Diskussion beim Deutschen Fußball-Bund

Nach Süle-Kritik: Rudi Völler verteidigt USA-Reise des DFB

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Die Nationalmannschaft reist im Oktober für zwei Länderspiele in die USA und erntet dafür Gegenwind – auch von den Spielern. DFB-Sportdirektor Rudi Völler verteidigt nun erneut die Pläne des DFB.

Wolfsburg – Die Nationalmannschaft unternimmt im Oktober – mitten in der Saison – eine zehntägige Länderspielreise in die USA. Dort trifft das Team von Bundestrainer Hansi Flick am 14. Oktober in Hartford auf die USA und am 17. Oktober in Philadelphia auf Mexiko. Die Pläne stoßen nicht bei allen Verantwortlichen und Spielern auf Verständnis. Doch was steckt hinter der Reise?

DFB
Gründung:28. Januar 1900, in Leipzig
Präsident:Bernd Neuendorf, seit 11. März 2022 im Amt
Fußball-Bundestrainer:Hans-Dieter Flick, seit 1. August 2021 im Amt

Ziel des USA-Trips: Mehr internationale Präsenz und Wahrnehmung für den deutschen Fußball

Die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 findet in Kanada, Mexiko und den USA statt. Vor diesem Hintergrund reist der DFB-Tross über den großen Teich. „Nach den beiden Heimspielen gegen Frankreich und Japan ist es mit Blick auf die kommende Weltmeisterschaft wichtig, sich auch vor Ort den Fans zu präsentieren, Gespräche zu führen und Kontakte zu knüpfen“, begründet Rudi Völler die Pläne des DFB. Es sei für eine professionelle Vorbereitung wichtig, sich frühzeitig auf das nachfolgende Turnier vorzubereiten.

Es geht aber auch um Markenpräsenz. Der DFB erhofft sich eine stärkere Wahrnehmung und Präsenz des deutschen Fußballs, der Bundesliga und ihrer Vereine. Dafür ist es wichtig, dass sich die besten deutschen Spieler auch international präsentieren, so Völler weiter.

Länderspiele im Oktober: Rudi Völler verteidigt die geplante USA-Tour der Nationalmannschaft.

„Das ist nicht so gut gewählt“: Niklas Süle kritisiert USA-Trip der Nationalmannschaft

Niklas Süle, der nach der harten Kritik von Flick und seiner Nichtberücksichtigung für die letzten Länderspiele erstmals wieder im Kader steht, sieht die Länderspielreise unter anderem wegen der großen Reisestrapazen kritisch: „Das ist nicht so gut gewählt meiner Meinung nach“, so Süle und verwies auf seine Mitspieler bei Borussia Dortmund, die regelmäßig weite Reisen zu Länderspielen auf sich nehmen müssen und dann mit Jetlag zurückkehren.

Dabei ist die Reise für die BVB-Spieler besonders ungünstig terminiert. Bereits am 20. Oktober, zwei Tage nach der Rückkehr aus den USA, trifft der BVB zum Auftakt des achten Spieltags der Fußball-Bundesliga auf Werder Bremen. Auch deshalb sehen die Verantwortlichen der Bundesligavereine die DFB-Reise kritisch.

