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Der Koalitionsausschuss hat sich auf eine Summe zur Förderung von E-Mobilität geeinigt. Weitere Beschlüsse, die sich auf Autofahrer auswirken, dürften folgen.
Berlin – Der Koalitionsausschuss der schwarz-roten Bundesregierung hat getagt. Neben, mit Spannung erwarteten, Rentenänderungen und einer umstrittenen Bürgergeld-Reform war dabei auch das Aus für Neufahrzeuge mit Verbrennermotor innerhalb der EU ab dem Jahr 2035 Thema. Während die SPD daran festzuhalten scheint, stellt die Union das Verbot infrage. Dennoch soll sich der Umstieg auf ein E-Auto für bestimmte Personengruppen nun stärker lohnen.
So hat der Koalitionsausschuss jetzt einen Beschluss gefasst, um den Umstieg auf ein E-Auto zu fördern. Bis 2029 sollen die Mittel des EU-Klimasozialfonds zuzüglich von insgesamt drei Milliarden Euro aus dem Klima- und Transformationsfonds eingesetzt werden. Unterstützt werden sollen Haushalte mit mittlerem und kleinem Einkommen beim Umstieg auf emissionsfreie Fahrzeuge.
Wer ein E-Auto least, könnte bald hunderte Euro einsparen
„Wir wollen spürbare Vorteile für Verbraucher durch die Nutzung emissionsfreier Fahrzeuge im Straßenverkehr, und den Umstieg auf klimaneutrale Mobilität gezielt unterstützen“, heißt es dazu im Beschlusstext, der auch IPPEN.MEDIA vorliegt. Welche Haushalte genau unterstützt werden sollen, dürfte die Bundesregierung bald konkretisieren. Ein mittleres Einkommen pro Haushalt liegt ungefähr bei bis zu 4.800 Euro im Monat.
Mit der Unterstützung gemeint sein dürfte eine Maßnahme, die als „Social Leasing“ bekannt ist. Dabei würde der Staat die Leasingraten für ein Elektroauto bei Menschen bezuschussen, die ein bestimmte Einkommensgrenze nicht überschreiten. Ob das Förderprogramm wirklich nötig ist, daran zweifelt zumindest ein bekannter Wirtschaftswissenschaftler.
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Nach Angaben des Focus sind Leasingraten zwischen 100 und 200 Euro pro Monat angepeilt, die dann noch vom Verbraucher selbst zu zahlen wären. Wer ohnehin überlegt, auf ein E-Auto umzusteigen, oder ein neues Auto leasen möchte, könnte bei der Wahl auf ein E-Auto also bald ordentlich profitieren.
Steuerbefreiung bei neu zugelassenen E-Autos soll verlängert werden
Eine weitere Maßnahme zur Förderung des Umstiegs wird sehr wahrscheinlich bald kommen. Die Bundesregierung will die Kfz-Steuerbefreiung für Elektroautos bis 2035 verlängern. Dies hatte sie vor Kurzem mitgeteilt.
Bisher war es so, dass Elektrofahrzeuge, die im Jahr 2025 zugelassen wurden, für einen Zeitraum von fünf Jahren von der Abgabe befreit waren. Diese Regelung soll in Zukunft für alle Neuzulassungen bis zum Jahr 2030 gelten, wobei die Befreiung dann jeweils fünf Jahre ab der Zulassung andauern soll. Die geplante Regelung betrifft ausschließlich Fahrzeuge, die rein elektrisch betrieben werden.
Nutzung eines Verbrennerautos wird durch CO2-Steuer in den kommenden Jahren weniger attraktiv
Zugleich könnte sich die Kfz-Steuer für Verbrennerautos erhöhen. Laut Handelsblatt hat das Bundesumweltministerium einen Vorschlag dazu gemacht. Fest steht schon jetzt, dass sich die CO₂-Steuer in den kommenden Jahren erhöhen wird. Für Halter eines Verbrennerautos wird es dann deutlich teurer, dieses zu betreiben.
Dass das Verbrenneraus 2035 kommt, ist indes noch immer Stand der Dinge. Neuwagen, die mit Benzin oder Diesel betrieben werden, dürfen auf dem europäischen Markt dann nicht mehr verkauft werden. Eine Ausnahme könnte es aber bei Verbrennermotoren geben, die synthetische Kraftstoffe nutzen. Dafür bräuchte es eine weitere EU-Verordnung.
Union will Verbrenner-Aus 2035 abwenden
CSU-Chef Markus Söder hält es für unrealistisch, dass ab 2035 nur noch E-Autos auf deutschen Straßen unterwegs sind. Auch Bundeskanzler Friedrich Merz sagte jüngst gegenüber n-tv: „Meine klare Vorstellung ist, dass wir dieses sogenannte Verbrennerverbot in der Form nicht aufrechterhalten.“ Zudem stellt der Chef des größten deutschen Automobilherstellers VW das Aus infrage.
Auch die SPD will Deutschland indes als einen starken Automobilstandort bewahren. Einig ist man sich mit dem Koalitionspartner darin, dass Arbeitsplätze in der Automobil- und Zuliefererbranche möglichst gehalten werden sollen. Wie das am besten gelingt, darüber gibt es noch keine einheitliche Position.
Autogipfel mit Chefs der Automobilhersteller und Zulieferer
Beide Seiten betonten, dass sie ergebnisoffen in den Autogipfel gehen wollen. Das geht aus einer Meldung der Deutschen Presse Agentur hervor. Eingeladen waren am Donnerstag, 9. Oktober, unter anderem die Chefs der großen deutschen Automobilhersteller sowie Vertreter der Gewerkschaften.
„Wir wollen mit der Automobilindustrie darüber reden, was wir tun müssen, damit wir die schwere Krise der deutschen Automobilindustrie und der Zulieferer in Deutschland möglichst schnell überwinden. Was ist dazu in der nationalen Gesetzgebung notwendig und was ist dazu in der europäischen Gesetzgebung notwendig.“ Damit sprach der Kanzler einen entscheidenden Punkt an.
Denn Deutschland kann bei einem möglichen Rücktritt vom Verbrenner-Aus oder einer Abmilderung desselben keinen Alleingang machen. Es bräuchte die Zustimmung von genügend anderen Mitgliedstaaten. Doch einige Länder wie zum Beispiel Schweden oder die Niederlande haben dazu eigene Gesetze, die noch vor 2035 in Kraft treten. Ein europäisches Land hat Verbrenner bereits jetzt nahezu abgeschafft. (Quellen: focus.de, dpa, spiegel.de, n-tv, Handelsblatt) (fld)
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