Sturzverletzungen

Erste Hilfe für Ihre Gelenke: Wann Sie zum Arzt müssen

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Vor allem im Winter lauern Gefahren für unsere Gelenke. Der Experte Dr. Manuel Köhne liefert wertvolles Wissen. Die entscheidende Frage bleibt: Wann zum Arzt gehen?

Ob beim Skifahren, bei einer Winterwanderung oder einfach nur durch einen unglücklichen Schritt: Ein Sturz auf Knie, Schulter, Handgelenk, Hüfte oder Kopf ist schnell passiert und kann böse Folgen haben. Dr. Manuel Köhne erklärt Erste-Hilfe-Maßnahmen für Ihre Gelenke und wann Sie zum Arzt müssen.

Unser Experte: Chefarzt der Ski-Asse

Dr. Manuel Köhne operiert jedes Jahr mehrere hundert Wintersportler.
NameDr. Manuel Köhne
PraxisOrthopädische Chirurgie München (OCM)
FunktionLeitender Mannschaftsarzt der Deutschen Alpinen Ski-Nationalmannschaft
FachrichtungFacharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie
SpezialgebietKnieverletzungen, speziell Operationen (u.a. Eingriffe an Kreuzbändern und Menisken; auch Gelenkersatz)

Nach Stürzen aufs Gelenk gilt die PECH-Regel

Riskanter Sturz: Zum einen trägt diese Skifahrerin keinen Helm, zum anderen löst ihre zu hart eingestellte Bindung nicht aus.

Generell gilt nach Stürzen die PECH-Regel. Sie steht für die Begriffe Pause, Eis, Compression und Hochlagerung. Dadurch soll eine stärkere Einblutung ins Gelenk verhindert werden. Gegen die Schmerzen helfen Tabletten wie Ibuprofen oder Voltaren, die auch entzündungshemmend wirken. Aber diese Maßnahmen reichen nicht immer aus. Es gibt Anhaltspunkte, wann ein Arztbesuch sinnvoll ist – und wie rasch dieser erfolgen sollte.

So schätzen Sie Ihre Knieverletzung richtig ein

Wenn es beim Sturz ein knackendes Geräusch gab und starke Schmerzen auftreten, ist meist etwas Schlimmeres passiert – noch dazu, wenn man das Bein nicht mehr belasten kann. Solche Symptome sprechen für eine knöcherne Verletzung. Der Klassiker ist ein Schienbeinkopfbruch. Dieser lässt sich nur mit einem Röntgenbild oder einer Computertomografie diagnostizieren, am besten noch im Skigebiet. Wenn sich das Bein nicht mehr wie gewohnt strecken oder beugen lässt, spricht das für einen eingeklemmten Meniskus oder ein abgelöstes Knorpelstück. Das sieht man auf einem Röntgenbild nicht, man braucht eine MRT.

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Knieschmerzen, die länger als drei Tage andauern, abklären lassen

Bei leichten Schmerzen im Knie ohne Blockade, Instabilität und Schmerzen beim Gehen muss man auch nicht zwingend sofort zum Arzt gehen. Es kann auch eine vergleichsweise harmlose Kapselzerrung, Stauchung oder Quetschung des Kniegelenks dahinterstecken. Grundsätzlich gilt allerdings: Alle Schmerzen und Schwellungen in einem nicht vorgeschädigten Knie, die länger als drei Tage anhalten, sollten abgeklärt werden.

Dr. Manuel Köhne: Schnapp- und Schnalzgeräusche im Knie deuten auf Kreuzbandriss hin

Dr. Manuel Köhne von der Praxis Orthopädische Chirurgie München (OCM).

Bei einem oder oft sogar zwei kurz hintereinanderfolgenden Schnapp- oder Schnalzgeräuschen im Kniegelenk und anschließendem Instabilitätsgefühl ohne starke Schmerzen steckt oft ein Riss des vorderen Kreuzbandes dahinter. In der Regel schwillt das Knie am Abend danach leicht bis mittelstark an und ein mäßiger Schmerz kommt auf der Außenseite des Knies dazu. Ein MRT ist erforderlich, um das Ausmaß der Verletzung und mögliche Begleitverletzungen festzustellen. Eine Operation wird in fast allen Fällen circa vier bis sechs Wochen nach dem Unfall bei einem Kniespezialisten empfohlen. 

Das sind die Knackpunkte bei Stürzen auf Hüfte und Oberschenkel

Wenn der Oberschenkel bei Belastung auf ganzer Länge über zehn, 15 Zentimeter schmerzt, sind möglicherweise Sehnen lädiert, etwa die Adduktoren, die Quadrizepssehne auf der Vorderseite oder die Hamstrings auf der Rückseite. In Ruhe verursachen diese Verletzungen kaum Beschwerden. Bei sehr starken Oberschenkelschmerzen nach Stürzen sollte man rasch ein Röntgenbild machen lassen, um einen möglichen Bruch abzuklären – gerade, wenn man nicht mehr richtig auftreten kann. Eine meist schnell verfügbare Ultraschalluntersuchung kann Muskel- und Sehnenverletzungen gut aufdecken. 

Wie Sie Schulterschmerzen richtig einordnen

Vielen Sportlern macht die Schulter zu schaffen.

