26 Millionen Euro teuer

Bekommt Eintracht Frankfurt Elye Wahi noch in die Spur?

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Eintracht Frankfurt hat für Elye Wahi viel Geld bezahlt. Der Franzose konnte die Summe noch nicht mit Leistung untermauern. Wie geht es weiter?

Frankfurt – Ist es nur noch das Prinzip Hoffnung? Oder glaubt Eintracht Frankfurt tatsächlich noch an den Durchbruch von Elye Wahi? Im Gesamtpaket rund 26 Millionen Euro flossen für den Angreifer im vergangenen Winter an Olympique Marseille. Die damit einhergehende Erwartungshaltung als Nachfolger von Omar Marmoush konnte der 22-Jährige bislang noch nicht ansatzweise erfüllen.

Elye Wahi startet bei der Eintracht einfach nicht durch

Wahi hat insgesamt erst 469 Pflichtspielminuten auf dem Platz verbracht. Seinen bislang einzigen Treffer markierte er im Pokalspiel gegen den Oberligisten FV Engers (5:0). Drei Assists, wovon der beim 5:1-Erfolg in der Champions League gegen Galatasaray Istanbul am spektakulärsten war, sind auf dem Papier zumindest noch in Ordnung. Insgesamt aber blitzt das vorhandene Potenzial zu selten auf.

Wahi kann bei der Eintracht nur punktuell überzeugen

Das Problem: Wahi fühlt sich vor allem in einer Doppelspitze wohl. Diese hat Trainer Dino Toppmöller quasi ausgeschlossen. Jonathan Burkardt ist als Königstransfer der Platzhirsch. Er hat bereits fünfmal getroffen und einmal assistiert. Von einer solchen Quote ist Wahi weit entfernt. Vor allem sein Jokereinsatz in Mönchengladbach (6:4) war enttäuschend.

Sportdirektor Timmo Hardung wählte seine Worte mit Bedacht: „In manchen Situationen musst du als Klub die Türen schließen und unser Team arbeiten lassen. Wir haben den Job, Spieler besser zu machen. Jeder trägt seinen Teil dazu bei.“ Er gab jedoch zu: „Elye hat bisher nicht die glücklichsten Auftritte hingelegt.“

Europapokal in Frankfurt: Galatasaray-Fans sorgen für prickelnde Atmosphäre – die Fotos des Tages

