Geprüfte Nahrungsergänzungsmittel

Eine Reihe von Vitamin-D-Nahrungsergänzungsmitteln als „ungenügend“ bewertet

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Die Testergebnisse von Ökotest zu Vitamin-D-Präparaten sollten von allen, die solche einnehmen, genauer betrachtet werden.

Ein Bluttest gibt Aufschluss darüber, ob ein Mangel an Vitamin D vorliegt. Ist ein solcher nachgewiesen, verordnen Mediziner Vitamin-D in Form von Nahrungsergänzung. Viele Menschen greifen jedoch ohne ärztlichen Rat zu Vitamin-D-Supplementen, was ernste Konsequenzen haben kann.

In welchen Lebensmitteln steckt Vitamin D?

Es wird angenommen, dass ein Großteil der deutschen Bevölkerung nicht ausreichend mit Vitamin D versorgt ist, hauptsächlich aufgrund mangelnder Sonneneinstrahlung. Aber nicht nur die Sonne stimuliert die körpereigene Produktion von Vitamin D, auch bestimmte Lebensmittel tragen dazu bei. Lachs, Pilze, Käse, Leber und Eigelb sind einige der Lebensmittel, die das sogenannte Sonnenhormon enthalten. Über die Ernährung ist es allerdings schwierig, den täglichen Vitamin-D-Bedarf zu decken. Ein Großteil wird durch Sonneneinstrahlung über die Haut hergestellt.

Vitamin-D-Präparate unter der Lupe: Nicht alle Produkte halten, was sie versprechen.

Technisch gesehen ist Vitamin D eigentlich kein Vitamin, sondern die Vorstufe eines Hormons. Wenn Sonnenstrahlen auf die Haut treffen, produzieren Niere und Leber aktives Vitamin D, das den Kalzium- und Phosphatstoffwechsel im Körper reguliert, die Muskeln stärkt und Osteoporose vorbeugt. Bei einem nachgewiesenen Vitamin-D-Mangel raten Ärzte in der Regel zur Einnahme von Vitamin-D-Präparaten. Allerdings gibt es hier erhebliche Qualitätsunterschiede.

60 Prozent der Deutschen sind unzureichend mit Vitamin-D versorgt

Es wird angenommen, dass 60 Prozent der Deutschen an einem Vitamin-D-Mangel leiden. Eine Supplementierung mit Vitamin D sollte jedoch nur auf ärztlichen Rat hin erfolgen. Ein Bluttest kann Aufschluss darüber geben, wie es um den Vitamin-D-Spiegel bestellt ist. Ein Mangel wird diagnostiziert, wenn der Wert unter die Serumkonzentration von 30 nmol/l (Nanomol pro Liter), was zwölf Nanogramm pro Milliliter entspricht, sinkt. Laut der Deutschen Apotheker-Zeitung (DAZ) ist ein Wert von 50 nmol/l optimal. Allerdings erreichen 60 Prozent der deutschen Bevölkerung diesen Wert nicht, so die DAZ.

Eine Therapie sollte nur bei einem diagnostizierten Vitamin-D-Mangel erfolgen. Dennoch gibt es viele Menschen, die ohne ärztlichen Rat Vitamin-D-Präparate einnehmen. Dies kann laut dem Verbrauchermagazin Ökotest sogar schädlich sein. Ökotest hat in einer früheren Untersuchung 20 Präparate getestet – fünf rezeptfreie Arzneimittel und 15 Nahrungsergänzungsmittel aus Drogerie oder Supermarkt. Die Ergebnisse sind ernüchternd.

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Verschreibungspflichtige Arzneimittel sind gute Vitamin-D-Lieferanten

Ökotest betont vorab: „Gesunde Erwachsene und Kinder benötigen in der Regel keine Mittel mit Vitamin D, weil sie ihren Bedarf mithilfe der Sonne locker decken können“. Nur Babys müssen grundsätzlich mit Vitamin D versorgt werden, um Rachitis vorzubeugen. Wer jedoch eigenmächtig dauerhaft hochkonzentrierte Vitamin-D-Präparate einnimmt, riskiert Störungen des Calciumstoffwechsels, gefährdet die Knochengesundheit und fördert Nierenschäden.

Im Test fielen neun Vitamin-D-Produkte durch. Es gab keine wissenschaftlichen Belege für die Wirksamkeit und den Nutzen dieser Präparate. Die verschreibungspflichtigen Arzneimittel hingegen erhielten meist die Bewertung „sehr gut“, da ihre Wirksamkeit nachgewiesen ist und sie keine bedenklichen Hilfsstoffe enthalten. Zu den am besten bewerteten Arzneimitteln gehören folgende Vitamin-D-Supplements:

  • Dekristol 1.000 I.E. (I.E. steht für Internationale Einheiten)
  • Vigantol 1.000 I.E.
  • Vitagamma 1.000 I.E.
  • Vitamin D Sandoz 1.000 I.E.

