Conference-League

Eintracht Frankfurt schaltet in den Kampfmodus vor Playoff gegen Saint-Gilloise

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Im Vollgasmodus: Eintracht-Trainer Dino Toppmöller.
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Vor dem ersten Conference-League-Playoff in Belgien schärft Eintracht-Trainer Dino Toppmöller die Sinne.

Mit der Vorgabe seines Vorgesetzten konnte Dino Toppmöller nicht allzu viel anfangen. „Weniger Klassik, mehr Heavy Metal“, hatte Eintracht-Sportvorstand Markus Krösche der Frankfurter Profimannschaft mit auf den Weg nach Belgien zum ersten Conference-League-Playoff am Donnerstag (18.45 Uhr/RTL+) gegeben. Der verantwortliche Trainer musste da ein wenig schmunzeln, alldieweil: Die letzten beiden Konzerte, die er mit seiner Frau besuchte, waren U2 und David Guetta. Das hat mit einer harten Gangart eher weniger zu tun.

Doch natürlich weiß Dino Toppmöller, was der Sportchef meint, wenn er eine andere Haltung zum Spiel einfordert. „Wir sehen es ja alle genauso, Markus hat zu 100 Prozent Recht“, bekundete der 43-Jährige. „Wir brauchen eine höhere Aktivität und eine höhere Aggressivität.“

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Auch das noch: „Wir müssen jetzt in den Kampfmodus schalten. Das ist ein Do-or-Die-Spiel.“ Es kann nur einen geben. Entweder fliegt die Eintracht raus oder der belgischen Spitzenreiter Royale Union Saint-Gilloise. Endgültig entschieden wird das erst in einer Woche beim Rückspiel in Frankfurt, doch eine gute Ausgangsposition kann gewiss nicht schaden.

Der Frankfurter Chefcoach wirkte am Mittwochabend in Antwerpen sehr entschlossen und fokussiert. Da weiß einer, auf was es jetzt ankommt und was der Mannschaft zu vermitteln ist. Das war deutlich zu spüren. Er habe das Team direkt nach der letzten Bundesligapartie gegen Bochum (1:1) für die Aufgabe in Belgien sensibilisiert. „Wenn du ein Jahr dafür arbeitest, international zu spielen, dann musst du auch die Chance am Schopfe packen, damit wir die Festtage ausweiten können.“ Toppmöller fordert daher die nötige „Ernsthaftigkeit“, denn Europa mit der Eintracht fühlt sich auch für ihn „besonders“ an.

Team der Eintracht jetzt in der Pflicht

Die vergangenen Wochen mit matten Leistungen und zunehmender Kritik sind an dem jungen Trainer nicht spurlos vorbeigegangen, aber er stellt sich und duckt sich nicht weg, reflektiert einiges und nimmt es mit. Das ist wohltuend. Doch zu viele Defizite waren ja auch zu offensichtlich zutage getreten. Die Eintracht werde unter seiner Führung gewiss nicht vom eingeschlagenen Weg abweichen und „alles über den Haufen werfen“, was ja auch völlig widersinnig wäre. Aber, fügte der Fußballlehrer an, man wolle den gepflegten Fußball mit deutlich mehr „Intensität und Power“ versehen. Natürlich sei die Mannschaft im Umbruch und auch jung, das habe man oft genug betont. „Aber wir wollen keine Ausreden mehr, wir haben den Anspruch, besser Fußball zu spielen.“

Das sei die „klare Forderung“ ans Team, „wir müssen uns schneller entwickeln“. Die kommenden drei Aufgaben seien da genau richtig, „geile Spiele“, wie der Coach sagt. Am Donnerstag Saint-Gilloise, am Sonntag zum Europa-Konkurrenten nach Freiburg und in einer Woche dann zu Hause gegen die Belgier. „Wir können viel gewinnen in den nächsten drei Spielen.“ Den Umkehrschluss blendet Dino Toppmöller aus. Aus seiner Sicht durchaus verständlich.

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