Am Donnerstagabend startet Eintracht Frankfurt gegen Galatasaray Istanbul in die Champions-League-Saison. Tausende Fans des türkischen Spitzenklubs werden erwartet.
Am Donnerstagabend startet Eintracht Frankfurt im Waldstadion gegen Galatasaray Istanbul in die Champions-League-Saison. Tausende Fans des türkischen Spitzenklubs werden erwartet. © IMAGO/ingo kutsche
Helmut (links) und Erhan fiebern dem Spiel schon entgegen.
Helmut (links) fiebert der Partie an der Konstablerwache schon am Vormittag entgegen. Erhan empfängt am Flughafen Frankfurt befreundete Gala-Fans. © Fritz Landenberger/Felix Fehre
Bernd Rück (links) und Uwe Mägerle am Stand von Bauer Rück‘s „Wetterauer Kartoffel GbR“.
Bernd Rück (links) und Uwe Mägerle am Stand von Bauer Rück‘s „Wetterauer Kartoffel GbR“. Die Paprika in Galatasaray-Farben sind „Zufall“. © Fritz Landenberger
In der ganzen Stadt ist die Vorfreude vor dem Aufeinandertreffen der Eintracht mit dem türkischen Spitzenklub zu spüren.
In der ganzen Stadt ist die Vorfreude vor dem Aufeinandertreffen der Eintracht mit dem türkischen Spitzenklub zu spüren. © Fritz Landenberger
Nicht wenige Fanherzen der türkischen Community im Rhein-Main-Gebiet schlagen für beide Vereine.
Nicht wenige Fanherzen der türkischen Community im Rhein-Main-Gebiet schlagen für beide Vereine. Verkäuferin Laura ist aus Kaiserslautern angereist. © Fritz Landenberger
Vahit (links) ist aus Stuttgart angereist.
Vahit (links) ist aus Stuttgart angereist. © Fritz Landenberger
Sonniger Blick nach Frankfurt
Ganz nebenbei ist der Spätsommer mit voller Kraft in Frankfurt angekommen. Bis zum Anstoß herrscht bestes Wetter. Hier der Blick von Oberursel aus auf Frankfurt am Donnerstagvormittag. © Imago/Jan Eifert
Bereits am Nachmittag duellieren sich die U19-Teams von der Eintracht und Galatasaray in der Youth League im Sportpark Dreieich.
Bereits am Nachmittag duellieren sich die U19-Teams von der Eintracht und Galatasaray in der Youth League im Sportpark Dreieich.  © Imago/Joaquim Ferreira
Mehmet, Hadem, Mehmet und Emre (von links nach rechts) haben sich gerade erst auf dem Römerberg kennengelernt.
Mehmet, Hadem, Mehmet und Emre (von links nach rechts) haben sich gerade erst auf dem Römerberg kennengelernt. © Fritz Landenberger
Fan Azat bemalt die Gesichter der Gästefans in den Vereinsfarben.
Fan Azat bemalt die Gesichter der Gästefans in den Vereinsfarben. © Fritz Landenberger
Fans aus Höxter (Nordrhein-Westfalen), der Türkei und Rumänien stimmen sich auf das Spiel ein.
Fans aus Höxter (Nordrhein-Westfalen), der Türkei und Rumänien stimmen sich auf das Spiel ein. © Fritz Landenberger
Trommler Burak heizt am Römer ein. Er lebt seit zwei Jahren in Dortmund, stammt aus Izmir. Karten für das Spiel hat er diesmal nicht ergattert, trotzdem ist die Vorfreude groß.
Trommler Burak heizt am Römer ein. Er lebt seit zwei Jahren in Dortmund, stammt aus Izmir. Karten für das Spiel hat er diesmal nicht ergattert, trotzdem ist die Vorfreude groß. © Fritz Landenberger
Los geht‘s: Der Fanmarsch setzt sich in Bewegung. Vom Römerberg geht es zum Hauptbahnhof. Dann per Bahn weiter ins Stadion.
Los geht‘s: Der Fanmarsch setzt sich in Bewegung. Vom Römerberg geht es zum Hauptbahnhof. Dann per Bahn weiter ins Stadion.  © Fritz Landenberger
Rund 1.000 Fans sind auf dem Weg Richtung Hauptbahnhof.
Rund 1.000 Fans sind auf dem Weg Richtung Hauptbahnhof. © Fritz Landenberger
Mit Fangesängen stimmen sich die Anhänger von Galatasaray auf das Spiel ein.
Mit Fangesängen stimmen sich die Anhänger von Galatasaray auf das Spiel ein. © Boris Roessler/dpa
Gefährliche Situation: Immer wieder zünden Fans Böller und Pyros in der Menge.
Gefährliche Situation: Immer wieder zünden Fans Böller und Pyros in der Menge. © Boris Roessler/dpa
Erinnerungsfoto vom Fanmarsch.
Erinnerungsfoto vom Fanmarsch.  © Michael Brandt/dpa
Das Medieninteresse ist groß: Mehrere Journalisten begleiten den Fanzug.
Das Medieninteresse ist groß: Mehrere Journalisten begleiten den Fanzug. © Fritz Landenberger
Immer wieder stockt der Fanzug. Diesmal wurde der Marsch unterbrochen, weil Fans wohl Raketen zündeten.
Immer wieder stockt der Fanzug. Diesmal wurde der Marsch unterbrochen, weil Fans wohl Raketen zündeten. © Fritz Landenberger
Die Galatasaray-Anhänger füllen die Gutleutstraße – mit lautstarken Fangesängen marschieren sie gemeinsam zum Hauptbahnhof.
Die Galatasaray-Anhänger füllen die Gutleutstraße – mit lautstarken Fangesängen marschieren sie zum Hauptbahnhof.  © Fritz Landenberger
Der Fanmarsch wird von zahlreichen Einsatzkräften der Polizei begleitet.
Der Fanmarsch wird von zahlreichen Einsatzkräften der Polizei begleitet. © Boris Roessler/dpa
Vorneweg der Wasserwerfer der Polizei.
Vorneweg: Der Wasserwerfer der Polizei. © Fritz Landenberger
Das Spezialfahrzeug mit großen Wassertanks.
Das Spezialfahrzeug mit großen Wassertanks. © Boris Roessler/dpa
Ein weiteres Mal stoppt die Polizei den Fanmarsch wegen gezündeter Pyrotechnik.
Ein weiteres Mal stoppt die Polizei den Fanmarsch wegen gezündeter Pyrotechnik.  © Fritz Landenberger
Die Vorfreude auf das Spiel scheint riesig zu sein.
Die Vorfreude auf das Spiel scheint riesig zu sein. © Boris Roessler/dpa
Fans zünden Pyros auf dem Weg zum Hauptbahnhof.
Fans zünden Pyros auf dem Weg zum Hauptbahnhof. © Michael Brandt/dpa
Die Galatasaray-Fans sind am Hauptbahnhof angekommen. Nun werden am Südeingang die Spieltickets kontrolliert. Nur mit diesen kommen sie mit den Sonderzügen zum Stadion.
Die Galatasaray-Fans sind am Hauptbahnhof angekommen. Nun werden am Südeingang die Spieltickets kontrolliert. Nur mit diesen kommen sie mit den Sonderzügen zum Stadion. © Fritz Landenberger
Viel los am Hauptbahnhof: Mit Polizeibegleitung geht es mit S-Bahnen zum Stadion.
Viel los am Hauptbahnhof: Mit Polizeibegleitung geht es mit S-Bahnen zum Stadion. © Boris Roessler/dpa
Diese S8 ist mit Fans und Polizisten ordentlich gefüllt. Sie bringt die Fußballanhänger nun zum Stadion.
Diese S8 ist mit Fans und Polizisten ordentlich gefüllt. Sie bringt die Fußballanhänger nun zum Stadion. © Fritz Landenberger
Die Fans von Galatasaray Istanbul begrüßen ihre Mannschaft im Waldstadion.
Die Fans von Galatasaray Istanbul begrüßen ihre Mannschaft im Waldstadion. © Uwe Anspach/dpa
Emotionaler Moment vor Spielbeginn: Kevin Trapp verabschiedet sich von den SGE-Fans.
Emotionaler Moment vor Spielbeginn: Kevin Trapp verabschiedet sich von den SGE-Fans. © IMAGO/BEAUTIFUL SPORTS/Gawlik
Konfetti und Choreo der Frankfurter Fans.
Konfetti und Choreo der Frankfurt-Fans. © IMAGO/BEAUTIFUL SPORTS/Gawlik
Die SGE führt zur Halbzeitpause 3:1 – das gefällt den Fans.
Die SGE führt zur Halbzeitpause 3:1 – das gefällt den Fans. © Uwe Anspach/dpa

