Toppmöller zur Doppelspitze

Teure Stürmer, wenig Platz: Eintrachts 47-Millionen-Dilemma

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Eintracht Frankfurt hat viel Geld für den Sturm investiert. Spielen Jonathan Burkardt und Elye Wahi gemeinsam? Trainer Dino Toppmöller steckt in der Klemme.

Frankfurt – Es war eine deutliche Ansage auf die Frage von Absolut Fussball, dem Fußballportal von Home of Sports, ob Eintracht Frankfurt auf ein System mit Doppelspitze umstellen könnte. Trainer Dino Toppmöller richtete das Mikrofon und sendete eine klare Botschaft: „Vielleicht in einem Spiel, aber nicht auf Dauer, weil wir nicht genug Stürmer haben.“

Elye Wahi und Jonathan Burkardt sollen für Tore bei der Eintracht sorgen

Diese Ansage ist aus mehreren Gründen problematisch. Jonathan Burkardt und Elye Wahi waren teuer, das Duo hat zusammenaddiert knapp 47 Millionen Euro gekostet. Einer von beiden wird zu Beginn der Partien zumeist auf der Bank Platz nehmen müssen. Das große Ziel, Marktwerte zu steigern, kann so nur äußerst schwer erreicht werden.

Burkardt und Wahi? Eintracht-Trainer schiebt den Riegel vor

Da Burkardt als „Königstransfer“ im Sommer und nach zuletzt drei Pflichtspieltreffern die Nase deutlich vorn hat, ist die Rolle für Wahi klar. Der im Winter aus Marseille gekommene Angreifer wird überwiegend die Jokerrolle annehmen und über Kurzeinsätze Akzente setzen müssen. Für ihn wird es somit nicht leichter, Selbstvertrauen zu tanken und die Zweifel von Beobachtern zu zerstreuen.

Die Konkurrenz kann sich somit auf die Eintracht mit Ein-Mann-Spitze einstellen. Toppmöller ist es offenbar zu riskant, nur noch Michy Batshuayi als Alternative ins Rennen schicken zu können. Nicht umsonst wollten die Hessen am Deadline Day noch William Osula von Newcastle United verpflichten. Schon jetzt gehen die Spekulationen los, ob der 22-Jährige im Winter kommt.

Europapokal in Frankfurt: Galatasaray-Fans sorgen für prickelnde Atmosphäre – die Fotos des Tages

