Samstag Viertelfinale gegen Real Madrid

BVB bei Klub-WM: Kobel kehrt zu Weltklasse-Form zurück

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Borussia Dortmund gilt bei der Klub-WM gegen Real Madrid erstmals als Außenseiter. Viel wird auf Gregor Kobel ankommen, der pünktlich in Top-Form ist.

Fort Lauderdale – Borussia Dortmund bekommt es im Viertelfinale der FIFA Klub-WM in den USA am Samstag (16 Uhr Ortszeit, 22 Uhr deutscher Zeit, alle TV-Infos) mit Real Madrid zu tun.

Gegen das Starensemble von Neu-Trainer Xabi Alonso geht Dortmund erstmals im Turnierverlauf als Underdog ins Rennen. Es ist eine Rolle, in der sich die Schwarzgelben in der Champions League seit Jahren wohlfühlen. Besonders Torhüter Gregor Kobel hat sich auf der ganz großen Bühne schon oft zu Bestleistungen aufgeschwungen.

Der Schweizer ist pünktlich zum Duell mit Real wieder bei seiner vollen Leistungsfähigkeit angekommen. Kobel ist bislang der klar stärkste Dortmunder bei der Klub-WM.

Wer geht? Wer bleibt? – Die Vertragslaufzeiten der Stars von Borussia Dortmund

Gregor Kobel
Stammtorhüter Gregor Kobel hat seinen Vertrag vorzeitig verlängert und bleibt bis 2028 gesetzt. © IMAGO/Madeleine Fantini
Patrick Drewes
Patrick Drewes unterschrieb am 26. Juni 2025 seinen Vertrag beim BVB bis 2027 – als neue Nummer 3 hinter Gregor Kobel und Alexander Meyer. © IMAGO/RHR-FOTO
Silas Ostrzinski
Auch Silas Ostrzinski hat seinen Vertrag vorzeitig verlängert und ist als zukünftige Nummer eins bei der U23 fest eingeplant. Sein Vertrag läuft bis 2027. © IMAGO/BEAUTIFUL SPORTS/Meusel
Alexander Meyer
Ersatztorwart Alexander Meyer steht seit 2022 beim BVB unter Vertrag. Sein Arbeitspapier läuft am 30.06.2027 aus.  © IMAGO/Jess Stiles
Yan Couto
Der Brasilianer Yan Couto kam zunächst als Leihe vom Manchester City, ehe Dortmund frühzeitig die Kaufpflicht zog – sein Vertrag läuft bis zum 30.06.2030. © IMAGO/Heuler Andrey / SPP
Waldemar Anton
Waldemar Anton wechselte im Sommer 2024 von VfB Stuttgart zum BVB – Vertrag bis zum 30.06.2028. © IMAGO/Marco Bader
Nico Schlotterbeck
Abwehrchef Nico Schlotterbeck ist seit Sommer 2022 gesetzt in Dortmund – sein aktueller Vertrag läuft bis 2027, doch der BVB plant bereits eine vorzeitige Verlängerung bis 2030 inklusive einer Gehaltsverdopplung. © IMAGO/Revierfoto
Ramy Bensebaini
Der algerische Außenverteidiger Ramy Bensebaini kam 2023 ablösefrei und unterschrieb einen Vierjahresvertrag beim BVB. © IMAGO/Jonathan Moscrop
Niklas Süle
Niklas Süles Vertrag läuft noch bis zum 30.06.2026. Im März gab der Verein bekannt, dass sich die Wege im Sommer trennen werden.  © IMAGO/Marco Bader
Julian Ryerson
Der Norweger Julian Ryerson verlängerte ebenfalls vorzeitig seinen Vertrag bis 2028 und hat sich zu einem festen Bestandteil der Mannschaft etabliert. © IMAGO/Marco Bader
Almugera Kabar
Das BVB-Talent Almugera Kabar erhielt im Februar 2025 seinen ersten Profivertrag bis 2028. © IMAGO/Fotostand / Fantini
Filippo Mane
Der italienische Innenverteidiger Filippo Mane hat ebenfalls Anfang 2025, seinen ersten Profivertrag bis 2028 unterschrieben. © IMAGO/Katie Stratman
Nachwuchstalent Luca Reggiani hat einen bis 2027 gültigen Kontrakt.
Nachwuchstalent Luca Reggiani hat seinen bis 2027 gültigen Kontrakt langfristig verlängert. Über die genaue Laufzeit ist nichts bekannt. © IMAGO/Dennis Ewert/RHR-FOTO
Daniel Svensson