Hardung erkannte zwar im Gegensatz zu den ersten Monaten eine Weiterentwicklung bei Wahi. „Aber dieser Prozess fand nicht auf dem Level, den man erwarten muss, statt“, so der Sportdirektor, der den Stab über den Stürmer noch nicht brechen wollte: „Trotzdem akzeptieren wir den Weg der kleinen Schritte.“

In der Tat hängt nicht alles von Wahi alleine ab. So verpasste es Ansgar Knauff am zweiten Spieltag bei einem Konter in Hoffenheim (3:1) den richtigen Moment, das Leder nur noch querzulegen. Allerdings vergab Wahi auch schon zwei Großchancen. Bei der TSG konnte er das Leder aus kurzer Distanz nicht mehr über die Linie drücken, gegen Union Berlin (3:4) zielte er knapp am Pfosten vorbei.

„Wir müssen ihn in die Position bringen, Tore für uns zu schießen. Er ist Stürmer und da ist dieser Faktor nicht ganz so unwichtig“, nahm Hardung alle Parteien in die Pflicht. Ob Toppmöller das Puzzleteilchen Wahi noch gewinnbringend eingefügt bekommt? In knapp zwei Monaten öffnet das Winter-Transferfenster. Bis dahin gilt es für Wahi, zu liefern und Argumente für sich zu sammeln.

Denn viel länger kann Sportvorstand Markus Krösche nicht dabei zusehen, wie der Marktwert sinkt. Wahi war zu teuer, um bei einer stagnierenden Entwicklung tatenlos zu bleiben. Der Klub und der Spieler selbst haben ein Interesse daran, die bestmögliche Lösung zu finden. Ob diese Verbleib oder Verkauf heißt?

Rubriklistenbild: © IMAGO/Brauer-Fotoagentur / Adrian Schl

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