Intelligenz bei Hunden

Vielleicht Ihrer? Welche Hunderasse ist die intelligenteste?

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Auf dem zweiten Platz im Ranking der intelligentesten Hunderassen landet der Border Collie. Welcher Artgenosse noch klüger ist, haben Wissenschaftler im Rahmen einer Studie ermittelt.

Bei der Wahl des richtigen Hundes spielen oftmals dieselben Kriterien wie bei der Partnerwahl eine wichtige Rolle, schreibt Business Insider. Dabei sei neben beispielsweise Aussehen und Energieniveau auch die Intelligenz eine der berücksichtigten Eigenschaften. Doch geht man nach dem klugen Köpfchen, wird eine Hunderasse bei der Wahl des Haustieres wohl häufig übersehen – nämlich die intelligenteste von allen.

Welche das ist, haben finnische Forscher herausgefunden. Die Studie der Universität Helsinki, deren Ergebnisse im Fachjournal Scientific Reports veröffentlicht wurden, beinhaltete folgende zehn Testkriterien und Übungen:

  1. Begrüßung einer unbekannten Person: Hier wurden die Eigenschaften des Hundes in ängstlich, gleichgültig, freundlich oder übererregt eingeteilt.
  2. Aktivitätsniveau: Messung mithilfe eines Aktivitätsmessgeräts während der gesamten Testdauer.
  3. Erkundung: Hinweise auf Neugier, Mut und Aktivität oder im Gegenteil als mögliche Hinweise auf Furcht, Angst oder Neophobie (die Angst vor Neuem oder Unbekanntem).
  4. Zylindertest: In diesem Test sollten die Hunde den direkten Griff nach einer sichtbaren Futterbelohnung unterdrücken und stattdessen einen Umweg um eine transparente Barriere machen, um die Belohnung zu erreichen. Das Ziel war die Untersuchung der Impulsivität und der Kontrollfähigkeit dieser Reaktion.
  5. Reaktion auf menschliche Gesten: Dabei wurde das soziale Verständnis der Hunde getestet.
  6. Leckerli über einen Umweg erreichen: Hier waren Impulskontrolle und räumliches Auffassungsvermögen gefragt. Untersucht wurde die räumliche Problemlösungsfähigkeit.
  7. Unlösbare Aufgabe: Die Hunde wurden aufgefordert, eine Box mit Futter zu öffnen, die sich von Hunden gar nicht öffnen lässt. Bewertet wurden Ausdauer, das Problemlösungsverhalten, die vom Menschen gesteuerte Kommunikation und die soziale Kognition, also wie unabhängig die Hunde sind und ab wann sie aufgeben und einen Menschen um Hilfe bitten.
  8. Logisches Denken: Die Hunde sollten ihre kognitiven Fähigkeiten unter Beweis stellen, das heißt auf der Grundlage von Ausschlüssen Schlussfolgerungen ziehen.
  9. Erinnerung vs. Geste: Hier wurde die soziale Kognition gemessen und festgestellt, ob sich Hunde auf ihre Erinnerung oder auf menschliche Gesten verließen.
  10. Gedächtnis: Gemessen wurde die Dauer des Kurzzeitgedächtnisses.

Insgesamt wurde bei dem Experiment die kognitive Leistung von mehr als 1.000 Hunden und insgesamt 13 Hunderassen getestet. „Die meisten Rassen hatten ihre eigenen Stärken und Schwächen“, berichtete Studienleiterin Saara Junttila gegenüber der britischen Tageszeitung The Telegraph. Doch welche Hunderasse meisterte die Tests mit Bravour?

Der Belgische Schäferhund vom Typ Malinois schaffte es, in fast allen Kategorien zu überzeugen. Auf Platz drei und vier folgten der Hovawart und der spanische Wasserhund. Wodurch ein Malinois die TikTok-User amüsiert, lesen Sie hier.

In erfahrenen Händen sind die arbeitseifrigen „Malis“ liebevolle und freundliche Gefährten.

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Rasseportrait: Malinois

Herkunft: Der Malinois, einer der vier Belgischen Schäferhunde, stammt aus Belgien und wurde ursprünglich für die Schafhaltung gezüchtet.

Erscheinungsbild: Diese Hunderasse ist athletisch und mittelgroß, mit einer muskulösen Statur. Ihr Fell ist kurz und rau, meist in einer reichen Fuchsfarbe mit schwarzer Maske und schwarzer Wolkung (schwarze Haarspitzen, die die Grundfarbe des Haarkleides etwas dunkler erscheinen lassen, werden als Wolkung bezeichnet).

Charakter: Der Malinois gilt als äußerst intelligent, eigenständig und arbeitsfreudig. Sie gehören zu den klügsten Hunderassen und benötigen ein intensives Training.

Energie: Diese Hunde haben viel Energie und benötigen täglich ausgiebige Bewegung und geistige Herausforderung. Sie sind ideal für aktive Menschen oder Hundesportarten.