Der zunächst ausgeliehene Daniel Svensson kam Anfang Februar 2025 vom FC Nordsjælland – Dortmund zog frühzeitig die Kaufoption, sein Vertrag läuft nun bis zum 30. Juni 2029. © IMAGO/Katie Stratman
Salih Özcan
Salih Özcan unterschrieb 2022 seinen Vierjahresvertrag bis 2026. Dieser wird nicht verlängert, sodass der türkische Nationalspieler den BVB im Sommer verlässt. © IMAGO/Hesham Elsherif
Felix Nmecha
Der Mittelfeldspieler Felix Nmecha kam 2023 für knapp 30 Mio.€ vom VfL Wolfsburg. Im März 2026 verlängerte er seinen Vertrag vorzeitig bis Sommer 2030. ©  IMAGO / Nicolo Campo
Julian Brandt
Julian Brandts Vertrag läuft noch bis zum 30.06.2026 – dann endet nach sieben Jahren seine Zeit beim BVB. © IMAGO/Jonathan Moscrop
Carney Chukwuemeka
Der Engländer Carney Chukwuemeka unterschrieb nach seiner Leihe vom FC Chelsea fest beim BVB. Er ist noch bis 2030 gebunden. © IMAGO/Heuler Andrey / SPP
Marcel Sabitzer
Marcel Sabitzer wechselte 2023 vom FC Bayern nach Dortmund – sein Vertrag läuft regulär bis 2027, der BVB hat wohl vorerst keine Vertragsverlängerung geplant. © IMAGO/Marco Bader
Emre Can
Der Vertrag des Kapitäns läuft nach der Saison 2025/26 aus. Berichten zufolge verlängert er nach seiner schweren Kreuzbandverletzung allerdings um ein weiteres Jahr.  © IMAGO/Madeleine Fantini
Kjell Wätjen
Das Dortmunder Talent unterschrieb 2024 seinen ersten Profivertrag – für die Saison 2025/2026 wird der 19-Jährige, für die Spielpraxis an den VfL Bochum ausgeliehen. Sein BVB-Kontrakt läuft noch bis 2028. © IMAGO/Fotostand / Fantini
Jobe Bellingham
Der 19-jährige Jobe Bellingham unterzeichnete im Juni 2025 einen Fünfjahresvertrag bis 2030 und bereitet sich momentan bei der Klub-WM auf die Bundesliga-Saison 2025/26 vor. © IMAGO / Nicolo Campo
Karim Adeyemi
Karim Adeyemi wechselte im Sommer 2022 von RB Salzburg zum BVB – sein Vertrag läuft noch bis 2027. Immer wieder rankten sich Abgangsgerüchte um den Flügelspieler. © IMAGO/Jonathan Moscrop
Maximilian Beier
Der 21-jährige Maximilian Beier wechselte im August 2024 von Hoffenheim zum BVB, nachdem er dort mit 16 Bundesligatoren glänzte – sein Vertrag läuft noch bis zum 30.06.2029. © IMAGO/Marco Bader
Verlässt Serhou Guirassy den BVB?
Torjäger Serhou Guirassy kam im Juli 2024 vom VfB Stuttgart und lieferte seitdem bei den Borussen ab – sein Vertrag läuft noch bis 2028. ©  IMAGO / Gribaudi/ImagePhoto
Julien Duranville
Julien Duranville ist noch bis 2028 an Dortmund gebunden. In der Rückrunde der Saison 2025/26 spielt er auf Leihbasis beim FC Basel. © IMAGO/Madeleine Fantini
Cole Campbell
Cole Campbell unterschrieb 2024 einen Profivertrag in Dortmund – sein Vertrag läuft noch bis 2028. Auch er ist 2025/26 ausgeliehen und verbringt die Rückrunde bei der TSG Hoffenheim. © IMAGO/Katie Stratman
Neuzugang Fabio Silva unterschrieb beim BVB einen Vertrag bis 2030.
Neuzugang Fabio Silva unterschrieb beim BVB einen Vertrag bis 2030. © IMAGO/Jordi Mergen

Kobels Doppelparade gegen Fluminense als Schlüsselszene

69. Spielminute im MetLife Stadium von East Rutherford (New Jersey): Borussia Dortmund steht im Auftaktspiel der FIFA Klub-WM 2025 gegen Fluminense unter Druck. Das Spiel steht 0:0, doch die Brasilianer drängen auf die durchaus verdiente Führung.

Nach einer abgewehrten Ecke kommt Stürmer Everaldo zum Schuss. Er zielt ins linke untere Toreck, doch Gregor Kobel pariert mit den Fingerspitzen. Der Abpraller landet vor Nonato, der aus wenigen Metern das leere Tor vor sich hat. Kobel springt vom Boden auf und blockt auch diesen Nachschuss ab.