Böhme, Odonkor, Kramer: Deutschlands überraschendste WM-Nominierungen

Oliver Neuville war in den vier Freundschaftsspielen vor der WM 2002 nicht im Kader des DFB. Für das folgende Turnier wurde er dann aber doch nominiert.
Oliver Neuville war in den vier Freundschaftsspielen vor der WM 2002 nicht im Kader des DFB. Für das folgende Turnier wurde er dann aber doch nominiert.  © Imago Imagies/Laci Perenyi
Jörg Böhme wurde bei der WM 2002 nachträglich nominiert, weil Jörg Heinrich ausfiel. Doch der Schalker war vom Pech verfolgt und zog sich im Training eine Verletzung zu und kam zu keinem Einsatz in Japan und Südkorea.
Jörg Böhme wurde bei der WM 2002 nachträglich nominiert, weil Jörg Heinrich ausfiel. Doch der Schalker war vom Pech verfolgt und zog sich im Training eine Verletzung zu und kam zu keinem Einsatz in Japan und Südkorea. © Imago Images/Kolvenbach
Carsten Jancker hatte 2001/2002 ein extrem schwaches Jahr, ohne eigenen Treffer hinter sich. Dennoch nominierte ihn der Bundestrainer Rudi Völler für die WM 2002. Der Stürmer traf beim 8:0 gegen Saudi-Arabien einmal.
Carsten Jancker hatte 2001/2002 ein extrem schwaches Jahr, ohne eigenen Treffer hinter sich. Dennoch nominierte ihn der Bundestrainer Rudi Völler für die WM 2002. Der Stürmer traf beim 8:0 gegen Saudi-Arabien einmal. © Imago Images/Sven Simon
2006 sorgte Klinsmann mit David Odonkor für die größte Überraschung bei einer WM. Der Flügelflitzer flog bis dahin unter dem Radar und wurde erstmals für die Nationalmannschaft nominiert. Unvergessen bleibt allerdings seine Vorlage im Gruppenspiel gegen Polen.
2006 sorgte Klinsmann mit David Odonkor für die größte Überraschung bei einer WM. Der Flügelflitzer flog bis dahin unter dem Radar und wurde erstmals für die Nationalmannschaft nominiert. Unvergessen bleibt allerdings seine Vorlage im Gruppenspiel gegen Polen.  © Imago Images/Camera 4
Holger Badstuber feierte erst kurz vor der WM 2010 sein Debüt in der deutschen Nationalmannschaft. Jogi Löw setzte ihn damals aber nur in den ersten beiden Gruppenspielen ein. Insgesamt 31 Mal lief Badstuber für die DFB-Elf auf.
Holger Badstuber feierte erst kurz vor der WM 2010 sein Debüt in der deutschen Nationalmannschaft. Jogi Löw setzte ihn damals aber nur in den ersten beiden Gruppenspielen ein. Insgesamt 31 Mal lief Badstuber für die DFB-Elf auf.  © Imago Images/Sven Simon
Ein Spieler, den bei der WM 2014 so gut wie niemand auf dem Zettel hatte, war Shkodran Mustafi. Jogi Löw nominierte den Verteidiger zur WM erstmals für die DFB-Elf.
Ein Spieler, den bei der WM 2014 so gut wie niemand auf dem Zettel hatte, war Shkodran Mustafi. Jogi Löw nominierte den Verteidiger zur WM erstmals für die DFB-Elf. © Imago Imgaes/Jan Huebner
Dennis Aogo, damals Linksverteidiger vom HSV, wurde für die WM 2010 erstmals in die deutsche Nationalmannschaft berufen. Es reichte aber nur für einen Einsatz im Spiel um Platz 3 gegen Uruguay.
Dennis Aogo, damals Linksverteidiger vom HSV, wurde für die WM 2010 erstmals in die deutsche Nationalmannschaft berufen. Es reichte aber nur für einen Einsatz im Spiel um Platz 3 gegen Uruguay. © Imago Images/Icon Sportswire
Mit Erik Durm hatte bei der WM 2014 kaum einer gerechnet. Doch Jogi Löw nominierte den damals 22-Jährigen für die deutsche Nationalelf. Eingesetzt wurde Durm bei dem Turnier aber nicht.
Mit Erik Durm hatte bei der WM 2014 kaum einer gerechnet. Doch Jogi Löw nominierte den damals 22-Jährigen für die deutsche Nationalelf. Eingesetzt wurde Durm bei dem Turnier aber nicht. © Imago Images/Aflosport
Christoph Kramer war bei der WM 2014 ebenfalls eine große Überraschung. Der Spieler von Gladbach war für das Turnier erstmals für die Nationalmannschaft nominiert und stand im Finale sogar in der Startelf.
Christoph Kramer war bei der WM 2014 ebenfalls eine große Überraschung. Der Spieler von Gladbach war für das Turnier erstmals für die Nationalmannschaft nominiert und stand im Finale sogar in der Startelf. © Imago Images/Camera 4
Marvin Plattenhardt war bei der WM 2018 die größte Überraschung. Jogi Löw nominierte den Herthaner für die linke Abwehrseite der Nationalmannschaft, doch der Freistoß-Spezialist blieb hinter den Erwartungen zurück.
Marvin Plattenhardt war bei der WM 2018 die größte Überraschung. Jogi Löw nominierte den Herthaner für die linke Abwehrseite der Nationalmannschaft, doch der Freistoß-Spezialist blieb hinter den Erwartungen zurück. © Imago Images/Sven Simon
Die Nominierung von Julian Brandt für die WM 2018 war für sich keine Überraschung, doch dadurch wurde Leroy Sané aus dem Kader der DFB-Elf gestrichen, der 2018 zu den besten Spielern in Europa zählte. Für viele war das der Anfang vom Ende für Jogi Löw.
Die Nominierung von Julian Brandt für die WM 2018 war per se keine Überraschung, doch dadurch wurde Leroy Sané aus dem Kader der DFB-Elf gestrichen, der 2018 zu den besten Spielern in Europa zählte. Für viele war das der Anfang vom Ende für Jogi Löw. © Imago Images/ActionPictures

Der DFB betonte auf seiner Homepage, dass nach der Heim-EM und vor der WM 2026 keine Reisen in das Gastgeberland möglich seien. Nach der EM ist die Nationalmannschaft wieder in der Nations League gefordert. Danach stehen die WM-Qualifikationsspiele auf dem Programm.

Rubriklistenbild: © Sebastian Kahnert/dpa

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