Verwendung: Ursprünglich als Hirtenhunde eingesetzt, sind Malinois heute vielseitig einsetzbar. Sie arbeiten oft als Polizei- oder Militärhunde und sind auch in Rettungs- und Suchteams zu finden.

Temperament: Malinois sind loyal und schützend, aber auch unabhängig und selbstbewusst. Sie sind oft reserviert und wachsam gegenüber Fremden, aber liebevoll, fürsorglich und loyal gegenüber ihrer Familie.

Gesundheit: Diese Rasse ist anfällig für einige genetische Erkrankungen wie Spondylose (verschleißbedingte Erkrankung der Wirbelsäule) oder Hüftgelenks- und Ellenbogengelenksdysplasie. Eine gute tierärztliche Betreuung ist wichtig.

Sozialisation: Frühzeitige Sozialisation ist entscheidend, um Aggressivität gegenüber anderen Hunden oder Tieren zu vermeiden.

Pflege: Das kurze und schmutzabweisende Fell des Malinois erfordert nur minimale Pflege, regelmäßiges Bürsten reicht aus. Nur während des Fellwechsels ist tägliche Fellpflege empfehlenswert.

Lebenserwartung: Die durchschnittliche Lebenserwartung eines Malinois liegt bei etwa 10-16 Jahren.

Familienhund: Obwohl sie für erfahrene Hundehalter empfohlen werden, können Malinois in einer liebevollen und aktiven Familie ein wunderbarer Begleiter sein.

Der Malinois, der bekannteste der Belgischen Schäferhunde, gilt als die intelligenteste Hunderasse der Welt.

Den Nutzen solcher Intelligenz-Rankings stellte Studienautorin Katriina Tiira infrage: „Ein kognitives Profil jeder Rasse wäre viel nützlicher als jedes Ranking-System.“ Deshalb werde daran gearbeitet, die sogenannte smartDOG-Datenbank auszuweiten. Das Wissen darüber, welche Rassen bestimmte Fähigkeiten besser beherrschen, kann beispielsweise zukünftigen Haustierbesitzern bei der Auswahl eines Hundes helfen.

Diese elf Hunderassen sind vielleicht schlauer als Ihr Nachbar – belegt durch wissenschaftliche Tests

