Kompletter Alpenraum betroffen

Biathlon-WM wird für Laura Dahlmeier kein Einzelfall bleiben

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Die Biathlon-WM in Nove Mesto steht schon vor Beginn unter keinem guten Stern. Die Temperaturen sind zu hoch, Laura Dahlmeier warnt.

Nove Mesto – An diesem Mittwoch (7. Februar) startet die Biathlon-WM im tschechischen Nove Mesto. Mit der Mixed Staffel beginnt das fast zweiwöchige Sport-Highlight. Schon vor dem ersten Wettkampf steht allerdings fest: Ein richtiges Wintersport-Fest wird die diesjährige Biathlon-WM nicht.

Zu hohe Temperaturen bei Biathlon-WM in Nove Mesto

Zu hoch sind die Temperaturen derzeit in Nove Mesto. Am Mittwoch klettert das Thermometer auf bis zu sieben Grad, dazu ist eine Regenwahrscheinlichkeit von 90 Prozent (laut wetter.com) angesagt. Neuschnee wird es bei der kompletten Biathlon-WM voraussichtlich nicht geben.

Auch Doppel-Olympiasiegerin Laura Dahlmeier sagt exklusiv gegenüber IPPEN.MEDIA: „Die klimatischen Bedingungen sind schwierig.“ Gänzlich unerwartet, sind die Probleme allerdings nicht. „Das hat man schon ein bisschen gewusst, dass es in Nove Mesto schwierig sein kann, aber allgemein ist es überall nicht einfacher.“

Laura Dahlmeier macht sich Gedanken um die Zukunft des WIntersports.

Dahlmeier sieht Probeleme für kompletten Wintersport im Alpenraum

In Gefahr sind die Wettkämpfe allerdings nicht. Die Veranstalter haben vorgesorgt und 50.000 Kubikmeter Schnee im Depot gelagert. Die Qualität der Loipen wird unter den hohen Temperaturen allerdings leiden. Ein Problem, das der Biathlon-Sport nicht exklusiv hat.

„Wenn man es beobachtet, ist es im kompletten Alpenbereich nicht einfach. Es ist viel zu warm für die Jahreszeit, es hat zu wenig Schnee. Das betrifft verschiedene Wintersportarten, egal ob Ski alpin, Rodeln oder eben jetzt halt bei uns beim Biathlon“, sagt Dahlmeier. Zuletzt mussten zum Beispiel die Weltcup-Rennen der Skifahrerinnen in Garmisch abgesagt werden. Schon eine Woche zuvor bei den Rennen der Herren klagte zum Beispiel Marco Odermatt über die schlechten Pistenbedingungen.

Geisenberger, Frenzel & Co.: Diese deutschen Wintersport-Stars haben 2023 ihre Karriere beendet

Rennrodlerin Natalie Geisenberger hat ihre Laufbahn nach sechs Goldmedaillen bei Olympia, neun WM-Titeln und acht Gesamtweltcup-Siegen für beendet erklärt.
Rennrodlerin Natalie Geisenberger hat ihre Laufbahn nach sechs Goldmedaillen bei Olympia, neun WM-Titeln und acht Gesamtweltcup-Siegen für beendet erklärt.  © IMAGO/Andrew P. Scott
Biathletin Denise Herrmann-Wick jubelt vor dem Holmenkollen.
Es war der Paukenschlag in der Wintersport-Saison 2022/23: Ex-Langläuferin und Biathletin Denise Herrmann-Wick beendete als amtierende Olympiasiegerin ihre Karriere. © IMAGO/VEGARD GRØTT
Eric Frenzel wird von Sportler der Nordischen Kombination verabschiedet.
Ein ganz großer deutscher Sportler verlässt die Nordische Kombination: Eric Frenzel. 2014 und 2018 wurde er Olympiasieger. © IMAGO/GEPA pictures/ Patrick Steiner
Nico Ihle beim Eisschnelllauf.
Der Eisschnellläufer Nico Ihle beendete seine lange Karriere mit 37 Jahren. Sein größter Erfolg: Die WM-Silbermedaille 2017 in Gangneung. ©  via www.imago-images.de
Die deutsche Biathletin Luise Müller beim IBU Cup in Pokljuka.
Die deutsche Nachwuchs-Hoffnung im Biathlon, Luise Müller (22), verkündete völlig überraschend ihr Karriereende. © IMAGO/Harald Deubert
Der deutsche Skifahrer Julian Rauchfuss bei der Abfahrt.
Eine Silbermedaille nahm Technik-Spezialist Julian Rauchfuss bei den Olympischen Spielen 2022 in Peking mit nach Hause. © IMAGO/GEPA pictures/ Mathias Mandl
Die Biathletin Vanessa Hinz am Schießstand bei ihrem letzten Rennen in Obertilliach
Von Verletzungen und Rückschlägen in der Saison 2022/23 verfolgt: Vanessa Hinz. Die 31-jährige Biathletin hörte 2023 nach ihrem letzten Rennen beim IBU Cup in Obertilliach auf. WM-Silber 2020 im Einzel ist einer ihrer größten Triumpfe. © Harald Deubert/imago
Der deutsche Sportler Jonas Dobler beim Skilanglauf.
Jonas Dobler (Skilanglauf) beendete nach zehn Jahren im Weltcup seine Karriere. © IMAGO/Eibner/Memmler
Nolan Seegert tanzt mit seiner Lauf-Partnerin Minerva Hase auf dem Eis.
Der 30-jährige Nolan Seegert beendete seine Karriere als Paarläufer aufgrund der Trennung von seiner Lauf-Partnerin Minerva Hase (l.). © IMAGO/Stephanie Gouiran
Skirennläuferin Marlene Schmotz umfährt Slalom-Stange beim Weltcup.
DSV-Slalom-Spezialistin Marlene Schmotz (29) verabschiedete sich nach zehn Jahren im Ski-Weltcup aus dem Alpinsport.  © Wolfgang Grebien/GEPA pictures/imago
Der 30-jährige Paul Fentz beim Eiskunstlauf.
Paul Fentz: Der Eiskunstläufer und viermaliger deutsche Meister zog einen Schlussstrich unter seiner Laufbahn auf dem Eis. © Laci Perenyi via www.imago-images.de
Der deutsche Skirennfahrer David Ketterer beendete den Weltcup in Chamonix auf dem 22. Platz.
Mit David Ketterer haben gleich drei deutsche DSV-Asse ihre Ski nach dieser Saison abgeschnallt. Der 29-jährige gebürtige Donaueschinger kämpfte in den letzten Jahren immer wieder mit Verletzungen - 2022 wurde „Kette“ zudem Vater.  © Mario Buehner/GEPA pictures/imago

Laura Dahlmeier ist die Fairness im Sport wichtig

Sieht so also die Zukunft des Wintersports aus? Schnee in Depots, Loipen und Pisten im Grünen? „Das wird in Zukunft nicht leichter sein, darauf muss man sich einstellen, bestens gerüstet sein“, mahnt Dahlmeier. Zu hohe Temperaturen wie bei der Biathlon-WM dieses Jahr wird es ihrer Meinung nach, auch in der Zukunft geben.

Für die siebenmalige Weltmeisterin steht dabei auch fest: „Für mich ist immer wichtig, dass es für alle Athleten fair ist. Das ist wichtiger, als die Rennen auf Teufel komm raus durchzudrücken.“ Zur Not müssen auch eben mal Rennen abgesagt werden. Ob die Veranstalter in Nove Mesto das genauso sehen? (kk)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Eibner-Pressefoto/Johann Medvey

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