Nahrungsergänzungsmittel: Welche 8 Vitamine und Mineralstoffe gefährlich sind bei Überdosierung

Serum in Glasflasche
Vitamin E sollte nie langfristig und ohne ärztliche Empfehlung eingenommen werden. Wer dies nicht beachtet, riskiert Magen-Darm-Probleme und ein erhöhtes Blutungsrisiko. Als tolerierbare Tageshöchstdosis gelten 300 mg pro Tag, wie die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit informiert. Die Verbraucherzentrale warnt gleichzeitig, dass bei Dosierungen von 130 bis ca. 200 mg pro Tag die Häufigkeit eines hämorrhagischen Schlaganfalls (Hirnblutung) zunimmt. © Dasha Petrenko/Imago
Nahaufnahme Vitamin D-Tabletten
Eine Überdosierung von Vitamin D kann problematisch verlaufen. „Bei einer übermäßig hohen Einnahme von Vitamin D entstehen im Körper erhöhte Kalziumspiegel (Hyperkalzämie), die akut zu Übelkeit, Appetitlosigkeit, Bauchkrämpfen, Erbrechen oder in schweren Fällen zu Nierenschädigung, Herzrhythmusstörungen, Bewusstlosigkeit und Tod führen können. Da Vitamin D im Körper gespeichert werden kann, ist neben einer akuten auch eine schleichende Überdosierung möglich“, heißt es vonseiten des Robert Koch-Instituts. © Imago
Nahrungsergänzungstabletten neben zwei Mörsern
Vitamin B6 kann einzeln, aber auch in Form von Kombi-Nahrungsergänzungsmitteln eingenommen werden. Eine Überdosierung schädigt das Nervensystem. Infolge leiden Betroffene an Gangunsicherheit, die mit Stürzen einhergehen kann. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) empfiehlt für den Zusatz von Vitamin B6 in Form von Nahrungsergänzungsmitteln eine Höchstmenge von 3,5 Milligramm pro Tag. © Imago
Frau trinkt Vitamin-B12-Lösung.
Einige Menschen nehmen Vitamin B12 in Form von flüssiger Nahrungsergänzung zu sich. Auch hier gilt: Nehmen Sie das Präparat nur ein, wenn der Arzt es Ihnen rät. Gravierende Nebenwirkungen sind andernfalls möglich. Wie der NDR informiert, würden aktuelle Studien zeigen, dass ein zu hoher Vitamin-B12-Spiegel im Blut mit einem erhöhten Lungenkrebsrisiko verbunden sein kann. Eine Überdosis an Vitamin B12 wird dann wahrscheinlich, wenn man täglich mehr als 25 Mikrogramm des Vitamins über Nahrungsergänzungsmittel einnimmt, so das BfR.  © Imago
Vitamin-3-Pillen so angeordnet, dass sie den Begriff „B3“ bilden
Die Einnahme von Vitamin B3 (auch Nicotinsäure oder Niacin) in überhöhter Dosierung kann die Gesundheit schädigen. Herzbrennen, Kopfschmerzen, Durchfall und Bauchschmerzen sind Anzeichen einer Überdosis. Auch potenziell lebensgefährlicher Blutdruckabfall und Leberschäden sind mögliche Folgen. Ein Niacin-Mangel kommt der Techniker Krankenkasse zufolge bei normaler Ernährung praktisch nicht vor. Allein durch Lebensmittel sei die kritische Höchstmenge von 35 Milligramm täglich kaum erreichbar.  © Imago
Mann hält Nahrungsergänzungsmittel in der Hand.
Viele Menschen nehmen täglich Vitamin A in Form von Nahrungsergänzungsmitteln zu sich. Eine Überdosis kann die Knochenstabilität senken. Bei Schwangeren steigt die Gefahr, dass das ungeborene Kind Schaden davonträgt. Für Erwachsene liegt die Tageshöchstdosis für Vitamin A (aus allen Quellen) bei 3.000 Mikrogramm, so die Verbraucherzentrale. Für Provitamin A gibt es keine derartige Empfehlung, weil eine Überdosis dieses Nährstoffs keine Beschwerden zur Folge hat.  © Michael Bihlmayer/Imago
Kalzium-Brausetabletten
Kalzium ist in zu hohen Dosen enorm schädlich. Wer den Mineralstoff in Form von Nahrungsergänzungsmitteln überdosiert, riskiert einen Herzinfarkt. Das sagt der Lübecker Professor für Pharmakonutrition Martin Smollich im Interview mit dem Wissensportal Spektrum: „Ab einer Tagesdosis von mehr als 1.500 Milligramm Kalzium steigt das Risiko nachweislich“. © Vlad Ispas/Imago
Vorsorgeuntersuchung: Ergebnisse einer Blutuntersuchung
Ein Kaliummangel, aber auch ein Kaliumüberschuss im Blut muss behandelt werden. Letzterer kann tödlich enden. Darmverschluss, Muskelschwäche und -lähmung, Lungenversagen sowie Herzrhythmusstörungen sind mögliche Folgen einer Überdosis Kalium, so die Deutsche Gesellschaft für Ernährung. Über die Ernährung werden in der Regel nicht mehr als fünf bis sechs Gramm Kalium pro Tag zugeführt, heißt es weiter. Bei intakter Nierenfunktion sei diese Menge unbedenklich. © Rüdiger Rebmann/Imago

Von frei verkäuflichen Vitamin-D-Nahrungsergänzungsmitteln besser die Finger lassen

Frei verkäufliche Nahrungsergänzungsmittel wurden von Ökotest hingegen als nicht empfehlenswert eingestuft. Diese sind weitgehend unreguliert, der Hersteller muss keine Wirksamkeit nachweisen und es gibt keine Höchstmengen. Acht der getesteten Produkte überschritten die Höchstmenge von 20 Mikrogramm pro Tag, die der Höchstmengen-Empfehlung des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) für Nahrungsergänzungsmittel entspricht. Ökotest sieht hier die Gefahr einer Überdosierung. Neun Produkte erhielten daher die schlechtesten Noten „mangelhaft“ und „ungenügend“, darunter:

  • Vitamin D der dm-Marke „Das gesunde Plus“
  • Vitamin D3 von Salus
  • Vitamin D von Verla

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion nicht beantwortet werden.

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