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Schwere Doping-Vorwürfe gegen Biathlon-Superstar Bö

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Gegen den Überflieger Johannes Thingnes Bö und seine Kollegen aus dem norwegischen Biathlon-Team gibt es schwere Dopingvorwürfe.

Oslo – In den vergangenen Jahren waren die Athleten aus dem norwegischen Biathlon-Team fast unschlagbar. Gerade Überflieger Johannes Thingnes Bö, nebenbei einer der erfolgreichsten Biathleten aller Zeiten, sammelte zahlreiche Siege und Medaillen und schien gerade bei Großveranstaltungen nicht zu bezwingen. Alleine bei den Olympischen Spielen 2022 in Peking holte der 30-Jährige viermal Gold und einmal Bronze.

Johannes Thingnes Bö
Geboren:16. Mai 1993
Nationalität:Norwegen
Sportart:Biathlon

Schwere Vorwürfe gegen norwegisches Biathlon-Team

Der zweimalige Olympiasieger Dmitri Wassiljew erhebt nun aber schwere Vorwürfe gegen das norwegische Biathlon-Team und vor allem auch Johannes Thingnes Bö. In den Augen des Russen sind die Norweger keine Top-Athleten, sondern Betrüger. Zahlreiche norwegische Wintersportler dürfen aufgrund einer Ausnahmeregelung Asthma-Medikamente zu sich nehmen, die sich positiv auf die Ausdauer der Athleten auswirken können.

Wassiljew bezeichnet die Norweger deshalb als Doper. Außer Acht lässt der 60-Jährige aber, dass die WADA beim Medikament Salbutamol eine Einnahme von 1600 Mikrogramm täglich gestattet. In der Vergangenheit hatte Wassiljew das norwegische Team mehrfach im Visier und erneuerte seine Vorwürfe nun.

Johannes Thingnes Bö ist einer der erfolgreichsten Biathleten aller Zeiten.

„Sie haben die sehr fiktive Ausrede, dass sie sehr krank sind. Und trotzdem gewinnen sie fast alle Wettbewerbe. Gleichzeitig nehmen sie illegale Drogen auf legalem Weg. Deswegen nenne ich sie so. Ich weiß noch, dass ich das bei der WM in Antholz 2020 live im TV gesagt habe. Aber aus irgendeinem Grund habe ich danach nicht mal einen Anruf bekommen“, sagte er im Gespräch mit dem russischen TV-Sender MatchTV.

Biathlon-Olympiasieger sieht Norweger als Betrüger

Bislang bekam er offenbar noch keine rechtlichen Konsequenzen der Norweger angedroht, wie er selbst bestätigte: „Noch nie. Aber ich freue mich darauf. Ich will wirklich, dass sie mich verklagen. Ich sage schon immer, dass die, die Medaillen gewinnen, legalisierte Doper sind.“ Dabei ist ihm der Grund klar: „Weil sie keine Argumente haben. Ich sage die Wahrheit. Ich greife niemanden an, ich erkläre einfach nur, was hier wirklich passiert.“

Geisenberger, Frenzel & Co.: Diese deutschen Wintersport-Stars haben 2023 ihre Karriere beendet

Rennrodlerin Natalie Geisenberger hat ihre Laufbahn nach sechs Goldmedaillen bei Olympia, neun WM-Titeln und acht Gesamtweltcup-Siegen für beendet erklärt.
Rennrodlerin Natalie Geisenberger hat ihre Laufbahn nach sechs Goldmedaillen bei Olympia, neun WM-Titeln und acht Gesamtweltcup-Siegen für beendet erklärt.  © IMAGO/Andrew P. Scott
Biathletin Denise Herrmann-Wick jubelt vor dem Holmenkollen.
Es war der Paukenschlag in der Wintersport-Saison 2022/23: Ex-Langläuferin und Biathletin Denise Herrmann-Wick beendete als amtierende Olympiasiegerin ihre Karriere. © IMAGO/VEGARD GRØTT
Eric Frenzel wird von Sportler der Nordischen Kombination verabschiedet.
Ein ganz großer deutscher Sportler verlässt die Nordische Kombination: Eric Frenzel. 2014 und 2018 wurde er Olympiasieger. © IMAGO/GEPA pictures/ Patrick Steiner
Nico Ihle beim Eisschnelllauf.
Der Eisschnellläufer Nico Ihle beendete seine lange Karriere mit 37 Jahren. Sein größter Erfolg: Die WM-Silbermedaille 2017 in Gangneung. ©  via www.imago-images.de
Die deutsche Biathletin Luise Müller beim IBU Cup in Pokljuka.
Die deutsche Nachwuchs-Hoffnung im Biathlon, Luise Müller (22), verkündete völlig überraschend ihr Karriereende. © IMAGO/Harald Deubert
Der deutsche Skifahrer Julian Rauchfuss bei der Abfahrt.
Eine Silbermedaille nahm Technik-Spezialist Julian Rauchfuss bei den Olympischen Spielen 2022 in Peking mit nach Hause. © IMAGO/GEPA pictures/ Mathias Mandl
Die Biathletin Vanessa Hinz am Schießstand bei ihrem letzten Rennen in Obertilliach
Von Verletzungen und Rückschlägen in der Saison 2022/23 verfolgt: Vanessa Hinz. Die 31-jährige Biathletin hörte 2023 nach ihrem letzten Rennen beim IBU Cup in Obertilliach auf. WM-Silber 2020 im Einzel ist einer ihrer größten Triumpfe. © Harald Deubert/imago
Der deutsche Sportler Jonas Dobler beim Skilanglauf.
Jonas Dobler (Skilanglauf) beendete nach zehn Jahren im Weltcup seine Karriere. © IMAGO/Eibner/Memmler
Nolan Seegert tanzt mit seiner Lauf-Partnerin Minerva Hase auf dem Eis.
Der 30-jährige Nolan Seegert beendete seine Karriere als Paarläufer aufgrund der Trennung von seiner Lauf-Partnerin Minerva Hase (l.). © IMAGO/Stephanie Gouiran
Skirennläuferin Marlene Schmotz umfährt Slalom-Stange beim Weltcup.
DSV-Slalom-Spezialistin Marlene Schmotz (29) verabschiedete sich nach zehn Jahren im Ski-Weltcup aus dem Alpinsport.  © Wolfgang Grebien/GEPA pictures/imago
Der 30-jährige Paul Fentz beim Eiskunstlauf.
Paul Fentz: Der Eiskunstläufer und viermaliger deutsche Meister zog einen Schlussstrich unter seiner Laufbahn auf dem Eis. © Laci Perenyi via www.imago-images.de
Der deutsche Skirennfahrer David Ketterer beendete den Weltcup in Chamonix auf dem 22. Platz.
Mit David Ketterer haben gleich drei deutsche DSV-Asse ihre Ski nach dieser Saison abgeschnallt. Der 29-jährige gebürtige Donaueschinger kämpfte in den letzten Jahren immer wieder mit Verletzungen - 2022 wurde „Kette“ zudem Vater.  © Mario Buehner/GEPA pictures/imago

Dmitry Wassiljew gewann bei den Olympischen Winterspielen 1984 in Sarajevo und 1988 in Calgary jeweils die Goldmedaille in der Staffel mit dem sowjetischen Team. Außerdem holte er bei der WM 1986 in Oslo ebenfalls Gold in der Staffel. Seine aktive Karriere beendete er nach der Saison 1988/89. (smr)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Lubos Pavlicek

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