VonDaniel Michelschließen
Brendan Rodgers strebt mit Celtic Glasgow eine Überraschung gegen den FC Bayern an. Der Nordire hatte einst ein großes Drama beim FC Liverpool durchlebt.
Glasgow – Brendan Rodgers war als Kind Fan von Celtic Glasgow, deshalb ist es für ihn eine Herzensangelegenheit, seit Juni 2023 zum zweiten Mal Trainer der Profimannschaft zu sein.
Rodgers will am Dienstagabend mit den Schotten den FC Bayern in der Champions League überraschen und aus einer 1:2-Niederlage im Playoff-Hinspiel noch einen Sieg drehen. Für die Münchner, die als großer Favorit in das Spiel gehen, wäre ein Ausscheiden ein großes Drama, schließlich winkt das „Finale Dahoam 2.0“.
Rodgers arbeitete einst mit Mourinho zusammen
Rodgers jedenfalls kennt sich mit Dramen im Fußball aus, denn vor rund zehn Jahren erlebte er wohl die größte Enttäuschung seiner Trainerkarriere. Rodgers war einst unter José Mourinho Jugendtrainer beim FC Chelsea, später arbeite er sich als Chefcoach über die Stationen Watford, Reading und Swansea zum großen FC Liverpool hoch.
Dort unterschrieb Rodgers beim damaligen Tabellen-Achten zur Saison 2012/13 einen Dreijahresvertrag. Nach Platz sieben im ersten Jahr startete Rodgers mit den Reds 2013/14 durch.
Siegesserie mit Liverpool, doch dann folgte das Drama
Zwischen dem 25. und 35. Spieltag gewann Liverpool elf Spiele in Folge und führte die Tabelle der Premier League mit fünf Punkten vor dem FC Chelsea und mit sechs Zählern vor Manchester City an. ManCity hatte allerdings noch ein Nachholspiel in der Hinterhand.
Liverpool war zuletzt 1990 englischer Meister geworden, der komplette Reds-Kosmos hoffte nun auf eine glorreiche Saison. Doch im direkten Duell mit dem FC Chelsea rutschte Kapitän Steven Gerrard im Mittelfeld unglücklich aus, Chelsea mit Coach Mourinho nutzte den Fauxpas zum Gegentor und ging am Ende mit 2:0 als Sieger vom Platz.
Es war ein absoluter Schock für Liverpool, aber noch war nichts verloren. Am Spieltag darauf führte Liverpool gegen Crystal Palace bereits mit 3:0, kassierte aber dann innerhalb von zwölf Minuten drei Gegentore. Die Meisterschaft ging noch an Manchester City. Ein großes Drama, was auch heute für den FC Bayern ein Warnbeispiel in Sachen Meisterschaft darstellt.
Neuer Vertrag für Rodgers half nicht mehr
Coach Rodgers erhielt von Liverpool dennoch einen neuen Vertrag bis 2018, doch das Trauma von 2014 wirkte nach. 2014/15 erreichte Liverpool noch Platz sechs, dann rutschten die Reds in den Abstiegskampf ab. Im Herbst 2015 wurde Rodgers entlassen – seinen Posten übernahm Jürgen Klopp.
Klopp räumt Titel ab
Der frühere Dortmunder führte Liverpool in ein Finale nach dem anderen, bis er 2019 die Champions League gewann und 2020, nach dreißig Jahren Durststrecke, auch den ersehnten Meistertitel holte.
Rodgers selbst sagte Jahre später über das Trauma mit Liverpool, seine Mannschaft sei noch einen Tick zu unerfahren für diesen Titel gewesen – und er selbst womöglich auch.
FC Bayern muss auf der Hut sein
Elf Jahre später ist Rodgers nun womöglich bereit, andere Teams in Schockstarre zu versetzen. Der FC Bayern muss am Dienstagabend vor diesem erfahrenen Coach jedenfalls auf der Hut sein, auch wenn das Team von Celtic qualitativ deutlich unterlegen wirkt.
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