Modellpflege

VW ID.3: Elektroauto-Update sorgt für mehr Qualität – und höhere Preise

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Nach rund drei Jahren hat Volkswagen dem ID.3 ein Facelift spendiert. Die Änderungen zeigen sich jedoch vor allem im Innenraum des Elektroautos.

Ein Facelift ist in der Autobranche nichts Ungewöhnliches. In der Regel verpassen die Hersteller ihren Modellen zur Hälfte des Produktzyklus eine Frischzellenkur. Beim ID.3 wäre also noch einiges an Zeit gewesen und dennoch hat Volkswagen dem Elektroauto nach knapp drei Jahren bereits ein Update spendiert.

Und auch sonst war das Vorgehen der Wolfsburger bei diesem Facelift eher ungewöhnlich. Denn schon im Dezember wurde der Online-Konfigurator auf die neue Generation umgestellt, obwohl diese noch nicht vorgestellt wurde. Das hat man nun nachgeholt, auch wenn sich zumindest optisch nicht viel verändert hat.

VW ID.3: Elektroauto verändert sich optisch nur minimal

So wurde etwa die Front leicht überarbeitet. Das Wabenmuster ist gänzlich verschwunden, genauso wie das schwarze Element auf der Motorhaube als Übergang zur Windschutzscheibe. Das freundliche Gesicht des ID.3 bleibt indes und wird neu interpretiert. Auch die Scheinwerfer haben sich nicht verändert. Neu sind indes die vertikalen Lufteinlässe an den Seiten der Stoßstange, die einen „Air Curtain“ erzeugen und den Luftfluss um die Vorderräder verbessern sollen.

Die neue Generation des ID.3 soll ab Ende 2023 zu den Kunden kommen.

Am Heck des Elektroautos fallen die Änderungen noch geringer aus. Lediglich bei den Rückleuchten hat Volkswagen etwas nachjustiert. Bislang waren diese nur in der äußeren Karosserie verbaut, im Kofferraumdeckel waren lediglich Reflektoren verbaut, Mit dem neuen ID.3 kommen nun auch dort LEDs zum Einsatz. Das leuchtende VW-Logo bekommt zunächst dennoch nur der Touareg.

VW ID.3: Elektroauto-Update sorgt für mehr Qualität – und höhere Preise

Deutlich wird der Modellwechsel vor allem in Innenraum. Hier hat Volkswagen eine Qualitäts-Offensive gestartet. Denn die Verarbeitung war vielen Kunden aufgestoßen. Allerdings hat das auch dazu geführt, dass man sich von dem 30.000-Euro-Ziel verabschiedet hat. Die Basisversion des ID.3 kostet nun 43.995 Euro. Die Preise hatte VW ebenfalls schon Anfang Dezember erhöht.

