Vorsicht bei der Vitamineinnahme: erhöhtes Krebsrisiko durch bestimmte Nahrungsergänzungsmittel
VonNatalie Hull-Deichsel
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Vitaminpräparate sind beliebt, doch der Nutzen ist umstritten. Studienergebnisse weisen auf ein erhöhtes Lungenkrebsrisiko hin.
Heutzutage greifen vermehrt Menschen zu Nahrungsergänzungsmitteln und Vitaminpräparaten – selbst wenn kein Mangel, etwa an Vitamin B12, besteht. Mediziner mahnen jedoch zur Vorsicht bei der Einnahme von hochdosierten ACE-Vitaminen und Multivitamin-Präparaten. Studien weisen darauf hin, dass viele der erhältlichen Vitaminpräparate keine signifikanten Vorteile mit sich bringen. Das Deutsche Krebsforschungszentrum hat sogar festgestellt, dass das Risiko für Krebs, insbesondere Lungenkrebs, erhöht sein kann.
Krebsrisiko senken: Vitamine aus Obst und Gemüse tragen dazu bei
Nach Angaben des Deutschen Krebsforschungszentrums besteht kein erhöhtes Risiko durch Vitamine, die auf natürliche Weise über die Nahrung aufgenommen werden – im Gegenteil: Sie unterstützen die Krebsprävention. Vorsicht ist jedoch bei hoch dosierten Vitaminen in Form von Nahrungsergänzungsmitteln geboten, da diese in bestimmten Fällen das Risiko für die Entstehung von Krebs erhöhen können.
Einfluss bestimmter Vitamine bei der Entstehung von Krankheiten
Mehrere Untersuchungen, darunter eine Studie aus dem Journal of Clinical Investigation, legen nahe, dass die zusätzliche Einnahme von Vitaminen das Risiko für die Entwicklung eines bösartigen Lungentumors erhöhen kann.
Die Studien zeigen insbesondere einen Zusammenhang zwischen einem erhöhten Risiko für Lungenkrebs und der Wirkung bestimmter Vitamine:
Vitamin A und Beta-Carotin: Besonders für Menschen, die bereits ein erhöhtes Risiko für Lungenkrebs haben – etwa Raucher oder Personen, die mit Asbest in Kontakt kommen – kann die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln mit Vitamin A und Beta-Carotin das Krebsrisiko zusätzlich steigern.
Vitamin B6 und B12: Studien zeigen, dass Männer, die über einen längeren Zeitraum hoch dosierte Vitamin-B6- und Vitamin-B12-Präparate eingenommen haben, ein erhöhtes Risiko für Lungenkrebs aufweisen. Bei Frauen wurde dieser Effekt nicht beobachtet.
Bisher gibt es keine ausreichenden Belege für einen klaren Zusammenhang zwischen der zusätzlichen Einnahme von Vitamin C und Lungenkrebs. Experten zufolge sind weitere Studien notwendig, um einen möglichen Einfluss zu bestätigen. Es gibt jedoch bereits Forschungsergebnisse, die darauf hindeuten, dass hoch dosierte Vitamin-C-Präparate – insbesondere bei Frauen – das Risiko für Lungenkrebs erhöhen könnten.
Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion nicht beantwortet werden.