Stürmer spielt Topsaison

Der nächste Mega-Verkauf für Eintracht? Die Wahrheit über Ekitiké

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Mit dem Weggang von Omar Marmoush hat Hugo Ekitiké für Eintracht Frankfurt an Bedeutung gewonnen. Die Gerüchte um seine Zukunft verdichten sich.

Frankfurt/Amsterdam – Eintracht Frankfurt hat bisher durchaus am Verkauf von Topstürmer Omar Marmoush zu knabbern. Der Ägypter verabschiedete sich nach dem 2:0-Sieg über Borussia Dortmund im Januar emotional von den Fans der Hessen, seither gelangen in acht Pflichtspielen nur noch Erfolge gegen Ferencváros in der Europa League und Holstein Kiel in der Fußball-Bundesliga.

Das als Ersatz für Marmoush verpflichtete Duo aus Michy Batshuayi und Elye Wahi hat noch nicht sofort gezündet. So bleibt im Angriff viel an einem Spieler hängen, der für die jüngste Ergebnisdelle bei der Eintracht wahrscheinlich am wenigsten kann: Hugo Ekitiké steuerte immerhin sechs Treffer bei, seit sich sein kongenialer Partner mit Tränen in den Augen von den Frankfurt-Fans verabschiedet hat.

Hugo Ekitiké ist ohne Marmoush eine Art Alleinunterhalter

Momentan ist der 22-Jährige also eine Art Alleinunterhalter, während die SGE darauf wartet, dass sich Batshuayi und Wahi im neuen Umfeld zurechtfinden. Die Saisonbilanz bei Ekitiké fällt durchaus beeindruckend aus: 18 Tore und sechs Vorlagen hat er in 34 Pflichtspielen gesammelt, nur Ende September verpasste der Vielspieler mal eine Partie – mit Arthur Theate und Robin Koch haben lediglich zwei Feldspieler mehr Einsatzminuten auf dem Konto.

Die starke Entwicklung von Ekitiké sorgt geradezu unweigerlich für zunehmend viele Spekulationen über seine Zukunft. Mancherorts wird dabei ein Abschied des Stürmers schon als Fait accompli dargestellt. „Sie rechnen nahezu zu 99 Prozent damit, dass Ekitiké im Sommer den Verein verlassen wird, da es jetzt schon das konkrete Interesse von vielen Topklubs gibt“, erklärte etwa Transfer-Experte Florian Plettenberg am Montag bei Sky.

Ekitiké könnte nächster Megatransfer von Eintracht-Boss Krösche werden

Laut übereinstimmenden Meldungen des TV-Senders sowie der Bild-Zeitung liegt die Ablöseforderung von Eintracht für Ekitiké bei 80 Millionen Euro. In dieser Größenordnung wäre es der nächste herausragende Deal von Sportchef Markus Krösche, der den Angreifer im Januar 2024 von Paris Saint-Germain ausgeliehen und zur laufenden Saison fest für das Gesamtpaket von rund 20 Millionen Euro verpflichtet hatte.

Hugo Ekitiké ist im Angriff von Eintracht Frankfurt auch ohne Omar Marmoush treffsicher.

Allerdings sorgt die Aussicht, den nächsten Topstürmer zu verlieren, bei den Fans der Hessen durchaus für eine gewisse Unruhe. Schließlich ist es Frankfurt bei Marmoush nicht gelungen, für einen reibungslosen Übergang zu sorgen. Seine Nachfolger brauchen mehr Anlauf, als es die in dieser Hinsicht regelrecht verwöhnten Anhänger der Eintracht gewöhnt sind.

Klar ist auch: So groß die Freude über das Verhandlungsgeschick von Krösche immer wieder ist, wünschen sich die meisten Fans aber doch, dass sich der Klub dahingehend entwickelt, Topspieler länger halten zu können.

Eintracht-Abgang von Ekitiké? So ist der Stand

Ob das bei Ekitiké möglich ist? Wie fussball.news, dem Fußballportal von IPPEN.MEDIA, weiß, ist die Sache weniger eindeutig, als sie bisweilen dargestellt wird. Ein Abgang ist nicht auszuschließen, wie sich bei den kolportierten Summen von selbst erklärt. Das Geschäftsmodell der Eintracht ist schließlich auf Transfererlöse angewiesen.

