Viele Deutsche kommen gestresst aus dem Sommerurlaub zurück. Eine Umfrage zeigt deutlich, was den meisten auf die Laune drückt.
Kein schönes Szenario: Monatelang arbeitet man ohne Unterbrechung, fiebert dem wohl verdienten Sommerurlaub entgegen und wenn es dann endlich so weit ist, geht diese eine ungeplante Kleinigkeit schief und gleich ist der ganze Urlaub im Eimer. Das kann ein Streit mit dem Partner, ein platter Reifen oder anderweitiger Reisestress sein – das sind die häufigsten Gründe der Deutschen für einen vermiesten Urlaub.
Sommerurlaub 2024: Nicht alle Deutschen fanden tatsächlich Erholung
Beim Urlaub ist es wie bei den meisten anderen Dingen im Leben auch: Es ist Geschmackssache. Damit ist sowohl das Reiseziel gemeint als auch, wie stressig ein Urlaub sein darf, bevor er keinen Spaß mehr macht. Manche Leute nehmen lange Flugreisen und Strapazen gerne auf sich, wenn es bedeutet, dadurch die spektakulärsten Winkel der Welt zu entdecken. Andere mögen es lieber ruhig und wollen bloß nicht in ihrer Erholung gestört werden.
Wie erholt die Deutschen dann tatsächlich aus dem Urlaub zurückkommen, untersucht die DAK jedes Jahr. Die Krankenkasse lässt seit 2012 jährlich vom Marktforschungsinstitut forsa (Gesellschaft für Sozialforschung und statistische Analysen mbH) eine für Deutschland repräsentative Umfrage durchführen. 2024 wurden die Teilnehmenden im August zum Thema „Sommerurlaub 2024“ befragt und 41 Prozent gaben dabei an, sich „sehr gut“ erholt zu haben; 44 Prozent gaben „gute“ Erholung an. Dagegen stehen elf Prozent der Urlauber, die sich „weniger gut“ erholt haben und drei Prozent der Befragten gaben sogar an, sich „überhaupt nicht“ erholt zu haben.
Urlaub völlig vermiest: Warum die Deutschen ihre Auszeit nicht genießen können
Die Deutschen, die sich im Urlaub nicht erholen konnten, haben dafür ganz verschiedene Gründe. Der häufigste ist aber ein recht simpler: Die meisten Leute können trotz Urlaub nicht abschalten. 49 Prozent aller Befragten gaben an, einfach nicht zur Ruhe kommen zu können. Der zweithäufigste Grund sind Streits mit der Familie und mit Freunden. 32 Prozent sagen: Wenn es im Urlaub mit den Lieben scheppert, dann ist gleich der ganze Trip im Eimer.
Auch das Wetter spielt bei vielen eine wichtige Rolle. So gaben 19 Prozent der Befragten an, dass sie sich nicht entspannen konnten, weil es zu heiß war. Acht Prozent ließen sich den Urlaub hingegen von schlechtem Wetter vermiesen. Weitere 17 Prozent gaben an, dass der Stress bei der An- und Abreise einfach so groß war, dass er den ganzen Urlaub belastete. Dazu zählten zum Beispiel Chaos am Bahnhof, gestrichene Flüge etc.
14 Prozent der Befragten haben sich im Urlaub verletzt, dass sie diesen kurzerhand beenden mussten oder zumindest die restliche Zeit ruiniert war. Auch höhere Erwartungen, die dann vom tatsächlichen Urlaubsziel, der Unterkunft oder der Verpflegung nicht gedeckt wurde, sorgten bei elf Prozent der Befragten für eine miese Enttäuschung im Urlaub. Zusätzlich gaben acht Prozent an, dass ihr Urlaub nicht erholsam war, weil sie trotzdem erreichbar bleiben mussten.
So erholen sich die Deutschen gut: Diese Faktoren machen den Urlaub schöner
Wer zu denen gehört, die sich dieses Jahr den Sommerurlaub haben vermiesen lassen, sollte sich vielleicht im nächsten Jahr etwas von den Befragten abschauen, die ihren Urlaub erholsam fanden. Auch hier gehen die Gründe dafür, warum der Urlaub besonders gut war, auseinander. 84 Prozent gaben an, dass Sonne und Natur ein wichtiger Faktor waren und 74 Prozent fanden vor allem die Zeit mit der Familie erholsam – in dem Fall dann wohl ohne Streitereien. 73 Prozent fanden allein den Tapetenwechsel erholsam und 69 Prozent gefiel es besonders gut, im Urlaub mehr Zeit für sich selbst zu haben. Dass sie nicht arbeiten mussten, fanden 64 Prozent der Befragten erholsam, 57 Prozent fanden ihren Ausgleich bei für Sport und Bewegung und 32 Prozent genossen, das Handy im Urlaub ignorieren zu können.
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Generell sollte man seinem Urlaub, auch wenn ein paar Dinge schiefgehen, weiterhin eine Chance geben. Laut dem Magazin Spektrum der Wissenschaft, das sich auf den niederländischen Tourismuswissenschaftler Jeroen Nawijn bezieht, gibt es nämlich die sogenannte „Urlaubs-Glückskurve“. Nach dieser muss man die ersten Tage erst einmal vom Reisestress runterkommen. Danach folgen die eigentlich erholsamen Urlaubstage, in denen die Stimmung ansteigt, bevor sie am Ende wegen des Ausblicks auf die Heimreise und den Alltag schon wieder abfällt. Vor allem, wer sich von Stress schnell Aktivitäten vermiesen lässt, sollte also erst einmal durchatmen, abwarten und dem Erholungsurlaub auch bei kleinen Hindernissen noch eine Chance geben.
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