Elektroautos: Die zehn beliebtesten Modelle in Deutschland

BMW i3
Platz 10: BMW i3. Schon seit 2013 auf dem Markt, und immer noch recht beliebt: 12.178 BMW i3 wurden 2021 neu zugelassen. Trotzdem läuft die Produktion des City-Stromers mit knapp 300 Kilometern Reichweite nach insgesamt 250.000 Einheiten dieses Jahr ohne Nachfolger aus. Preis: ab 39.000 Euro. © BMW
Fiat 500
Platz 9: Fiat 500. Das aktuelle Modell des Kleinstwagens, auch als Fiat 500e oder Fiat 500 Elektro bezeichnet, wird ausschließlich als E-Auto angeboten. 2021 fand er 12.516 Kunden. Je nach Akku-Größe schafft der kleine, aber charakterstarke Cityflitzer aus dem Stellantis-Konzern 190 bis über 300 Kilometer. Preis: ab 26.790 Euro. © Fiat/Stellantis
VW ID.5
Platz 8: VW ID.4. Die Crossover-Variante des braven Grundmodells ID.3 mit größerem Innenraum und etwas Off-Road-Fähigkeit wurde im vergangenen Jahr 12.734 mal zugelassen. Die Reichweite der Top-Version gibt VW reichlich optimistisch mit 518 Kilometern an. Preis: Ab 46.515 Euro. © Ingo Barenschee/VW
Skoda Enyaq iV
Platz 7: Škoda Enyaq iV. Der technische Ableger des VW ID.3 und ID.4 auf der MEB-Plattform ist mit 4,65 Metern etwas länger, und erfüllt somit das übliche Marken-Image als Alternative für die Familie. 13.026 Käufer und Leasingnehmer überzeugte das E-SUV mit offiziell bis zu 500 Kilometern Reichweite. Preis: ab 46.515 Euro. © Skoda Auto a.s.
Hyundai Kona Elektro
Platz 6: Hyundai Kona Elektro. Im Gegensatz zum neuen Ioniq 5 bietet Hyundai den seit Kona mit verschiedenen Antriebsversionen an, das seit 2018 verkaufte Elektroauto brachte es auf 17.240 Neuzulassungen. Die Motoren leisten 136 oder 204 PS, die Reichweite beträgt maximal 484 Kilometer. Preis: ab 35.650 Euro.  © Hyundai
Smart EQ fortwo Edition Bluedawn smart EQ fortwo edition bluedawn: stylish and electrifying eye-catcher
Platz 5: Smart EQ Fortwo. Wie beim BMW i3 ist auch das Ende des Elektrozwergs besiegelt. Künftig kommen die Elektroautos aus China und als größere SUV daher. Das Original fand trotz seiner mickerigen Reichweite von offiziell 153 Kilometer noch 17.413 Abnehmer. Preis: ab 21.940 Euro. © Mercedes-Benz AG
Renault Zoe
Platz 4: Renault Zoe. Beim Crashtest versagte die aktuelle Version des französischen City-Stromers (null Sterne!), aber mit 24.736 Neuzulassungen war er hierzulande durchaus beliebt. Dank bis zu 395 Kilometern maximaler Reichweite eignet er sich auch für längere Trips. Preis: ab 33.140 Euro. © Renault
VW ID.3
Platz 3: VW ID.3. Das Grundmodell des „Modularen E-Antriebs-Baukastens“ des VW-Konzerns gilt längst als elektrischer VW Golf, auch wenn sich manch Stromer-Fan einen etwas aufregenderen Auftritt gewünscht hätte. Europaweit brachte es der ID.3 mit seinen offiziell bis zu 553 Kilometern Reichweite schon auf über 100.000 Verkäufe, auf Deutschland entfielen 26.693 Zulassungen. Preis: ab 36.960 Euro. © VW
VW e-Up
Platz 2: VW e-Up. Seine große Beliebtheit führt zu seinem größten Nachteil: Immer wieder ist der kleine, 30.797 mal zugelassene Stromer ausverkauft, was letztendlich auch zu einer kräftigen Preissteigerung führte. Bis zu 260 Kilometer Reichweite gehen für diese Größe ok. Preis: ab 26.895 Euro. © VW
Tesla Model 3
Platz 1: Tesla Model 3. Das Einstiegsmodell des Elektroauto-Pioniers sicherte sich mit 35.262 Neuzulassungen klar die Pole-Position, und schaffe es wochenweise sogar an die Spitze der Gesamt-Charts aller Pkw. Die Reichweite beträgt laut Werksangabe bis zu 547 Kilometer. Preis: ab 52.965 Euro. © Tesla

Insbesondere das verhasste Hartplastik wurde weitestgehend rausgeschmissen und kommt wegen seiner Robustheit nur noch im unteren Bereich zum Einsatz. Die sichtbaren Elemente bestehen nun auf einem aufgeschäumten Material. – mit Ausnahme der hinteren Türen. Das sieht nicht nur besser aus, sondern entspricht endlich auch der Preisklasse des ID.3. Zudem hat Volkswagen die einfache Version der Mittelkonsole sowie die konturlosen Sitze des Vorgängers gestrichen. Auch das Thema Nachhaltigkeit spielt eine größere Rolle. Der Anteil recycelter Materialien steigt. Auf tierische Produkte verzichtet VW komplett.

VW ID.3: Größeres Display – Kundenwünsche bei Menüstruktur berücksichtigt

Auch technisch hat Volkswagen den ID.3 aufgehübscht. So kommt künftig das aus dem ID.4 bekannte Zwölf-Zoll-Display zum Einsatz. „Bei der Menüstruktur wurden diverse Kundenwünsche umgesetzt“, betont VW. Die grundsätzliche Steuerung soll jedoch gleich bleiben. Auch die Touch-Bedienfelder bleiben beim neuen ID.3 noch erhalten, trotz angekündigter Rückkehr der Knöpfe. Zudem bleiben die Slider unbeleuchtet – zumindest fürs Erste. 2024 soll sich das dann auch ändern. Dafür dürfen sich die ID.3-Käufer serienmäßig über einen e-Routenplaner, Plug & Charge an bestimmten Schnell-Ladesäulen sowie eine Vorbereitung für bidirektionales Laden freuen.

Im Innenraum kommt ein größeres Display zum Einsatz. Die Slider bleiben und leuchten auch weiterhin nicht.

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Zum Start im vierten Quartal 2023 rollt das Elektroauto mit Batteriegrößen von 58 und 77 kWh Netto-Energiegehalt zum Kunden. „Eine kleinere Batterie soll später folgen“, schreibt Volkswagen in einer Ankündigung. Die Reichweite soll nach WLTP bei bis zu 546 Kilometern liegen. Eine Veränderung bei den Antrieben gibt es erst mit dem ID.3 GTX.

Rubriklistenbild: © Volkswagen

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