etwa auf Brücken oder in Waldgebieten der Fall sein. Rein theoretisch kann es auch im Juni oder Juli zu Temperaturstürzen kommen: In Kombination mit kalten Winden kann es dann überfrierende Nässe geben.“
Schneesymbol als Zusatz: Wer es ignoriert, wird auch im Sommer bestraft
Die Geschwindigkeitsbegrenzung mit Schneesymbol besitzt immer eine Gültigkeit – auch bei Außentemperaturen von über 30 Grad. Hierbei ist der Zusatz nicht als Beschränkung, sondern als Erläuterung zu verstehen. Ein Ermessensspielraum bleibt Autofahrern in diesem Fall nicht. Wer beispielsweise bei einer Geschwindigkeitsbegrenzung von 80 km/h mitsamt Schneesymbol im Sommer zu sehr aufs Gaspedal drückt, hat Pech gehabt. Das Oberlandesgericht Hamm hatte 2014 die Klage eines Autofahrers abgeschmettert. Dieser hob hervor, dass zur Zeit seines Tempoverstoßes überhaupt kein Schnee auf der Fahrbahn lag.
Rätselhafte Verkehrszeichen: Zehn Schilder, deren Bedeutung nicht jedem klar ist
Ganz anders verhält es sich bei Verkehrsschildern mit dem Zusatz „bei Nässe“. Hier tritt die Geschwindigkeitsbegrenzung nur in Kraft, sollte es sich tatsächlich auf dem ausgeschilderten Abschnitt um eine Nasse Fahrbahn handeln. Ist diese trocken, kann das Verkehrsschild getrost ignoriert werden. Kostenfallen für Autofahrer warten an jeder Ecke. Wer sein Autofenster nach dem Parken offen lässt und sich vom Fahrzeug entfernt, droht gar abgeschleppt zu werden.