VonLars Pollmannschließen
Ein Publikumsliebling des BVB stemmt sich gegen die Leistungsschwankungen in dieser Saison. Allerdings wachsen die Gerüchte um seine Zukunft.
Dortmund – Nico Schlotterbeck avancierte beim 3:1-Heimsieg von Borussia Dortmund gegen den FSV Mainz 05 in überraschender Rolle zu einem der Matchwinner.
Der Abwehrmann des BVB schlug zum ersten Mal in seiner Bundesliga-Karriere Eckbälle und bereitete dann gleich Treffer von Emre Can und Maximilian Beier vor.
Schon vor der Zurschaustellung dieser ungeahnten Qualitäten stach Schlotterbeck in der so schwierigen Bundesliga-Saison des BVB mit Konstanz in seinen Leistungen hervor. Abseits zweier Platzverweise in den Duellen mit Werder Bremen hat sich der DFB-Nationalspieler nicht von den Schwankungen der Teamkollegen anstecken lassen.
Viele Gerüchte um die Zukunft von BVB-Star Schlotterbeck
Absolut Fußball, das Fußball-Portal von Home of Sports, kürte Schlotterbeck unlängst zur „Ein-Mann-Achse, um die sich der nächste BVB-Umbruch drehen muss“.
Umso größer ist die Sorge der Fans von Schwarzgelb, wenn dieser Tage die Gerüchte um die Zukunft von Schlotterbeck und das Interesse zahlungskräftiger Top-Klubs wie Paris Saint-Germain oder FC Liverpool zunehmen.
Doch diese Sorge hat Schlotterbeck den Fans nun höchstselbst genommen. Gegenüber dem TV-Sender Sky hat der Linksfuß Sätze fallen lassen, die einem Zukunftsbekenntnis gleichkommen.
Schlotterbeck will mit Dortmund „Plan für die kommenden Jahre durchsprechen“
„Ich bin echt froh hier zu sein und weiß, was es bedeutet, für diesen Klub zu spielen. Der erste Ansprechpartner wird auch der BVB bleiben. Wir werden uns im Sommer zusammensetzen. Die Verantwortlichen, ich und meine Familie. Und dann werden wir den Plan für die kommenden Jahre durchsprechen“, sagte Schlotterbeck.
Der 25-Jährige steht ohnehin noch bis 2027 unter Vertrag, dennoch will Dortmund frühzeitig Nägel mit Köpfen machen. Die Verantwortlichen des Champions-League-Viertelfinalisten sind bereit, Schlotterbeck deutlich mehr Gehalt zu bieten, ihn endgültig zum Gesicht des Vereins zu machen.
Als große Frage gilt dabei, ob sich Schlotterbeck vorstellen kann, bei einem Klub zu verlängern, der international nicht vertreten ist – das bleibt mit Blick auf die kommende Saison ein drohendes Szenario für den aktuellen Tabellenzehnten der Bundesliga.
Bleibt Schlotterbeck auch ohne Europa beim BVB?
„Natürlich will man den größtmöglichen Erfolg mit seinem Verein haben. Mit einem Verein international zu spielen macht viel aus, vor allem ist es zu einer gewissen Gewohnheit geworden“, sagte Schlotterbeck zwar, betonte aber weiter: „Ich muss auch selbst reflektieren, was ich diese Saison gebracht habe und dazu beigetragen habe, dass wir in der Tabelle nicht unter den ersten Vier sind. Ich will gerne international spielen und am liebsten mit dem BVB.“
Schlotterbeck verspürt also ein gewisses Verantwortungsbewusstsein, möchte womöglich in der kommenden Saison reparieren, was in der laufenden Runde schiefgelaufen ist. Es wird deutlich: Der Innenverteidiger ist längst zu einer echten Führungsfigur aufgestiegen.
Schlotterbeck gilt als Dortmunds Spielführer der Zukunft
Wenig verwunderlich, dass Schlotterbeck als künftiger BVB-Kapitän heiß gehandelt wird. Ende November trug er die Binde erstmals in der Bundesliga, zeigte im ‚Klassiker‘ gegen den FC Bayern eine bärenstarke Leistung.
„Ich habe den BVB mit 24 Jahren angeführt, das ist alles andere als selbstverständlich. Das ist unglaublich. Hätte mir das jemand vor drei Jahren gesagt, als ich hier hergekommen bin, hätte ich ihn für verrückt gehalten“, äußerte sich Schlotterbeck seinerzeit emotional zu seiner ersten Partie als Kapitän.
Dass weitere Partien mit der Kapitänsbinde hinzukommen werden, steht wohl außer Frage. Jedoch zeigt sich Schlotterbeck als loyaler Stellvertreter von Amtsinhaber Can.
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Wird Schlotterbeck schon im Sommer neuer BVB-Kapitän?
„Ich habe Emre in den letzten zweieinhalb Jahren kennengelernt. Er ist ein sehr respektvoller Mensch. Er gibt einer Mannschaft sehr viel, er redet sehr viel mit der Mannschaft. Solange Emre hier ist, würde ich nie über das Kapitänsamt reden. Ich denke, dass er dieses Amt am besten ausfüllt“, so Schlotterbeck.
Sportlich hat sich Can in den vergangenen Monaten erheblich stabilisiert, seit er in der Abwehrkette an der Seite von Schlotterbeck spielt. Dennoch bleibt der 31-Jährige eine Reizfigur. Ob der bis 2026 gültige Vertrag von Can verlängert wird, bleibt somit abzuwarten.
So oder so könnte der BVB den Umbruch im Sommer dafür nutzen, Schlotterbeck mit der Kapitänsbinde auszustatten. Jedes Argument, das den Publikumsliebling von einer langfristigen Zukunft in Dortmund überzeugen kann, muss auf dem Tisch liegen. Gleichzeitig könnte aber für Unruhe sorgen, wenn Schlotterbeck das Amt von Can übernimmt – und dann weiter neben dem Vorgänger aufläuft.
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