Mobilitätstrends

Neue Umfrage überrascht: Das denken Deutsche wirklich über E-Auto-Ladestationen

Sind E-Autos alltagstauglich? Eine neue Umfrage zeigt, wie Fahrer und Nicht-Fahrer die Entwicklung bewerten und wie unterschiedlich die Wahrnehmungen ausfallen.

Die Elektromobilität nimmt Fahrt auf, doch die öffentliche Meinung ist gespalten: Während einige Kritik an Reichweite und Ladesituation üben, sieht die Entwicklung für andere deutlich positiver aus. Eine aktuelle Umfrage liefert interessante Einblicke in die Wahrnehmung von E-Autos und zeigt, wie stark die Meinungen zwischen Fahrern und Skeptikern abweichen.

Die Umfrage zeigt, wie die Entwicklung der Ladesituation von E-Autos bewertet und wahrgenommen wird. (Symbolbild)

Die Umfrage der DEVK-Versicherung befragte 2.064 Personen, darunter auch E-Auto-Besitzer. Insgesamt bewerteten 55 Prozent der Befragten die Ladesituation als „schlecht“ oder „sehr schlecht“, während nur 14 Prozent sie als „gut“ oder „sehr gut“ einstuften. Bei einer weiteren Umfrage, bei der ca. 2.000 Personen mindestens in E-Autos interessiert oder Besitzer davon sind, fiel die Bewertung deutlich besser aus. 38 Prozent von ihnen bezeichneten die Lademöglichkeiten als „gut“ oder „sehr gut“, während nur 26 Prozent sie als „schlecht“ oder „sehr schlecht“ bewerteten.

Warum persönliche Erfahrungen die Meinung prägen

Die unterschiedliche Wahrnehmung erklärt sich durch die alltäglichen Erfahrungen der Befragten. E-Auto-Besitzer sind mit den tatsächlichen Gegebenheiten wie Ladezeiten und Reichweiten vertraut und können die Infrastruktur realistischer einschätzen. Nicht-Besitzer hingegen sind oft auf Medienberichte angewiesen, die häufig die Herausforderungen der Elektromobilität in den Vordergrund stellen.

Trotz der positiven Bewertungen durch Fahrer gibt es auch bei ihnen Verbesserungsvorschläge. Besonders der Ausbau von Schnellladestationen wird als wichtig angesehen. Hier wird mehr Engagement von Politik und Wirtschaft gefordert, um die Elektromobilität flächendeckend zu fördern. Durch den Ausbau von Ladesäulen vermehrt sich aber auch die Kriminalität, denn viele Diebe machen auf diese jetzt Jagd und lösen dabei Millionenschäden aus. Laut der Umfrage bewerten sowohl Fahrer als auch Nicht-Fahrer die Situation in Städten positiver als in ländlichen Gebieten.

Elektroauto laden: Diese zehn kommen nach 20 Minuten am weitesten

Kia EV6
Kia EV6: 309 Kilometer. Dank moderner 800-Volt-Ladetechnik fährt das Mittelklasse-SUV aus Südkorea klar an die Spitze. Die Version mit Heckantrieb und 77,4-kWh-Akku war das einziges Modell des Testfeldes, das die 300-Kilometer-Marke knackte. Basispreis: 46.990 Euro. © weigl.biz
Mercedes-Benz EQS 450+
Mercedes-Benz EQS 450+: 275 Kilometer. Die Luxuslimousine für mindestens 107.326 Euro holt aus der verwendeten 400-Volt-Technik dank präzisem Lade- und Temperatur-Management das Optimum heraus. Getestet wurde die Long-Range-Version mit 108-kWh-Akku und Heckantrieb. © Deniz Calagan/Mercedes-Benz AG
BMW iX
BMW iX: 273 Kilometer. Das große Elektro-SUV trat als xDrive50 mit serienmäßigem Allradantrieb zum Test in der Oberklasse-Kategorie an – und mit mächtigem 105,2-kWh-Akku. Der Basispreis des mächtigem Stromers liegt bei 84.600 Euro. © Uwe Fischer/BMW
Hyundai Ioniq 5
Hyundai Ioniq 5: 272 Kilometer. Das südkoreanische SUV ist technisch mit dem Testsieger Kia EV6 verwandt, und nutzt dieselbe schnelle 800-Volt-Technik. Die sparsamere Heckantriebsversion kostet ab 43.900 Euro, getestet wurde die Ausführung mit 72,6-kW-Akku für 4.000 Euro Aufpreis. © Dino Eisele/Hyundai
Porsche Taycan GTS
Porsche Taycan: 271 Kilometer. In der Oberklasse lagen die Testwerte relativ dicht beieinander. In der Version GTS fährt der Elektro-Porsche (Basispreis 86.733 Euro) mit 93,4-kWh-Akku nur knapp hinter den Klassenbesten her, er kann ebenfalls mit 800 Volt laden. © Porsche AG
Audi e-tron GT quattro
Audi e-tron GT quattro: 237 Kilometer. Der viertürige, Elektrosportler mit Allradantrieb basiert auf dem Porsche Taycan und verfügt daher ebenfalls über schnelle 800-Volt-Technik und einen 93,4-kWh-Akku, ist aber etwas größer und geräumiger. Preis: ab 104.000 Euro. © Audi
BMW i4 eDrive40
BMW i4: 235 Kilometer. Die Elektroversion der konventionell angetriebenen 4er-Reihe ist das sportlichste Modell der Mittelklasse-Wertung. Als eDrive40 kostet er ab 59.200 Euro und verfügt über einen Akku mit 83.9 kWh Kapazität. © BMW
Tesla Model 3
Tesla Model 3: 221 Kilometer. Der Elektroauto-Pionier legt seit jeher mehr Wert auf Reichweite als auf schnelles Laden, was bei der Akku-Auslegung ein Zielkonflikt ist. Der Test der Long-Range-Version mit 82,1-kWh-Akku erfolgte an markeneigenen Superchargern. Basispreis des Model 3: 52.965 Euro. © Tesla
Polestar 2
Polestar 2: 218 Kilometer. Die noch junge Marke gehört zum chinesischen Geely-Konzern, die Autos werden von dessen Tochter Volvo entwickelt und in China produziert. Den Polestar gibt es ab 46.495 Euro, gemessen wurde die heckgetriebene Long-Range-Version mit 78-kWh-Akku. © Polestar
BMW iX3
BMW iX3: 201 Kilometer. Ein weiterer BMW nach dem bewährten Muster, ein Verbrennermodell zum Stromer umzurüsten. Das Mittelklasse-SUV kostet ab 67.300 Euro und verfügt über einen Akku mit 80 kWh Kapazität. © BMW

Die Umfrage der DEVK-Versicherung zeigt klar, dass die Wahrnehmung von E-Autos stark von der eigenen Erfahrung abhängt. Dies unterstreicht die Bedeutung von Aufklärung und weiterer Ausbau der Ladeinfrastruktur, um den Umstieg auf Elektromobilität attraktiver zu machen. Aufgepasst an alle Autofahrer: Auch wenn Sie andere elektronische Geräte nutzen, kann dafür wie ein Verstoß vom Handyverbot zahlen.

Rubriklistenbild: © IMAGO / Sven Simon

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