Ein Malinois drückt sich anschmiegsam gegen die Beine eines Soldaten.
Der Malinois, auch bekannt als Belgischer Schäferhund ist – Erkenntnissen einer Studie von Dezember 2022 zufolge – die intelligenteste Hunderasse der Welt. Häufig wird diese kluge Rasse als Polizei- oder Schutzhund eingesetzt. Ihre Eigenständigkeit stellte der Malinois während verschiedener Tests unter Beweis: Neben dem Deutschen Schäferhund war es beim Belgischen Schäferhund am wahrscheinlichsten, dass er sich angesichts einer unlösbaren Aufgabe nicht an seinen Besitzer wandte. © TT/Imago
Border Collie mit Frisbee im Maul.
Der sensible Border Collie gilt als eine der intelligentesten Hunderassen. Lange Zeit galt er sogar als die schlauste Rasse überhaupt. Aufgrund seiner Cleverness ist er ein prädestinierter Hund für Hundesportarten wie Agility oder Obedience. Sein „Will to please“ (der Wille, seinem Menschen zu gefallen) sorgt dafür, dass der Border Collie aufblüht, wenn er zusammen mit seinem Besitzer Aufgaben lösen darf. Der früher meist als Schäferhund eingesetzte Border Collie ist heute ein beliebter Familienhund. © Westend61/Imago
Porträt eines auf einer Bank in Cleadon Hills stehenden Pudels an einem sonnigen Tag.
Pudel sind nicht nur beliebte Familienhunde, sondern zeichnen sich durch ihre außerordentliche Klugheit und die überdurchschnittliche Lernfähigkeit aus. Der aus Frankreich stammende Rassehund wird oft als Rettungshund, Leichenspürhund oder als Blindenführhund eingesetzt. Wegen ihrer besonderen Sensibilität eignet sich der Pudel zudem hervorragend als Therapiehund. © Design Pics Editorial/Imago
Ein Polizist mit einem Polizeihund an der Leine.
Wie bereits sein Name verrät, hatte der Deutsche Schäferhund ursprünglich die Funktion eines Hütehundes. Seine hohe Intelligenz machen sich heutzutage vor allem Polizei, Militär und Zoll zunutze: Mit seiner Lernfähigkeit, einem ausgeprägten Gehorsam und der Gefügigkeit hat der treue Schäferhund das perfekte Zeug zum Diensthund. Er besitzt nicht nur ein ausgeglichenes Temperament, sondern ist auch für seine Aufmerksamkeit, Nervenstärke und Selbstsicherheit bekannt. © Design Pics/Imago
Menschen streicheln einen Hund in einer Gruppentherapiesitzung.
Nicht grundlos sehen wir den beliebten Golden Retriever oftmals als Blindenführhund oder als Begleithund für Gehörlose. Auch als Rettungshund eignet sich diese geduldige, ruhige und achtsame Hunderasse besonders gut. Ihre erstaunliche Intelligenz gepaart mit Gutmütigkeit bringen die liebenswürdigen Goldies gerne in ihre Besitzerfamilien ein. © Science Photo Library/Imago
Portrait einer Dobermann Hündin.
Seinem Ruf als aggressiver Hund zum Trotz überzeugt der Dobermann durch Cleverness, Aufmerksamkeit und Mut. Als Diensthund der Polizei oder Bundeswehr kann er seine Talente nutzbringend einsetzen. In der Zucht wird der charakterliche Schwerpunkt heute auf Ruhe und Freundlichkeit gelegt. Mit seiner gelehrigen, ausdauernden und aufmerksamen Art überzeugt er Hundekenner auch als loyaler Begleiter von sich. Eine gute und geduldige Erziehung kitzelt aus dem Dobermann außerdem einen Familienhund hervor. © Zoonar/Imago
Ein Shetland Sheepdog, stehend auf einem Felsen.
Der Shetland Sheepdog, auch Shelti genannt, ist für sein intelligentes, gutmütiges und lernwilliges Wesen bekannt. Ein ausgeprägter „Will to please“, schnelle Auffassungsgabe und Spaß am Lernen dominieren seine Art. Diese Fähigkeiten setzt der Shetland Sheepdog als Hütehund, Begleithund, Rettungshund oder Therapiehund ein. Der Shelti wird oftmals als besonders sensibel beschrieben. Er ist beispielsweise in der Lage, die Stimmung seiner Familie zu erkennen und ist stets darauf bedacht, diese– falls nötig – zu verbessern. © imagebroker/Imago
Labrador Retriever: Mehrere Hunde sitzen in der Wiese.
Als eine der beliebtesten Hunderassen hierzulande zeichnet sich der Labrador Retriever durch seine Intelligenz und Gutmütigkeit aus. Er strebt danach, seinen Besitzern zu gefallen, und wird oft als Drogenspürhund, Rettungshund oder Blindenhund eingesetzt. Dank seines aufmerksamen und lernwilligen Charakters, der jedoch stets von Freundlichkeit geprägt ist, erledigt er diese Aufgaben äußerst gewissenhaft. © imagebroker/Imago
Ein reinrassiger Rottweiler springt während eines Agility Trainings über ein Hindernis.
Intelligent, ausdauernd und furchtlos: So kennt man den Rottweiler. Auch Polizei und Militär schätzen ihn für diese Eigenschaften. Der gehorsame Rassehund kann Situationen selbstständig bewerten und punktet mit einem starken und aufmerksamen Charakter. Sein starker Beschützerinstinkt hat ihm in einigen Bundesländern den Status eines Listenhundes beschert. Dennoch gilt er als anhänglich und kinderlieb. Der Rottweiler wird ausschließlich Hundekennern mit langjähriger Erfahrung empfohlen. © YAY Images/Imago
Porträt eines Australian Cattle Dog, der in einer Blumenwiese steht.
Der intelligente Australian Cattle Dog liebt es, zu lernen: Er eignet sich mit Vorliebe die unterschiedlichsten Tricks und Fähigkeiten an. Als Treib- und Wachhund scheut er auch die Konfrontation mit körperlich überlegenen Bullen nicht. Mit konsequenter Erziehung und guter Führung durch einen erfahrenen Hundebesitzer wird aus dem Australian Cattle Dog ein loyaler Begleiter. © imagebroker/Imago
Ein liebenswerter Kanaan Hund in einem gelben Geschirr liegt am Meeresufer.
Auch Israelspitz genannt, ist der Kanaan Hund eine durchaus seltene Hunderasse. Mit den anderen aufgeführten Rassen hat er bis auf seine hohe Intelligenz nicht viel gemeinsam: Er gilt als besitzergreifend und liebt seine Unabhängigkeit. Ihm etwas aufzwingen zu wollen – das kommt dem reaktionsfreudigen Kanaan Hund nicht in die Tüte. Wer auf der Suche nach einem Kuscheltier ist, sollte sich anderweitig umschauen. Ob und wer ihn streicheln darf, das entscheidet der eigenständige Hund immer noch selbst. Kanaan Hunde eignen sich für ausschließlich für erfahrene Halter. Ist er jedoch einmal in die Familie integriert, beweist er sich als anhänglich, treu und schützend. © Wirestock/Imago

Welcher ist der tollpatschigste Hund?

Und die tollpatschigste unter den Hunderassen? Diesen Titel kann der Afghanische Windhund für sich beanspruchen. Er gilt als schwer erziehbar und wurde von dem Professor für Psychologie, Stanley Coren, als der „dümmste“ Hund der Welt bezeichnet. Afghanische Windhunde sind Einzelgänger und gelten als sehr eigenwillig, was ihre Erziehung erschwert.

Rubriklistenbild: © YAY Images/Imago

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