Dass aber schon jetzt eine 99-prozentige Gewissheit vorliege, deckt sich nicht mit den Informationen dieser Redaktion. Offerten von finanzstarken Klubs aus dem Ausland sind zwar zu erwarten, liegen der Eintracht aktuell aber noch nicht vor. Das ist kein Wunder: Im Frühjahr formulieren Vereine ihre Transferpläne, konkret in die Tat umgesetzt werden diese für gewöhnlich aber erst zu einem späteren Zeitpunkt, mit Blick auf das Sommertransferfenster.

Eintracht-Stürmer in England heiß begehrt

In der französischen Heimat von Ekitiké wird derzeit vor allem über einen Wechsel nach England spekuliert. Dort sollen unter anderem der FC Arsenal, FC Liverpool und West Ham United Interesse hegen. Brancheninsider trauen dem Angreifer, der im Laufe des Jahres sein Debüt in der A-Nationalmannschaft geben könnte, den Schritt zu einem absoluten Topklub zu.

100 Jahre Waldstadion: Eine Zeitreise in Bildern durch die Frankfurter Arena – Von Ali bis CR7

Seit 2021 heißt die Frankfurter Arena Deutsche Bank Park.
Seit 2020 heißt die Frankfurter Arena Deutsche Bank Park. © Boris Roessler/dpa
Ein erstes Foto vom 1925 eingeweihten Waldstadion: Eine Luftaufnahme aus dem Jahr 1926.
Ein erstes Foto vom 1925 eingeweihten Waldstadion: Eine Luftaufnahme aus dem Jahr 1926. © dpa/Archiv
Fünf Jahre nach dem „Wunder von Bern“ feierte Eintracht Frankfurt im Waldstadion den Gewinn der Deutschen Meisterschaft.
Nach den dunklen 30er- und 40er-Jahren des 20. Jahrhunderts unter der NS-Herrschaft, brachte auch der Sport den Menschen wieder Freude. Fünf Jahre nach dem „Wunder von Bern“ feierte Eintracht Frankfurt im Waldstadion den Gewinn der Deutschen Meisterschaft.  © dpa/Archiv
Karl Mildenberger (r) und Muhammad Ali boxen um den WM-Titel 1966 im Schwergewicht im Waldstadion.
Karl Mildenberger (r) und Muhammad Ali boxen um den WM-Titel 1966 im Schwergewicht im Waldstadion. © dpa/Archiv
Ali gewann nach 12 Runden durch technischen K.O.
Ali gewann nach 12 Runden durch technischen K.O. © Willi Gutberlet/dpa
Auf dem Weg zum zweiten Stern: Frank Schöbel sang bei der Eröffnung der Fußball-WM 1974 in Frankfurt. Am Ende holte Deutschland den Titel.
Auf dem Weg zum zweiten Stern: Frank Schöbel sang bei der Eröffnung der Fußball-WM 1974 in Frankfurt. Am Ende holte Deutschland den Titel. © Karl Schnörrer/dpa
Weltstars im Frankfurter Waldstadion: Pélé (links) und Uwe Seeler bei der WM-Eröffnung 1974.
Weltstars im Frankfurter Waldstadion: Pélé (links) und Uwe Seeler bei der WM-Eröffnung 1974. © Karl Schnörrer/dpa
Fußball wurde 1974 natürlich auch gespielt im Frankfurter Waldstadion. An die Wasserschlacht gegen Polen erinnern heute noch die Länderspiel-Kommentatoren, wenn es stark regnet.
Fußball wurde 1974 natürlich auch gespielt im Frankfurter Waldstadion. An die Wasserschlacht gegen Polen erinnern heute noch die Länderspiel-Kommentatoren, wenn es stark regnet. © Istvan Bajzat/dpa
Die „Wasserschlacht von Frankfurt“ entschied die BRD-Elf übrigens mit 1:0 für sich.
Die „Wasserschlacht von Frankfurt“ entschied die BRD-Elf übrigens mit 1:0 für sich. © dpa
1980 feierte Eintracht Frankfurt den UEFA-Pokalsieg im Final-Rückspiel gegen Borussia Mönchengladbach.
1980 feierte Eintracht Frankfurt den UEFA-Pokalsieg im Final-Rückspiel gegen Borussia Mönchengladbach. © Roland Witschel/dpa
UEFA-Pokal 1993: Eintracht Frankfurt empfängt Dnjepr Dnjepropetrowsk im Waldstadion.
UEFA-Pokal 1993: Eintracht Frankfurt empfängt Dnjepr Dnjepropetrowsk im Waldstadion. © Frank Kleefeldt/dpa
In den 1990er-Jahren bereicherte eine weitere Sportart das Waldstadion: American Football mit Frankfurt Galaxy.
In den 1990er-Jahren bereicherte eine weitere Sportart das Waldstadion: American Football mit Frankfurt Galaxy. © Oliver Stratmann/dpa
Für Eintracht Frankfurt waren die 90er ein schwieriges Jahrzehnt. Die Fans erlebten den ersten Abstieg aus der Bundesliga – und den ersten Aufstieg aus der Zweiten. Für das alte Waldstadion war die Zeit abgelaufen.
Für Eintracht Frankfurt waren die 90er ein schwieriges Jahrzehnt. Die Fans erlebten den ersten Abstieg aus der Bundesliga – und den ersten Aufstieg aus der Zweiten. Für das alte Waldstadion war die Zeit abgelaufen. © Oliver Berg/dpa
