Eintracht-Neuzugang Wahi hinkt den Erwartungen noch hinterher
Die Lücke, die der 80-Millionen-Euro-Abgang von Omar Marmoush zu Manchester City gerissen hat, war und ist natürlich riesengroß. Klar ist: Sportvorstand Markus Krösche konnte eine solche Summe nicht ablehnen. Deutlich wird allerdings auch, dass ein solcher Transfer dafür sorgen kann, den sportlichen Ambitionen etwas hinterherzurennen.
Einen Ausnahmestürmer wie Marmoush sofort eins zu eins ersetzen? Auf einem solchen Level ist das kaum möglich für die Hessen. Und doch hatte das Umfeld die Hoffnung, dass sich der aus Marseille gekommene Wahi als Soforthilfe entpuppt und schnell dabei helfen kann, Teil der Lösung zu sein. Noch kam der 22-Jährige bei seinen ersten drei Joker-Einsätzen allerdings nicht über Ansätze hinaus.
Eintracht-Trainer Toppmöller brachte Wahi beim FC Bayern erst zur Pause
Auch beim Duell in München (0:4) stand Wahi nicht in der Eintracht-Startelf. Er kam erst zur Pause für Can Uzun, der bis dato zu den besseren Feldspielern gehörte, in die Partie. Und in Minute 47 hatte er sich mit einem guten Laufweg an den ersten Pfosten abgesetzt, traf das Leder nach Hereingabe von Hugo Ekitiké jedoch nicht richtig. Die Möglichkeit beim zu diesem Zeitpunkt noch knappen Spielstand von 0:1 verpuffte, Wahi tauchte in der Folge mit dem gesamten Team völlig ab.
Alle Winter-Neuzugänge der Bundesliga in der Übersicht
Warum stand der Stürmer nicht in der Startelf? Trainer Dino Toppmöller erklärte: „Für unsere Entscheidung gab es zwei Gründe. Erstens ging es um das Thema Fitness. In einem Spiel, wo du viel gegen den Ball arbeiten musst, haben wir ihm noch nicht ganz zugetraut, von Anfang an zu spielen. Diese Patrone wollten wir nicht direkt verschießen.“
Zweitens habe es „taktische“ Gründe gehabt: „Wir hatten mit Uzun einen Spieler zwischen den Linien gehabt. Er sollte immer wieder eine Drei-gegen-Zwei-Situation im Mittelfeld herstellen.“ Vorne habe man mit Ekitiké, Ansgar Knauff und Jean-Matteo Bahoya eigentlich genügend schnelle Spieler für Umschaltmomente gehabt. Doch das Trio verpasste es, dem FC Bayern mit Tiefenläufen oder Eins-gegen-Eins-Duellen wehzutun.
Wann kann Eintracht auf Wahi und Batshuayi bauen?
Die Niederlage beim Spitzenteam aus München sollte man zwar nicht überbewerten. Dennoch wandelt die Eintracht in der ersten Hälfte des Jahres 2025 auf einem schmalen Grat. Toppmöller ist weiterhin am Tüfteln, wenn es darum geht, wie das Team die „Marmoush-Lücke“ schließt. Den beiden Winterneuzugängen Wahi und Michy Batshuayi fehlt noch das Erfolgserlebnis, der Integrationsprozess ist weiterhin nicht abgeschlossen.
Immerhin bleibt die Eintracht tabellarisch stabil auf dem dritten Rang stehen. Es gehört allerdings auch zur Wahrheit, dass die Frankfurter unter anderem von der schwächelnden Konkurrenz aus Stuttgart oder Leipzig profitieren. Darauf darf sich das Toppmöller-Team im Rennen um die Qualifikation für die Champions League aber nicht verlassen, zu dünn ist die Luft im Bereich der Top vier. Das Ziel ist daher klar: Batshuayi und vor allem Wahi sollten in der Crunchtime mit vielen Englischen Wochen in Bundesliga und Europa League liefern.