Leberschäden durch Zimt: Wer das Gewürz liebt, sollte sich auf eine Sorte beschränken
VonJuliane Gutmann
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Das ganze Jahr über verfeinert Zimt Gebäck, Kaffee oder Currys. Es hat gesundheitliche Vorteile, aber löffelweise sollte man es nicht zu sich nehmen.
Sie lieben den Geschmack von Zimt? Dann zählen Sie bestimmt zu denjenigen, die in Kaffee und Kakao Zimtpulver einrühren. Auch Gebäck wird vielleicht von Ihnen mit dem Gewürz bestreut. Im Grunde ist das eine gute Idee. So sollen die Inhaltsstoffe im Zimt antioxidativ, entzündungshemmend und krebshemmend wirken, wie die AOK informiert. Es gibt auch Hinweise darauf, dass Zimt den Blutzuckerspiegel reguliert und sich so positiv bei Diabetes auswirkt. Des Weiteren regt das Gewürz Appetit und Darmtätigkeit an. Deshalb wird es auch bei Verdauungsproblemen wie Blähungen als Hausmittel eingesetzt, wie die Apotheken Umschau schreibt.
Schon in der Antike wurde Zimt als kostbares Gut gehandelt und in der traditionellen chinesischen Medizin sowie in der Ayurveda-Heilkunst verwendet. Von Sri Lanka aus gelangte es über Handelswege in die ganze Welt. In Europa wird es seit dem Mittelalter als Gewürz und Heilmittel eingesetzt.
Wie wird Zimt gewonnen?
Die getrocknete Rinde von Zimtbäumen ergibt Zimtstangen. Rindenstücke werden dafür röhrenförmig zusammengerollt. Wenn Zimtstangen gemahlen werden, entsteht Zimtpulver.
Cumarin in Zimt nicht überdosieren
Doch wie so einige Lebensmittel kann man auch das Gewürz überdosieren. Vor allem der Cumarin-Gehalt ist entscheidend. Dabei handelt es sich um einen sekundären Pflanzenstoff in Zimt. Bestimmte Zimtsorten enthalten besonders viel Cumarin, was potenziell gesundheitsschädlich ist. Der AOK zufolge können bereits kleine Mengen dieser Zimtsorten, sofern sie regelmäßig eingenommen werden, die Leber schädigen. Vor allem Kinder und Menschen mit Lebererkrankungen seien gefährdet, heißt es weiter.
Das Gemeinsame Giftinformationszentrum der Länder Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen informiert, dass bei einem Verzehr geringer Zimtmengen in Form von üblicher Verwendung als Gewürz keine Vergiftungsgefahr vorliegt. Regelmäßiger Verzehr größerer Mengen sei aber möglicherweise problematisch aufgrund des erhöhten Cumaringehalts in bestimmten Zimt-Sorten.
Zu den möglichen Symptomen einer Cumarinvergiftung zählen der AOK zufolge:
Die AOK warnt vor Nahrungsergänzungsmitteln mit Cumarin. Durch diese steige das Risiko, den Aromastoff überdosiert einzunehmen. Auch die Deutsche Diabetes Gesellschaft rät davon ab, Zimtpräparate als Nahrungsergänzungsmittel einzunehmen. Die Apotheken Umschau schreibt, dass Cassia-Zimt als Kapsel oder Tablette langfristig verwendet zu Leberstörungen führen kann.
Der im Lebensmittelhandel überwiegend angebotene Cassia-Zimt kann laut Bundesinstitut für Risikobewertung erhöhte Mengen an leberschädigendem Cumarin enthalten. Ceylon-Zimt enthalte dagegen weniger Cumarin und sei deshalb für Vielverwender besser geeignet, so das BfR.
Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion nicht beantwortet werden.