VonPhilipp Kuserauschließen
Der starke Saisonlauf von Deniz Undav trägt ihn zurück ins DFB-Team. Er hat nun auch beste Chancen, bei der WM dabei zu sein.
Zuletzt hatte man beinahe den Eindruck, um das Verhältnis zwischen Deniz Undav und Julian Nagelsmann sei es nicht unbedingt bestens bestellt. Manchmal jedoch reichen ein paar klare Worte, um die Beziehung wieder zu ordnen. Das wurde besonders deutlich, als der Bundestrainer den Torjäger des VfB Stuttgart am Donnerstag (19. März) wieder in den Kreis der Nationalmannschaft geholt hat.
Nagelsmann nutzte die Gelegenheit, um ein paar Dinge auszuräumen, über die in den vergangenen Wochen spekuliert worden war, und erklärte, weshalb der VfB-Star für die anstehenden Länderspiele gegen die Schweiz und Ghana unverzichtbar erscheint. „Einen Stürmer mit der Quote kann man nicht zu Hause lassen. Sowohl Vorlagen als auch Tore. Das ist Fakt.“
Bundestrainer Julian Nagelsmann nimmt VfB-Star Deniz Undav mit Maßnahmenkatalog in die Pflicht
Tatsächlich lesen sich die Zahlen des Angreifers beeindruckend: Allein 16 Treffer in der Bundesliga sind ein Brett – hinzu kommen zwei Tore im DFB-Pokal sowie drei Tore in der Europa League, garniert mit insgesamt zwölf Vorlagen. Kein deutscher Stürmer kann aktuell bessere Werte aufweisen. Für die Unruhe um seine Person war allerdings auch Undav selbst verantwortlich.
In einem Interview erwähnte er zuletzt, seit der Winterpause keinen Kontakt mehr zu Nagelsmann gehabt zu haben. Das sorgte natürlich für reichlich Fragezeichen. Auf der Pressekonferenz in Frankfurt schilderte der Bundestrainer nun jedoch ausführlich, wie die Lage aus seiner Sicht tatsächlich aussah.
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„Vielleicht nochmal zur Einordnung. Deniz hat von mir im Dezember einen großen Maßnahmen-Katalog gekriegt, Feedback, was er machen muss und was er tun soll, mal außerhalb vom Toreschießen und von den Vorlagen, um wieder mehr in den Fokus zu rücken“, erklärte Nagelsmann. „Und Deniz ist ein Spieler, der sich daraufhin auch geäußert hat und da höre ich schon auf meine Spieler und auch auf deren Meinung, wie viel Feedback er in diesen Monaten dazwischen will.“
Dass der Torjäger in besagtem Interview betonte, seine Argumente liefere er auf dem Platz, ordnete der Bundestrainer unaufgeregt ein: „Und Deniz hat gesagt, er weiß, was zu tun ist, er will sich auf das konzentrieren, was zu tun ist. Und hat dann auf seine sehr charmante Art und Weise in dem Interview gesagt, was er gesagt hat.“
Nachträglich habe sich Undav für die zugespitzte Formulierung sogar entschuldigt – ein Schritt, der für Nagelsmann gar nicht notwendig war: „Er meinte dann, dass er das nicht so gemeint hat, und hat sich entschuldigt. Das musste er nicht. Sondern es geht einfach nur darum, wie wir Dinge äußern. Es ist alles in absoluter Ordnung zwischen Deniz und mir. Wir haben ein gutes Verhältnis.“
Undav erstmals seit Sommer wieder im DFB-Kader – „Er hat eine außergewöhnlich gute Quote“
Der 29-Jährige hatte sein letztes Länderspiel im Juni 2025 bestritten. Verletzungen und Formfragen verhinderten im Herbst weitere Nominierungen. Nun ist er, wenige Monate vor der WM 2026, wieder im DFB-Kader und könnte bei den Härtetests gegen die Schweiz (27. März) und Ghana (30. März) sogar in der Startelf stehen. Der Maßnahmenkatalog für beide Spiele steht auch schon fest: „Er hat eine außergewöhnlich gute Quote und darf gerne weitermachen mit Torschießen. Auch nächste Woche.“ (kus)
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