VonJuliane Gutmannschließen
Viele nehmen Nahrungsergänzungsmittel, wenn sich eine Erkältung anbahnt. Beliebt sind Vitamin C und Zink. Doch sinnvoll soll der Einsatz nicht sein, wie Experten informieren.
Nahrungsergänzungsmittel sollten nur dann eingenommen werden, wenn ein Mangel ärztlich nachgewiesen ist. Doch die Realität sieht anders aus. Wenn sich erste Symptome einer Erkältung zeigen, greifen viele zu Brausetabletten oder Kapseln mit Vitamin C und Zink. Dem Volksmund zufolge soll dies die Erkältung aufhalten oder sie verkürzen können. Doch stimmt das wirklich? Wissenschaftler sind sich uneinig. Einige Untersuchungen sprechen allerdings eher dafür, dass Nahrungsergänzungsmittel, die gegen Erkältungen wirksam sein sollen, für gesunde Erwachsene überflüssig sind.
„Präparate zur Stärkung des Immunsystems helfen sofort – allerdings nur dem Hersteller und dem Apotheker“, zitiert etwa der Spiegel Ferdinand Gerlach, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin sowie Direktor des Instituts für Allgemeinmedizin der Goethe-Universität in Frankfurt am Main.
Schnelle Hilfe bei Erkältung? Wie sinnvoll Nahrungsergänzungsmittel wirklich sind
Auch Professor Martin Smollich vom Institut für Ernährungsmedizin der Universität Lübeck ging der Deutschen Apotheker Zeitung zufolge der Frage nach, wie sinnvoll Nahrungsergänzungsmittel gegen Erkältungen sind. Vitamin C verringert weder die Häufigkeit von Infekten noch die Infektdauer, so der Experte.
Interessante Fakten rund um Nahrungsergänzungsmittel wie Vitamin C und Zink als vermeintliche Erkältungshelfer:
- Eine detaillierte Analyse von drei Nahrungsergänzungsmitteln gegen Erkältungen – Orthomol Immun, Zinktabletten und Esberitox Compact – ergab wenig überzeugende Ergebnisse, wie der Spiegel berichtete.
- Die überwiegende Meinung unter Ernährungsmedizinern ist, dass bei einer ausgewogenen Ernährung mit ausreichender Nährstoffaufnahme die Verwendung von Nahrungsergänzungsmitteln in den meisten Fällen nicht notwendig ist.
- Trotzdem werden in der Werbung oft Präparate mit Zink und Vitamin C als wahre Wundermittel dargestellt.
- Die Einnahme von Vitamin C wurde in Studien nicht mit einer Verkürzung der Krankheitsdauer bei Erkältungen in Verbindung gebracht. Eine Ausnahme bildet eine Studie, die ergab, dass die Einnahme von Ascorbinsäure (auch Vitamin C genannt) vor körperlicher Anstrengung die Infekthäufigkeit bei Soldaten verringern könnte.
Immunsystem stärken und so Grippe bis Corona vorbeugen – acht einfache Regeln




- Für Zinkpräparate gibt es widersprüchliche Empfehlungen. Die Verbraucherzentrale und das Ärzteblatt informieren, dass bisher keine Belege vorliegen, dass die Einnahme von Zinknahrungsergänzung sinnvoll bei Erkältungen ist. Professor Martin Smollich vom Institut für Ernährungsmedizin der Universität Lübeck ist anderer Meinung. Ihm zufolge können Zink-Nahrungsergänzungsmittel die Infekthäufigkeit und -dauer reduzieren, sollten jedoch nicht über einen längeren Zeitraum in hohen Dosen eingenommen werden, da dies zu Vergiftungserscheinungen führen kann. Das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) empfiehlt die Tageshöchstmenge von 6,5 mg Zink für Erwachsene.
- Für Kinder und Jugendliche ist die Einnahme von Zink-Nahrungsergänzungsmitteln nicht empfohlen, so eine Information der Verbraucherzentrale.
- Die Abwehrkräfte des Körpers können auf kostengünstige und wissenschaftlich bewiesene Weise gestärkt werden. Dazu gehören Maßnahmen wie häufiges Händewaschen, das Vermeiden von Gesichtsberührung, regelmäßige Bewegung an der frischen Luft, ausreichender Schlaf, eine ausgewogene Ernährung, mäßiger Alkoholkonsum und Stressreduktion.
Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion leider nicht beantwortet werden.
Dieser Artikel wurde mithilfe maschineller Unterstützung erstellt und vor der Veröffentlichung von der Redakteurin Juliane Gutmann sorgfältig überprüft.
Rubriklistenbild: © Andreas Berheide/Imago