Am Donnerstagabend startet Eintracht Frankfurt gegen Galatasaray Istanbul in die Champions-League-Saison. Tausende Fans des türkischen Spitzenklubs werden erwartet.
Am Donnerstagabend startet Eintracht Frankfurt im Waldstadion gegen Galatasaray Istanbul in die Champions-League-Saison. Tausende Fans des türkischen Spitzenklubs werden erwartet. © IMAGO/ingo kutsche
Helmut (links) und Erhan fiebern dem Spiel schon entgegen.
Helmut (links) fiebert der Partie an der Konstablerwache schon am Vormittag entgegen. Erhan empfängt am Flughafen Frankfurt befreundete Gala-Fans. © Fritz Landenberger/Felix Fehre
Bernd Rück (links) und Uwe Mägerle am Stand von Bauer Rück‘s „Wetterauer Kartoffel GbR“.
Bernd Rück (links) und Uwe Mägerle am Stand von Bauer Rück‘s „Wetterauer Kartoffel GbR“. Die Paprika in Galatasaray-Farben sind „Zufall“. © Fritz Landenberger
In der ganzen Stadt ist die Vorfreude vor dem Aufeinandertreffen der Eintracht mit dem türkischen Spitzenklub zu spüren.
In der ganzen Stadt ist die Vorfreude vor dem Aufeinandertreffen der Eintracht mit dem türkischen Spitzenklub zu spüren. © Fritz Landenberger
Nicht wenige Fanherzen der türkischen Community im Rhein-Main-Gebiet schlagen für beide Vereine.
Nicht wenige Fanherzen der türkischen Community im Rhein-Main-Gebiet schlagen für beide Vereine. Verkäuferin Laura ist aus Kaiserslautern angereist. © Fritz Landenberger
Vahit (links) ist aus Stuttgart angereist.
Vahit (links) ist aus Stuttgart angereist. © Fritz Landenberger
Sonniger Blick nach Frankfurt
Ganz nebenbei ist der Spätsommer mit voller Kraft in Frankfurt angekommen. Bis zum Anstoß herrscht bestes Wetter. Hier der Blick von Oberursel aus auf Frankfurt am Donnerstagvormittag. © Imago/Jan Eifert
Bereits am Nachmittag duellieren sich die U19-Teams von der Eintracht und Galatasaray in der Youth League im Sportpark Dreieich.
Bereits am Nachmittag duellieren sich die U19-Teams von der Eintracht und Galatasaray in der Youth League im Sportpark Dreieich.  © Imago/Joaquim Ferreira
Mehmet, Hadem, Mehmet und Emre (von links nach rechts) haben sich gerade erst auf dem Römerberg kennengelernt.
Mehmet, Hadem, Mehmet und Emre (von links nach rechts) haben sich gerade erst auf dem Römerberg kennengelernt. © Fritz Landenberger
Fan Azat bemalt die Gesichter der Gästefans in den Vereinsfarben.
Fan Azat bemalt die Gesichter der Gästefans in den Vereinsfarben. © Fritz Landenberger
Fans aus Höxter (Nordrhein-Westfalen), der Türkei und Rumänien stimmen sich auf das Spiel ein.
Fans aus Höxter (Nordrhein-Westfalen), der Türkei und Rumänien stimmen sich auf das Spiel ein. © Fritz Landenberger
Trommler Burak heizt am Römer ein. Er lebt seit zwei Jahren in Dortmund, stammt aus Izmir. Karten für das Spiel hat er diesmal nicht ergattert, trotzdem ist die Vorfreude groß.
Trommler Burak heizt am Römer ein. Er lebt seit zwei Jahren in Dortmund, stammt aus Izmir. Karten für das Spiel hat er diesmal nicht ergattert, trotzdem ist die Vorfreude groß. © Fritz Landenberger
Los geht‘s: Der Fanmarsch setzt sich in Bewegung. Vom Römerberg geht es zum Hauptbahnhof. Dann per Bahn weiter ins Stadion.
Los geht‘s: Der Fanmarsch setzt sich in Bewegung. Vom Römerberg geht es zum Hauptbahnhof. Dann per Bahn weiter ins Stadion.  © Fritz Landenberger
Rund 1.000 Fans sind auf dem Weg Richtung Hauptbahnhof.
Rund 1.000 Fans sind auf dem Weg Richtung Hauptbahnhof. © Fritz Landenberger
Mit Fangesängen stimmen sich die Anhänger von Galatasaray auf das Spiel ein.
Mit Fangesängen stimmen sich die Anhänger von Galatasaray auf das Spiel ein. © Boris Roessler/dpa
Gefährliche Situation: Immer wieder zünden Fans Böller und Pyros in der Menge.
Gefährliche Situation: Immer wieder zünden Fans Böller und Pyros in der Menge. © Boris Roessler/dpa
Erinnerungsfoto vom Fanmarsch.
Erinnerungsfoto vom Fanmarsch.  © Michael Brandt/dpa
Das Medieninteresse ist groß: Mehrere Journalisten begleiten den Fanzug.
Das Medieninteresse ist groß: Mehrere Journalisten begleiten den Fanzug. © Fritz Landenberger
Immer wieder stockt der Fanzug. Diesmal wurde der Marsch unterbrochen, weil Fans wohl Raketen zündeten.
Immer wieder stockt der Fanzug. Diesmal wurde der Marsch unterbrochen, weil Fans wohl Raketen zündeten. © Fritz Landenberger
Die Galatasaray-Anhänger füllen die Gutleutstraße – mit lautstarken Fangesängen marschieren sie gemeinsam zum Hauptbahnhof.
Die Galatasaray-Anhänger füllen die Gutleutstraße – mit lautstarken Fangesängen marschieren sie zum Hauptbahnhof.  © Fritz Landenberger
Der Fanmarsch wird von zahlreichen Einsatzkräften der Polizei begleitet.
Der Fanmarsch wird von zahlreichen Einsatzkräften der Polizei begleitet. © Boris Roessler/dpa
Vorneweg der Wasserwerfer der Polizei.
Vorneweg: Der Wasserwerfer der Polizei. © Fritz Landenberger
Das Spezialfahrzeug mit großen Wassertanks.
Das Spezialfahrzeug mit großen Wassertanks. © Boris Roessler/dpa
Ein weiteres Mal stoppt die Polizei den Fanmarsch wegen gezündeter Pyrotechnik.
Ein weiteres Mal stoppt die Polizei den Fanmarsch wegen gezündeter Pyrotechnik.  © Fritz Landenberger
Die Vorfreude auf das Spiel scheint riesig zu sein.
Die Vorfreude auf das Spiel scheint riesig zu sein. © Boris Roessler/dpa
Fans zünden Pyros auf dem Weg zum Hauptbahnhof.
Fans zünden Pyros auf dem Weg zum Hauptbahnhof. © Michael Brandt/dpa
Die Galatasaray-Fans sind am Hauptbahnhof angekommen. Nun werden am Südeingang die Spieltickets kontrolliert. Nur mit diesen kommen sie mit den Sonderzügen zum Stadion.
Die Galatasaray-Fans sind am Hauptbahnhof angekommen. Nun werden am Südeingang die Spieltickets kontrolliert. Nur mit diesen kommen sie mit den Sonderzügen zum Stadion. © Fritz Landenberger
Viel los am Hauptbahnhof: Mit Polizeibegleitung geht es mit S-Bahnen zum Stadion.
Viel los am Hauptbahnhof: Mit Polizeibegleitung geht es mit S-Bahnen zum Stadion. © Boris Roessler/dpa
Diese S8 ist mit Fans und Polizisten ordentlich gefüllt. Sie bringt die Fußballanhänger nun zum Stadion.
Diese S8 ist mit Fans und Polizisten ordentlich gefüllt. Sie bringt die Fußballanhänger nun zum Stadion. © Fritz Landenberger
Die Fans von Galatasaray Istanbul begrüßen ihre Mannschaft im Waldstadion.
Die Fans von Galatasaray Istanbul begrüßen ihre Mannschaft im Waldstadion. © Uwe Anspach/dpa
Emotionaler Moment vor Spielbeginn: Kevin Trapp verabschiedet sich von den SGE-Fans.
Emotionaler Moment vor Spielbeginn: Kevin Trapp verabschiedet sich von den SGE-Fans. © IMAGO/BEAUTIFUL SPORTS/Gawlik
Konfetti und Choreo der Frankfurter Fans.
Konfetti und Choreo der Frankfurt-Fans. © IMAGO/BEAUTIFUL SPORTS/Gawlik
Die SGE führt zur Halbzeitpause 3:1 – das gefällt den Fans.
Die SGE führt zur Halbzeitpause 3:1 – das gefällt den Fans. © Uwe Anspach/dpa