Diese Doppelparade wird zum Symbol für Kobels Turnier. Während der gesamte BVB-Kader über die bisherigen vier Spiele in den Einzelkritiken von Absolut Fussball, dem Fußballportal von Home of Sports, bisher einen Notenschnitt von 3,68 erreichte, kommt Kobel auf die Durchschnittsnote 2,50. Dabei zieht der 1:0-Sieg gegen die harmlosen Koreaner von Ulsan HD seinen Schnitt sogar nach unten. Die Zahlen zeigen: Dortmund wurde bisher vor allem vom Torhüter durch das Turnier getragen.

Fluminense (0:0): Note 1,5

Mamelodi Sundowns (4:3): Note 2,5

Ulsan HD (1:0): Note 3,5

CF Monterrey (2:1): Note 2,5

Gregor Kobel ist bei der Klub-WM der große Ruhepol beim BVB.

Hinter BVB-Keeper Kobel liegt eine schwierige Saison

Kobels Turnier-Form ist vor dem Hintergrund einer schwierigen Saison 2024/25 zu sehen. Unter Trainer Nuri Şahin legte Dortmund den schwächsten Saisonstart seit einem Jahrzehnt hin, und auch Kobel blieb von der Formkrise nicht verschont. Den Nationalspieler schien zu beschäftigen, dass er unter Şahin stärker am Spielaufbau beteiligt sein sollte. Das Spiel mit dem Ball am Fuß ist nicht die Stärke von Kobel, der dafür auf der Linie überragende Fähigkeiten besitzt.

Das Problem: Auch in der „reinen“ Torwartleistung schwächelte Kobel. Seine Paraden-Quote sank auf 61 Prozent, den niedrigsten Wert seit seiner Zeit in Hoffenheim.

Allerdings zeichnete sich bereits im Verlauf der Bundesliga-Saison eine Trendwende ab. Kobel wurde zum Gewinner des Trainerwechsels von Şahin zu Niko Kovač, verbesserte seine Leistungen deutlich und zeigte wieder Ansätze seiner Weltklasse-Form. Ein Schlüssel: Der Torwart durfte sich wieder auf seine Kernkompetenzen konzentrieren. Wenn er mal einen Ball ins Seitenaus knallt, ist das kein Drama.

Exemplarisch war seine herausragende Partie gegen Bayer Leverkusen, in der er mit mehreren spektakulären Paraden dem Team wichtige Punkte im Kampf um die Champions League sicherte. In der Königsklasse überragte Kobel im Viertelfinale gegen den FC Barcelona trotz insgesamt fünf Gegentoren in 180 Minuten. Die Leistungssteigerung der letzten Monate war ein Anzeichen für das, was bei der Klub-WM folgen sollte: Die Rückkehr zur absoluten Weltklasse.

Kobel beendet vor Klub-WM alle Spekulationen

Wichtig war dabei sicher auch, dass Kobel die Spekulationen um seine Zukunft vor der Klub-WM beendete. „Jeder weiß, dass ich mich in Dortmund extrem wohlfühle“, erklärte er gegenüber Bild. „Ich liebe die Fans, das Stadion, den Klub und die Stimmung.“

In den USA füllt Kobel nicht nur mit Leistungen, sondern auch mit Worten die Führungsrolle aus. Nach dem mäßigen Auftakt gegen Fluminense kritisierte er die Darbietung des BVB öffentlich als „im Kopf ein bisschen zu langsam“. Es mag ein kleiner Weckruf für die Kollegen gewesen sein.

Das Viertelfinale gegen Real Madrid

Am Samstag wartet nun die bisher eindeutig größte Herausforderung des Turniers auf den BVB: Real Madrid im Viertelfinale. Die Königlichen sind unter Xabi Alonso ihrer Rolle als Mitfavorit auf den Titel gerecht geworden. Neben den großen Namen hat sich mit Sturmtalent Gonzalo García ein Shootingstar bei den Madrilenen hervorgetan, der schon drei Turniertore auf dem Konto hat. Zuletzt entschied García das Achtelfinale gegen Juventus.

Den BVB muss man über die Offensivstärke von Real nicht aufklären. Nach dem Champions-League-Finale 2024 gab es noch unter Nuri Şahin ein Wiedersehen in der Ligaphase der Königsklasse, bei dem Dortmund bei 2:0-Halbzeitführung im Santiago Bernabéu ab der 60. Minute fünf Gegentore schluckte. Kobel warnte sein Team dennoch: „Wir müssen eine bessere Balance finden. Sonst wird es gefährlich.“

Eines scheint sicher: Wenn der BVB diesen Brocken irgendwie aus dem Weg schaffen will, braucht es die nächste Glanzleistung von Kobel.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Scott W. Coleman

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