VonSophie Klußschließen
Auf dem zweiten Platz im Ranking der intelligentesten Hunderassen landet der Border Collie. Welcher Artgenosse noch klüger ist, haben Wissenschaftler im Rahmen einer Studie ermittelt.
Bei der Wahl des richtigen Hundes spielen oftmals dieselben Kriterien wie bei der Partnerwahl eine wichtige Rolle, schreibt Business Insider. Dabei sei neben beispielsweise Aussehen und Energieniveau auch die Intelligenz eine der berücksichtigten Eigenschaften. Doch geht man nach dem klugen Köpfchen, wird eine Hunderasse bei der Wahl des Haustieres wohl häufig übersehen – nämlich die intelligenteste von allen.
Welche das ist, haben finnische Forscher herausgefunden. Die Studie der Universität Helsinki, deren Ergebnisse im Fachjournal Scientific Reports veröffentlicht wurden, beinhaltete folgende zehn Testkriterien und Übungen:
- Begrüßung einer unbekannten Person: Hier wurden die Eigenschaften des Hundes in ängstlich, gleichgültig, freundlich oder übererregt eingeteilt.
- Aktivitätsniveau: Messung mithilfe eines Aktivitätsmessgeräts während der gesamten Testdauer.
- Erkundung: Hinweise auf Neugier, Mut und Aktivität oder im Gegenteil als mögliche Hinweise auf Furcht, Angst oder Neophobie (die Angst vor Neuem oder Unbekanntem).
- Zylindertest: In diesem Test sollten die Hunde den direkten Griff nach einer sichtbaren Futterbelohnung unterdrücken und stattdessen einen Umweg um eine transparente Barriere machen, um die Belohnung zu erreichen. Das Ziel war die Untersuchung der Impulsivität und der Kontrollfähigkeit dieser Reaktion.
- Reaktion auf menschliche Gesten: Dabei wurde das soziale Verständnis der Hunde getestet.
- Leckerli über einen Umweg erreichen: Hier waren Impulskontrolle und räumliches Auffassungsvermögen gefragt. Untersucht wurde die räumliche Problemlösungsfähigkeit.
- Unlösbare Aufgabe: Die Hunde wurden aufgefordert, eine Box mit Futter zu öffnen, die sich von Hunden gar nicht öffnen lässt. Bewertet wurden Ausdauer, das Problemlösungsverhalten, die vom Menschen gesteuerte Kommunikation und die soziale Kognition, also wie unabhängig die Hunde sind und ab wann sie aufgeben und einen Menschen um Hilfe bitten.
- Logisches Denken: Die Hunde sollten ihre kognitiven Fähigkeiten unter Beweis stellen, das heißt auf der Grundlage von Ausschlüssen Schlussfolgerungen ziehen.
- Erinnerung vs. Geste: Hier wurde die soziale Kognition gemessen und festgestellt, ob sich Hunde auf ihre Erinnerung oder auf menschliche Gesten verließen.
- Gedächtnis: Gemessen wurde die Dauer des Kurzzeitgedächtnisses.
Insgesamt wurde bei dem Experiment die kognitive Leistung von mehr als 1.000 Hunden und insgesamt 13 Hunderassen getestet. „Die meisten Rassen hatten ihre eigenen Stärken und Schwächen“, berichtete Studienleiterin Saara Junttila gegenüber der britischen Tageszeitung The Telegraph. Doch welche Hunderasse meisterte die Tests mit Bravour?
Der Belgische Schäferhund vom Typ Malinois schaffte es, in fast allen Kategorien zu überzeugen. Auf Platz drei und vier folgten der Hovawart und der spanische Wasserhund. Wodurch ein Malinois die TikTok-User amüsiert, lesen Sie hier.
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Rasseportrait: Malinois
Herkunft: Der Malinois, einer der vier Belgischen Schäferhunde, stammt aus Belgien und wurde ursprünglich für die Schafhaltung gezüchtet.
Erscheinungsbild: Diese Hunderasse ist athletisch und mittelgroß, mit einer muskulösen Statur. Ihr Fell ist kurz und rau, meist in einer reichen Fuchsfarbe mit schwarzer Maske und schwarzer Wolkung (schwarze Haarspitzen, die die Grundfarbe des Haarkleides etwas dunkler erscheinen lassen, werden als Wolkung bezeichnet).
Charakter: Der Malinois gilt als äußerst intelligent, eigenständig und arbeitsfreudig. Sie gehören zu den klügsten Hunderassen und benötigen ein intensives Training.
Energie: Diese Hunde haben viel Energie und benötigen täglich ausgiebige Bewegung und geistige Herausforderung. Sie sind ideal für aktive Menschen oder Hundesportarten.
Verwendung: Ursprünglich als Hirtenhunde eingesetzt, sind Malinois heute vielseitig einsetzbar. Sie arbeiten oft als Polizei- oder Militärhunde und sind auch in Rettungs- und Suchteams zu finden.
Temperament: Malinois sind loyal und schützend, aber auch unabhängig und selbstbewusst. Sie sind oft reserviert und wachsam gegenüber Fremden, aber liebevoll, fürsorglich und loyal gegenüber ihrer Familie.
Gesundheit: Diese Rasse ist anfällig für einige genetische Erkrankungen wie Spondylose (verschleißbedingte Erkrankung der Wirbelsäule) oder Hüftgelenks- und Ellenbogengelenksdysplasie. Eine gute tierärztliche Betreuung ist wichtig.
Sozialisation: Frühzeitige Sozialisation ist entscheidend, um Aggressivität gegenüber anderen Hunden oder Tieren zu vermeiden.
Pflege: Das kurze und schmutzabweisende Fell des Malinois erfordert nur minimale Pflege, regelmäßiges Bürsten reicht aus. Nur während des Fellwechsels ist tägliche Fellpflege empfehlenswert.
Lebenserwartung: Die durchschnittliche Lebenserwartung eines Malinois liegt bei etwa 10-16 Jahren.
Familienhund: Obwohl sie für erfahrene Hundehalter empfohlen werden, können Malinois in einer liebevollen und aktiven Familie ein wunderbarer Begleiter sein.
Den Nutzen solcher Intelligenz-Rankings stellte Studienautorin Katriina Tiira infrage: „Ein kognitives Profil jeder Rasse wäre viel nützlicher als jedes Ranking-System.“ Deshalb werde daran gearbeitet, die sogenannte smartDOG-Datenbank auszuweiten. Das Wissen darüber, welche Rassen bestimmte Fähigkeiten besser beherrschen, kann beispielsweise zukünftigen Haustierbesitzern bei der Auswahl eines Hundes helfen.
Diese elf Hunderassen sind vielleicht schlauer als Ihr Nachbar – belegt durch wissenschaftliche Tests




Welcher ist der tollpatschigste Hund?
Und die tollpatschigste unter den Hunderassen? Diesen Titel kann der Afghanische Windhund für sich beanspruchen. Er gilt als schwer erziehbar und wurde von dem Professor für Psychologie, Stanley Coren, als der „dümmste“ Hund der Welt bezeichnet. Afghanische Windhunde sind Einzelgänger und gelten als sehr eigenwillig, was ihre Erziehung erschwert.
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