VonStella Henrichschließen
Südtirol führt einen neuen Gästepass ein. Er lässt sich auf dem Smartphone speichern und soll den Urlaub erleichtern. Doch er gilt nicht überall – und hat noch einen Haken.
München – Bequem mit dem Zug in und nach Südtirol reisen, das geht. Nicht jeder Italien-Urlauber ist schließlich bekennender Alpinist oder Alpinistin und legt die Reise über die Alpen wie ein Bergsteigender mit Steigeisen zurück. Obendrein sorgten solche Wanderinnen und Wanderer jüngst erst bei Einheimischen für Unverständnis. In jenem Fall musste sogar die Bergrettung ausrücken. Denn immer wieder überschätzen sich Urlauber in den Tiroler Alpen. Doch derartige Eskapaden dürften nicht der Grund für den neuen Gästepass in Südtirol sein.
Wichtige Neuerung für Südtiroler Feriengäste – Pass lässt sich auf dem Handy speichern
Der sogenannte Südtirol Guest Pass löst die verschiedenen 20 Gästekarten ab, die bislang beim Besuch der Urlaubsregion galten. Urlauber können mit dem Pass, der sich auf dem Handy abspeichern lässt, Züge, Seilbahnen, Stadt- und Überlandbusse nutzen und damit von Ortschaft zu Ortschaft reisen. Urlaub in Südtirol geplant? Es gibt ein paar nützliche Tipps.
Was ist der Südtirol Guest Pass?
Der sogenannte, neue „Südtirol Guest Pass“ ermöglicht es Urlaubern und Feriengästen während ihres Aufenthaltes in Südtirol, die öffentlichen Verkehrsmittel in der Region zu nutzen. Der Pass ist digital erhältlich. Der Beitrag liegt derzeit bei 60 Cent pro Nacht und Gast. Feriengäste haben damit freien Zugang zur Nutzung des Südtirolmobil-Angebots. Die Abgabe wird laut tourismuspresse.at von jedem Gast erhoben – unabhängig, ob der Pass genutzt wird oder nicht.
Die digitale Karte soll außerdem als Besucherlenkungsinstrument verwendet werden und die sanfte Mobilität fördern. In dem Moment, in dem sich ein Gast in den Beherbergungsbetrieben anmeldet, wird er erfasst und für die Dauer seines Aufenthaltes ein personifizierter Südtirol Guest Pass generiert. Dieser wird dem Gast danach per Mail zugeschickt. Er kann den Pass ausdrucken oder im Wallet abspeichern und dann als digitale Brieftasche auf dem Smartphone nutzen.
Wichtige Neuerung: Doch der neue Gästepass gilt nicht überall
Allerdings sind Fahrten mit Fernverkehrszügen wie EC-Züge, Railjet, Frecciarossa, Frecciargento oder Italo mit dem Pass nach Auskunft von südtirolmobil.info nicht nutzbar. Auch für eine Fahrrad- und Tiermitnahme gilt er nicht.
Für folgende touristische Buslinien gilt der Südtirol Guest Pass ebenfalls nicht:
(Quelle suedtirolmobil.info)
- Linie 444 Toblach-Misurina-Drei Zinnen/Auronzohütte
- Linie 440 Kreuzbergpass-Fischleintal-Sexten
- Shuttle Linie 439 Welsberg-Prags
- Linie 442 Toblach-Niederdorf-Prags (im Zeitraum 10. Juli - 10. September 2024)
Wer dennoch lieber ohne Auto nach und in Südtirol reist, kann bei Antritt jeder Fahr den Südtirol Guest Pass an blauen Entwertungsgeräten in Bus, an Bahnhöfen und Seilbahnstationen mit entwerten und losfahren. Einige Varianten des Passes sollen laut südtirolmobil.info auch den Eintritt in zahlreiche Museen sowie die Nutzung zusätzlicher Angebote im Urlaubsgebiet ermöglichen. Detaillierte Informationen erhielten Reisende im jeweiligen Gastbetriebe vor Ort oder in den lokalen Tourismusbüros. Allerdings hängt laut einer aktuellen Umfrage Österreich in der kommenden Sommersaison Südtirol und Bayern ab.
Wichtige Neuerung in Südtirol: Einnahmen werden auf rund 20 Millionen Euro geschätzt
Die Einnahmen des Passes sollen dem Landeshaushalt zugutekommen. Jeder Gast muss für ihn entrichten, ob er genutzt wird oder nicht. Gerechnet wird laut Geschäftsführerin Mobilitätskonsortium, Sophia Oberjakober, mit rund 20 Millionen Euro. Das Geld soll für die Verbesserung und Erweiterung von Bus- und Bahnlinien sowie anderer Infrastrukturen im Land zur Verfügung stehen, sagte Oberjakober gegenüber tourismuspresse.at. Demnach auch ein Gewinn für die örtliche Bevölkerung.
Ranking: Die 15 schönsten und beliebtesten Urlaubsorte Italiens




Auch Landrat Luis Walcher ist euphorisiert von der Einführung des neuen Südtiroler Guest Passes. Er spricht von einer Dimension, die „einzigartig in Europa“ sei. Das Angebot bringe viele Vorteile für die Gäste. Es werde dafür sorgen, dass unsere Gäste während ihres Aufenthaltes auf ihr Auto verzichten, „was wiederum Vorteile für unser Land, die hier lebenden Menschen und die Umwelt bring“, so der Landrat weiter. Die Gästekarte sei ein konkreter Beitrag zur Umsetzung des Klimaplans 2040. (sthe)
Rubriklistenbild: © Hannes Brandstätter/imageBROKER/IMAGO