Marius Müller-Westernhagen live im Waldstadion: Wenige Jahre nach seinem Konzert im Jahr 2000 wurden die alten Mauern abgerissen.
Marius Müller-Westernhagen live im Waldstadion: Wenige Jahre nach seinem Konzert im Jahr 2000 wurden die alten Mauern abgerissen. © Arne Dedert/dpa
Das fast vollbesetzte Frankfurter Waldstadion während des Abschlussgottesdienstes für den 29. Evangelischen Kirchentag im Sommer 2001.
Das fast vollbesetzte Frankfurter Waldstadion während des Abschlussgottesdienstes für den 29. Evangelischen Kirchentag im Sommer 2001. © Frank May/dpa
Für die WM 2006 in Deutschland sollte auch der Standort Frankfurt modernisiert werden. Die Tribünen des alten Waldstadions wurden nach und nach niedergerissen.
Für die WM 2006 in Deutschland sollte auch der Standort Frankfurt modernisiert werden. Die Tribünen des alten Waldstadions wurden nach und nach niedergerissen. © Arne Dedert
Die Eintracht trug während des Umbaus weiter ihre Heimspiele im Waldstadion aus. Es waren turbulente Jahre mit Abstiegen 2001 und 2004 sowie Aufstiegen 2003 und 2005.
Die Eintracht trug während des Umbaus weiter ihre Heimspiele im Waldstadion aus. Es waren turbulente Jahre mit Abstiegen 2001 und 2004 sowie Aufstiegen 2003 und 2005. © Arne Dedert/dpa
2025 steht das neue Waldstadion bereits seit 20 Jahren. Eintracht Frankfurt erlebte in der neuen Arena nur eine Zweitligasaison – 2011/12.
2025 steht das neue Waldstadion bereits seit 20 Jahren. Eintracht Frankfurt erlebte in der neuen Arena nur eine Zweitligasaison – 2011/12. © Arne Dedert/dpa
Noch ohne Dach: Fans im Waldstadion 2004 beim Spiel der Eintracht gegen Bayern München.
Noch ohne Dach: Fans im Waldstadion 2004 beim Spiel der Eintracht gegen Bayern München. © Oliver Weiken/dpa
Geschafft: Das neue Stadion steht – und heißt ab sofort Commerzbank Arena.
Geschafft: Das neue Stadion steht – und heißt ab sofort Commerzbank Arena. © Boris Roessler/dpa
Als WM-Gastgeber 2006 trug Deutschland auch den Confederations Cup im Jahr zuvor aus. 2005 kickte Brasilien gegen Argentinien im Waldstadion.
Als WM-Gastgeber 2006 trug Deutschland auch den Confederations Cup im Jahr zuvor aus. 2005 kickte Brasilien gegen Argentinien im Waldstadion. © Bernd Weißbrod/dpa
Wieder WM, wieder ein Weltstar zu Gast: Diego Maradona bejubelte seine Albiceleste im Waldstadion. 2006 noch zu jung für den argentinischen Kader: Lionel Messi.
Wieder WM, wieder ein Weltstar zu Gast: Diego Maradona bejubelte seine Albiceleste im Waldstadion gegen die Niederlande. 2006 noch zu jung für den argentinischen Kader: Lionel Messi. © Bernd Weissbrod/dpa
Messi zog es erst 2012 bei einem Testspiel auf den Frankfurter Rasen – da war er dann schon kaum zu stoppen.
Messi zog es erst 2012 bei einem Testspiel auf den Frankfurter Rasen – da war er dann schon kaum zu stoppen. © Frank Kleefeldt/dpa
Cristiano Ronaldo hingegen feierte 2006 seine erste WM-Teilnahme. Im Frankfurter Waldstadion war er mit Portugal gegen den Iran am Ball.
Cristiano Ronaldo hingegen feierte 2006 seine erste WM-Teilnahme. Im Frankfurter Waldstadion war er mit Portugal gegen den Iran am Ball. © Bernd Weissbrod/dpa
18 Jahre später spielte Ronaldo sein wohl letztes großes Turnier für sein Heimatland. 2024 führte ihn das EM-Viertelfinale gegen Slowenien wieder nach Frankfurt.
18 Jahre später spielte Ronaldo sein wohl letztes großes Turnier für sein Heimatland. 2024 führte ihn das EM-Viertelfinale gegen Slowenien wieder nach Frankfurt. © Torsten Silz/dpa
Die EM 2024 war das bislang letzte große Highlight für die Arena, die inzwischen unter dem Namen Deutsche Bank Park firmierte.
Die EM 2024 war das bislang letzte große Highlight für die Arena, die inzwischen unter dem Namen Deutsche Bank Park firmierte. © Torsten Silz/dpa
Neben dem Fußball ist der Deutsche Bank Park in Frankfurt inzwischen auch eine feste Größe in der Riege der Stadionkonzerte in Deutschland. 2022 waren beispielsweise Coldplay zu Gast.
Neben dem Fußball ist der Deutsche Bank Park in Frankfurt inzwischen auch eine feste Größe in der Riege der Stadionkonzerte in Deutschland. 2022 waren beispielsweise Coldplay zu Gast. © Andreas Arnold/dpa