Wenn man eine Art Schnappen im Arm bemerkt und starke Schmerzen hat und den Arm nicht mehr bewegen kann, dann könnte die Schulter ausgekugelt sein. Bei einem Bruch des Oberarmkopfs hat man extreme Schmerzen, auch wenn sich der Arm mitunter noch leicht bewegen lässt. Oft kommt auch eine Schultereckgelenk-Sprengung vor. Dabei hat der Patient meist nur punktuelle Schmerzen, kann den Arm allerdings kaum noch über 90 Grad anheben. Bei Schlüsselbeinbrüchen tritt der Schmerz meist an der Vorderseite der Schulter auf. Oft sieht man hier eine leichte Fehlstellung des Knochens durch eine Schwellung unter der Haut. Für eine Sehnenverletzung der Rotatorenmanschette spricht eher, dass die Schmerzen zeitverzögert, oft erst in der Nacht, stärker werden. Direkt nach dem Unfall spüren die Betroffenen häufig nur ein leichtes Ziehen in der Schulter.

Nach Stürzen auf den Kopf keine Aspirin-Tabletten nehmen

Auf der Piste und vor allem auch im freien Gelände erleiden trotz Helms relativ viele Skifahrer eine Gehirnerschütterung. Sie äußerst sich durch Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, teilsweise auch durch Sprachstörungen und Konzentrationsprobleme. Wenn der Patient bewusst los war, muss er immer in die Röhre, um mit einer Computertomografie (CT) eine Gehirnblutung auszuschließen. Nach einem Sturz auf den Kopf keinesfalls Aspirin-Tabletten nehmen, weil das blutverdünnende Medikament schlimmstenfalls eine Hirnblutung befeuern könnte.

Entzündungen im Körper ausbremsen: Zehn Lebensmittel, die helfen

Ein Regal mit Gemüsesorten wie Stielmus, Weißkohl, Blumenkohl, Wirsing und Rotkohl
Gemüse wie Kohl liefert viel Vitamin C und zahlreiche sekundäre Pflanzenstoffe wie beispielsweise Glucosinolate, die antientzündlich wirken. © Gottfried Czepluch/Imago
Mann sammelt Himbeeren.
In allen Beeren finden sich Flavonoide, die ebenfalls zu den sekundären Pflanzenstoffen zählen. Sie bremsen die Bildung von Botenstoffen, die im Körper Entzündungen verstärken. © Mint Images/Imago
Rote Zwiebelringe
Von Porree bis Knoblauch: Alle Zwiebelgewächse enthalten Sulfide, entzündungshemmende Schwefelverbindungen. © Addictive Stock/Imago
Salbei, Thymian, Petersilie und Rosmarin im Glas.
In Kräuter stecken großen Mengen an sekundären Pflanzenstoffen und ätherischen Ölen. So enthält beispielsweise Thymian Thymol und Minze Menthol, die antientzündlich wirken, indem sie in den Botenstoffwechsel des Immunsystems eingreifen.  © Panthermedia/Imago
Kamillentee
Die antientzündliche Wirkung von Wildkräutern wie der Echten Kamille ist in vielen Studien nachgewiesen. Als Tee lindert sie Beschwerden im Mund und im Magen-Darm-Trakt. Dabei hemmt sie Prostaglandine, Botenstoffe, die im Körper Entzündungsprozesse fördern. © Shotshop/Imago
Indische Gewürze in Schälchen
Gewürze, vor allem die der indischen und asiatischen Küche, sind nicht nur reich an sekundären Pflanzenstoffen. Sie regen auch die Durchblutung an. So wird zum Beispiel bei Arthrose die Gelenkschleimhaut gestärkt und der Entzündungsherd verkleinert. © imagebroker/Imago
Teller mit Algen und einer Dorade.
Gutes aus dem Meer: Sowohl Algen als auch Seefisch enthalten Omega-3-Fettsäuren, die Bausteine für Interleukine liefern. Diese Botenstoffe verringern chronische Abwehrreaktionen. © Panthermedia/Imago
Frau öffnet Walnüsse mit Hammer
Jeden Tag eine Handvoll Nüsse: Eine Studie zeigt, dass ihr Verzehr entzündliche Biomarker im Körper verringert. Vor allem Walnüsse. © agefotostock/Imago
Flaschen mit Pflanzenölen wie Leinsamen- oder Olivenöl
Hochwertige pflanzliche Öle aus Oliven, Hanf oder Leinsamen haben beispielsweise bei rheumatischen Erkrankungen einen positiven Effekt gezeigt.  © agefotostock/Imago
Fermentiertes Gemüse
Fermentiertes Gemüse liefert Ballaststoffe und Probiotika. Letztere sind Futter für Bakterien im Dickdarm, die entzündungshemmende Fettsäuren herstellen. © Westend61/Imago

Was Sie bei Schmerzen im Handgelenk beachten müssen

Neben Handgelenksbrüchen verletzen sich Sturzopfer häufig die Bänder – insbesondere dann, wenn sich beim Skifahren die Schlaufen der Stöcke nicht lösen. Dann spricht man von einem Skidaumen. Die Betroffenen haben einschießende Schmerzen, können nicht mehr greifen, und es bildet sich oft ein Bluterguss. Mit einer Magnetresonanztomografie (MRT) wird abgeklärt, ob die Bandverletzungen durch Ruhigstellung ausheilen können oder operiert werden müssen. Bei Verdacht auf einen Knochenbruch ist ein Röntgenbild nötig, bei verschobenen Brüchen auch eine CT. In diesen Fällen wird meist operiert.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion leider nicht beantwortet werden.

Rubriklistenbild: © Foto: OCM

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