Der FC Bayern hat mit dem Wirtz-Werben besonderen Plan im Visier
VonFlorian Schimak
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Florian Wirtz zum FC Bayern? Die Münchner Führungskräfte würden das begrüßen! Hinter dem Werben um den Leverkusen-Star verbirgt sich eine Strategie.
München – Wenn Uli Hoeneß etwas zum FC Bayern sagt, dann hat das immer Gewicht. Und es löst meist ein größeres Beben aus!
Das Ganze hat sich der Patron des Rekordmeisters allerdings auch stückweise selbst zuzuschreiben. Zum einen, weil er sich in den vergangenen Jahren bewusst aus der Öffentlichkeit zurückgezogen hat. Wenn er sich dann äußert, dann in der Regel nur noch zu den ganzen wichtigen Themen.
Denn hinter seinen Aussagen steckt ganz, ganz häufig eine Menge Kalkül. Kurios: Schlugen Christian Dreesen und Co. nach Hoeneß-Worten im Sommer 2023 zum sich anbahnenden Transfer von Harry Kane noch die Hände über dem Kopf zusammen, so reiten die Bayern-Bosse die aktuelle Welle gerade mit.
Florian Wirtz zum FC Bayern? Hoeneß-Aussagen schlagen Riesen-Wellen
Doch Hoeneß sagte kürzlich, dass, wenn er sich etwas wünschen könnte, er Wirtz zum FC Bayern holen würde. „Weil er prima zu uns passen würde“, sagte der 73-Jährige im Interview mit dem kicker.
Jetzt ist das Fußballleben kein Wunschkonzert und Weihnachten gerade erst vorbei. Aber da Hoeneß diesen Wunsch gegenüber einem weiteren Medienvertreter unabhängig äußerte, weiß man, was dahinter steckt.
Zum einen: Der FC Bayern macht Ernst bei Florian Wirtz! Und zum anderen: Man will Unruhe in Leverkusen! Die Psycho-Spielchen haben also begonnen.
Mit dem auffälligen Wirtz-Werben verfolgt der FC Bayern ganz speziellen Plan
Der Doublesieger der vergangenen Saison war bis vor kurzem drauf und dran, der Elf von Trainer Vincent Kompany auch in dieser Spielzeit die Meisterschaft streitig zu machen. Durch zwei Remis in den vergangenen beiden Spielen haben die Münchner nun aber acht Punkte Vorsprung. Am kommenden Spieltag kommt‘s zum direkten Aufeinandertreffen in der BayArena.
Allerdings denkt Hoeneß sowieso weiter. Sollten die Bayern sich in der Playoffs der Champions League gegen Celtic Glasgow durchsetzen, droht im Achtelfinale das Duell mit der Werkself.
Nach dem bitteren Pokal-Aus gegen die Truppe von Xabi Alonso wäre der vorzeitig geplatzter Wunsch vom „Finale dahaom 2.0“ mehr als bitter. Daher würden mehr Themen abseits des Rasens unter dem Bayer-Kreuz aus FCB-Sicht sicherlich nicht schaden.
Und so löschten die Bayern-Bosse nach dem Bremen-Spiel am vergangenen Freitag nicht die Brände, die durch die Hoeneß-Aussagen ausgelöst wurden. Ganz im Gegenteil.
Was wird aus Sane? Vertragslaufzeiten der Bayern-Stars
Auch Präsident Herbert Hainer äußerte sich beim Verlassen der Arena klar. „Da würde ich abschließend sagen: Träumen darf man immer! Schönen Abend.“ Auch Sportdirektor Christoph Freunde erklärte, dass „träumen immer erlaubt“ sei.
Die Bayern haben ihre eigenen Baustellen (Musiala) allmählich weitestgehend geschlossen und können sich nun mit ihren sportlichen Gegnern befassen (Leverkusen). Insofern steckt hinter dem ganzen Wirtz-Werben eine klare Ansage: Spätestens ab Sommer soll um der DFB-Hoffnungsträger gekämpft werden!
Vor etwas mehr als zehn Jahren gab es eine ähnliche Situation. Damals schwang sich Borussia Dortmund unter Jürgen Klopp auf, den Bayern den Rang abzulaufen. 2013 wechselte Mario Götze im vermutlich spektakulärsten Bundesliga-Transfer dank einer Ausstiegsklausel vom BVB nach München und im Jahr darauf verpflichtete man Robert Lewandowski aus Dortmund ablösefrei.
Hoeneß wünscht sich Musiala und Wirtz im Bayern-Trikot
Zumindest Letzterer prägte anschließend fast eine ganze Dekade beim FC Bayern. Gut möglich, dass sich Uli Hoeneß und die Boss-Kollegen von Florian Wirtz ähnliches versprechen – vor allem in Kombination mit Kumpel Jamal Musiala, der in den kommenden Wochen seinen Vertrag an der Säbener Straße verlängern dürfte.
So ist das mit den Wünschen von Uli Hoeneß immer so eine Sache beim FC Bayern. Früher waren es seine ausformulierten Hoffnungen – heute sind es eher die Forderungen an seine Nachfolger … (smk)