Deutschlands Lehre aus dem EM-Favoritensterben vor dem Spiel gegen Slowenien
VonStefan Schmid
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Deutschland ist das letzte verbliebene Team aus dem engen Favoritenkreis der EM. Das ist aber nur auf den ersten Blick verwunderlich.
Riga – Auch die DBB-Baskets mühten sich in den ersten drei Vierteln im Achtelfinale gegen Portugal. Dass am Ende dann doch ein klarer Sieg zu Buche stand, gibt auch für das Viertelfinale gegen Slowenien Hoffnung. Die Mitfavoriten mussten hingegen bereits die Heimreise antreten. Was auf den ersten Blick Sensationen waren, ist für Deutschland Warnung und gutes Vorzeichen zugleich.
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Für die Auswahl des Favoritenkreises wurde lange Zeit vor allem auf die Erfolge der letzten Jahre geblickt, doch Umbrüche wurden kaum beachtet. Dabei befinden sich vor allem die Franzosen und Spanier in einer Phase der Veränderung. Bei Frankreich wohl eher kurzfristig hin zum guten als bei Spanien, wo die goldene Generation weg ist und die nächsten Hochtalentierten noch in der Jugend sind.
Frankreich hatte hingegen bereits bei der EM vielversprechende Spieler im Aufgebot, doch es fehlte noch an der Abstimmung. Guerschon Yabusele hatte zwar das Kapitänsamt inne, ist jedoch kein geborener Anführer und den jungen, nachweislich hochveranlagten, Spielern rund um Elie Okobe fehlt es noch an Konstanz. Dazu versäumte es Head Coach Frederic Fauthoux, durch entsprechende Steuerung eine Hierarchie aufzubauen.
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Alles, was es Frankreich und Spanien fehlte und noch viel mehr, hat das deutsche Team rund um Dennis Schröder zu bieten. Die Hierarchie ist klar geregelt und der Kern der Mannschaft spielt so nicht zum ersten Mal zusammen. Doch das Beispiel Serbien zeigt, dass auch die besten Voraussetzungen nichts bringen, wenn im entscheidenden Moment die Stimmung kippt.
Klar, die Serben waren durch Verletzungen geschwächt und Finnland zeigte eine hervorragende Leistung, doch das Achtelfinal-Aus legte weitere Schwachstellen offen: fehlender Wille und Teamspirit in den entscheidenden Situationen. Als es im letzten Viertel um alles ging, begannen die Serben untereinander zu meckern und Starspieler Nikola Jokić bewegte sich, statt sein Team mitzureißen, immer lustloser über den Court.
Dass die DBB-Baskets sich zu sowas nicht hinreißen lassen, zeigten sie schon im letzten Viertel gegen Portugal. Nun gilt es, diese Mentalität im EM-Viertelfinale gegen Slowenien zu bestätigen. Die mussten im Achtelfinale zwar nur Italien ausschalten, haben mit Luka Dončić aber einen Unterschiedspieler im Team, der für die große Überraschung sorgen könnte. (sch)