Ekitiké wird sich aber gewiss genau überlegen, ob er Frankfurt schon wieder verlassen will, um sich bei einem Schwergewicht zu versuchen. Immerhin waren seine Erfahrungen bei PSG eher negativ. Der Nobelklub hatte den Torjäger 2022 von seinem Heimatverein Stade Reims verpflichtet, Ekitiké ist bis zum Wechsel nach Frankfurt aber nie über eine Reservistenrolle hinausgekommen.

Eintracht-Star Ekitiké bekam bei PSG „kein Vertrauen“

„Man hat mir kein Vertrauen gegeben“, blickte der Stürmer dieser Tage gegenüber der französischen Sportzeitung L‘Equipe zurück. „Man hat sich nie wirklich die Zeit genommen, mit mir zu sprechen, um mir helfen zu können. Ich habe mich in einer Situation wiedergefunden, in der ich gezwungen war, mich selbst durchzuschlagen.“

Durch den Wechsel nach Frankfurt sei er „ein anderer Spieler“ geworden, schätzte Ekitiké selbst ein. Wie lange die Eintracht davon sportlich profitiert, und wann der nächste Stürmer-Verkauf die Kasse klingen lässt, ist die spannende Frage.

Ekitiké scheint sich davon aber nicht aus der Konzentration bringen zu lassen. Er bleibt der große Hoffnungsträger für die Duelle mit Ajax in der Europa League sowie den anstehenden Schlussspurt in der Bundesliga, der in der Qualifikation zur Champions League enden soll – womit Eintracht gewichtige Argumente sammeln würde, mindestens noch ein Jahr am Wohlfühlort zu bleiben.

Rubriklistenbild: © IMAGO/pepphoto / Sascha Weiz

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