Toppmöller hat in seiner Zeit bei der Eintracht nur in der Phase, als er Hugo Ekitiké und Omar Marmoush gemeinsam im Kader hatte, auf zwei Angreifer gesetzt. Vor allem der Ägypter war aber sehr mobil und daher überall auf dem Platz unterwegs. Aber auch Ekitiké war kein klassischer Strafraumstürmer. Der Franzose ließ sich häufig fallen und holte sich das Leder am Mittelkreis ab.

Burkardt hingegen hält sich vor allem in der Box auf. Der 25-Jährige weicht zwar punktuell, wie bei seiner Flanke vor dem zwischenzeitlichen 2:1 gegen Galatasaray Istanbul (5:1), auf die Außenbahnen aus. Er ist aber in ganz anderer Stürmertyp als Ekitiké oder Marmoush. Wahi hingegen sucht vermehrt die Anschlüsse auf dem Platz, er ist viel unterwegs, aber auch kein Mann für das Eins-gegen-Eins.

Ihm fehlen in der Gesamtheit allerdings die prägenden Aktionen. Sportvorstand Markus Krösche sagte schon vor längerer Zeit: „Das System mit nur einer Spitze liegt ihm nicht so.“ Für Elye Wahi wird die Herausforderung im Trikot der Hessen somit nicht kleiner. Toppmöller jedenfalls rückt von einem System mit Ein-Mann-Sturm vorerst nicht ab.

Der frühere U-Nationalspieler sammelte immerhin erste Vorlagen gegen Istanbul und bei der Niederlage gegen Union Berlin (3:4). Doch in dieser Partie und vor allem auch vor der Länderspielpause in Hoffenheim (3:1) vergab er zwei Großchancen. Der Erwartungsdruck wird nicht geringer, jede Minute ohne Treffer zerrt an den Nerven, das Selbstvertrauen schwindet mehr und mehr.

Experte noch unschlüssig: „Das Profil von Wahi passt oft nicht rein“

Max-Jacob Ost, Gründer des Podcast Rasenfunk, sagte im exklusiven Gespräch mit Absolut Fussball: „Das Profil von Wahi passt ehrlicherweise oft nicht rein. Gegen Union hat man gesehen, dass er in manchen Szenen praktisch zerschellt ist an der Abwehr. Außerdem hat er darunter gelitten, dass der Matchplan am Ende Flanken in die Mitte vorgesehen hat. Dafür ist Wahi nicht der richtige Zielspieler.“

Rasenfunk-Gründer Max-Jacob Ost im Interview

Max-Jacob Ost hat vor mehr als zehn Jahren den beliebten Podcast Rasenfunk ins Leben gerufen. Eintracht Frankfurt steht daher auch regelmäßig im Blickfeld des Journalisten, der sich zudem mit dem Podcast „11 Leben“ über Uli Hoeneß einen Namen gemacht hat. Sehen Sie das gesamte Interview über aktuelle Themen rund um die Eintracht hier.

Allerdings bringe Wahi Tempo und eine gute Ballkontrolle mit, dies könne wertvoll für das Umschaltspiel sein. Ob es im Zusammenspiel mit Burkardt passt? Diese Frage wird sich offenbar so schnell nicht beantworten lassen. Es sei denn, Toppmöller hat alle getäuscht und sorgt für die große Überraschung.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Jürgen Kessler

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