Deutliche Worte

„Wasserstoff ergibt einfach keinen Sinn“: Promi-Investor kritisiert BMW

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Trotz der aktuellen Schwierigkeiten der E-Mobilität hält Frank Thelen Elektroautos für den „besten Weg“. Seine Position zum Wasserstoffauto ist unmissverständlich.

Die große Euphorie um das Elektroauto ist inzwischen Ernüchterung gewichen. Mit dem Ende der Förderung durch die Umweltprämie Ende 2023 rauschten die Verkaufszahlen für Stromer in den Keller. Kürzlich forderten die europäischen Autobauer deshalb sogar „dringende Hilfsmaßnahmen“. Wann sich der Abwärtstrend wieder ins Gegenteil verkehrt, ist ungewiss. Wenig Positives lässt in dieser Hinsicht jedenfalls eine kürzlich veröffentlichte Studie erhoffen: Demzufolge kehrten im Verlauf des Jahres 2024 viele E-Autobesitzer wieder zurück zum Verbrenner.

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Investor Frank Thelen überzeugt: „Wasserstoff ergibt einfach keinen Sinn“

Dennoch: Zumindest für den bekannten Unternehmer und Investor Frank Thelen ist das Elektroauto trotz aller aktuellen Probleme „der absolut beste Weg“, wie er gegenüber ntv sagte. Besonders scharf schießt er gegen BMW: Dass die Münchner nun ein Wasserstoffauto vorgestellt hätten, sei „wirklich bescheuert“. Er könne das nicht nachvollziehen, wenn man die Infrastruktur betrachte. „Wasserstoff ergibt einfach keinen Sinn“, so Thelen. „Wir werden elektrische Autos bekommen. Das ist die Zukunft. Punkt.“ Vielen dürfte der Investor aus dem TV bekannt sein: Von 2014 bis 2020 war er Juror bei der VOX-Fernsehsendung „Die Höhle der Löwen“.

Investor Frank Thelen kritisiert BMW-Strategie bezüglich eines Wasserstoffprojekts scharf. (Archivbild)

Top 10 Neuzulassungen: Die beliebtesten Elektroautos der Deutschen im Jahr 2023

Fahraufnahme eines Mini SE
Platz 10 – Mini Cooper E/SE: 13.953 Neuzulassungen im Jahr 2023 reichten Mini für den Einzug in die Stromer-Top-10. Der Cooper E/SE sicherte sich im Jahres-Ranking den zehnten Platz. © Mini
Ein BMW iX1
Platz 9 – BMW iX1: Die vollelektrische Version des BMW X1 wurde im vergangenen Jahr 14.694-mal neu zugelassen. Damit landet der iX1 auf dem neunten Rang im Jahres-Ranking 2023. © BMW
Ein Tesla Model 3
Platz 8 – Tesla Model 3: Der US-Hersteller Tesla sicherte sich mit seinem Model 3 den achten Platz im Ranking. Laut KBA kam der Stromer 2023 in Deutschland auf 15.865 Neuzulassungen. © Imagebroker/Imago
Fahraufnahme eines Cupra Born
Platz 7 – Cupra Born: Einst ein Seat-Ableger, inzwischen eine eigene Marke: Der vollelektrische Cupra Born wurde im vergangenen Jahr laut KBA 17.464-mal neu zugelassen – und landete damit auf Rang 7. © Cupra
Fahraufnahme eines Audi Q4 e-tron
Platz 6 – Audi Q4 e-tron: Laut KBA kam der Audi Q4 e-tron im Jahr 2023 auf 18.061 Neuzulassungen. Damit erreichte der Ingolstädter den sechsten Platz im Ranking. © Audi
Ein VW ID.3
Platz 5 – VW ID.3: Noch vor den zum Konzern gehörenden Marken konnte sich ein „eigenes“ VW-Produkt platzieren: Mit 22.270 Neuzulassungen im Jahr 2023 sicherte sich der VW ID.3 den fünften Rang. © VW
Fahraufnahme eines Fiat 500e
Platz 4 – Fiat 500e: Laut KBA wurde der Elektroflitzer Fiat 500e im Jahr 2023 in Deutschland 22.608-mal neu zugelassen – das reicht für den vierten Platz. © Fiat
Ein Skoda Enyaq
Platz 3 – Škoda Enyaq: Auch auf dem dritten Platz findet sich eine Marke aus dem VW-Reich: 23.498-mal wurde das E-SUV Škoda Enyaq im vergangenen Jahr neu zugelassen. © Škoda
Ein VW ID.4
Platz 2 – VW ID.4/ID.5: Für die erfolgsverwöhnten Wolfsburger reichte es nur für den Vize-Titel des Jahres 2023. 36.353 Neuzulassungen der E-Modelle ID.4 (Foto) und ID.5 zählte das KBA im vergangenen Jahr. © VW
Ein Tesla Model Y auf einer Messe
Platz 1 – Tesla Model Y: Eine Titelverteidigung ist nie einfach – doch Tesla hat es geschafft. Wie schon im Jahr 2022 konnte sich das Model Y auch im Jahr 2023 den Spitzenplatz bei den Neuzulassungen (45.818) in Deutschland sichern.  © Pond5 Images/Imago

Deutsche Autoindustrie laut Thelen kaum noch zu retten

Für die deutsche Automobilindustrie sieht Thelen laut dem ntv-Bericht generell schwarz. Essenziell wichtig sei es, günstig hochwertige Batterien herstellen zu können. Das gelinge aber nur CATL in China sowie Tesla. Er ist überzeugt, dass Tesla und BYD künftig die führenden Autoproduzenten werden. Er sehe „eigentlich keinen Ausweg mehr, wie sich die deutsche Autoindustrie retten kann“.

Anmerkung der Redaktion: Dieser Text ist bereits in der Vergangenheit erschienen. Er hat viele Leserinnen und Leser besonders interessiert. Deshalb bieten wir ihn erneut an.

Eines der Hauptprobleme des E-Autos ist momentan der hohe Kaufpreis. Bezahlbare Stromer sind rar – was sich aber ändern soll: VW plant acht neue E-Autos bis 2027, auch ein bezahlbarer „Volksstromer“ soll kommen. Andere sind da schneller, etwa chinesische Hersteller: Der elektrische Kleinwagen Leapmotor T03 wird in Deutschland zum Kampfpreis von unter 19.000 Euro angeboten. Auch der hohe Wertverlust von E-Autos ist ein Problem. Gleichzeitig halten sich immer noch viele Vorurteile zum Elektroauto – etwa zur Haltbarkeit der Akkus. Dabei wird die Lebensdauer der Batterien unterschätzt – genauso wie die Auswirkungen der Klimaanlage auf den Akku in einem Stau oft überschätzt werden.

Rubriklistenbild: © Panama Pictures/Imago

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