DFB-Star Rüdiger zeigt nach brutalem Foul an Gegenspieler keine Reue
VonPhilipp Kuserau
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Nach harscher Kritik an seinem Einsteigen meldet sich DFB-Verteidiger Antonio Rüdiger erstmals ausführlich zu Wort und richtet klare Worte an seinen Gegenspieler.
Selbstbewusst, entschlossen, teils sogar ein wenig kämpferisch wirkte Antonio Rüdiger auf der Pressekonferenz vor dem Achtelfinal-Rückspiel in der Champions League gegen Manchester City. Beobachter bekamen fast den Eindruck, der Verteidiger von Real Madrid habe sich vorgenommen, seinen Spielstil auf dem Rasen auch in der Presserunde zu repräsentieren.
Zwei Wochen hatte der Nationalspieler zu der heftigen Kritik und den harten Anschuldigungen seines Gegenspielers Diego Rico nach einem brutalen Foul geschwiegen. Im Liga-Duell gegen den FC Getafe traf Rüdiger in der 27. Minute den bereits am Boden liegenden Rico mit dem Knie im Gesicht. Eine Szene, die in der Wiederholung noch einmal an Brutalität gewann und für reichlich Diskussionen sorgte.
DFB-Star Antonio Rüdiger bricht Schweigen nach brutalem Foul: „Auch ich habe Grenzen“
Der Real-Star konnte sich wohl glücklich schätzen, dass jene Aktion ohne Folgen blieb, denn weder der Schiedsrichter noch der VAR griffen nach der Szene ein. Rüdiger selbst hält die hektische Debatte über das Brutalo-Foul allerdings für maßlos übertrieben. „Wenn man die Bilder in Zeitlupe sieht, wirkt es schlimm. Aber wenn man die Aktion im Spiel sieht, ist es etwas anderes“, erklärte der 33-Jährige auf der Pressekonferenz. „Ich mag es, hart zu spielen. Aber auch ich habe Grenzen.“
Besonders die Wortwahl seines Gegenspielers sei Rüdiger sauer aufgestoßen. Rico hatte dem deutschen Abwehrspieler „Boshaftigkeit“ und sogar die Absicht unterstellt, ihm „das Gesicht zertrümmern“ zu wollen. „So wie er nach dem Spiel geredet hat, könnte man meinen, ich hätte ihn umgebracht“, zeigte sich Rüdiger irritiert und schob nach: „Ich wollte ihm nie wehtun.“
Auch die Darstellung der Situation findet er verzerrt. „Man darf nicht nur ein Standbild betrachten“, meinte Rüdiger und sorgte mit einer weiteren Aussage für Stirnrunzeln: „Wenn ich ihn mit Absicht gefoult hätte, wäre er nicht wieder aufgestanden.“ Getafe-Gegenspieler Rico wiederum zeichnet ein völlig anderes Bild der Szene.
„Kein anderer Profi würde mit solcher Boshaftigkeit auf einen am Boden liegenden Spieler losgehen und ihn mit dem Knie so brutal treffen, wenn der Ball gar nicht in diesem Bereich war“, echauffierte er sich gegenüber dem spanischen Sender Cadena Cope. Der Linksverteidiger betonte, dass er bei einer umgekehrten Rollenverteilung „zehn Spiele gesperrt worden“ wäre. Rico musste nach der Aktion zwar behandelt werden, konnte das Spiel aber glücklicherweise beenden.
Wie so oft im Fußball liegen die Meinungen der jeweiligen Protagonisten bei solch einer strittigen Szene weit auseinander. Dass jenes heftige Einsteigen von Rüdiger allerdings zwei Wochen später noch immer ein Thema ist, zumal vor einem Achtelfinal-Rückspiel in der Königsklasse, spricht Bände. Bereits vergangenen Sommer sorgte der Nationalspieler im spanischen Pokalfinale für einen Eklat und heimste sich eine Ermahnung von Julian Nagelsmann ein – die Szene rund um das Brutalo-Foul dürfte dem Bundestrainer wohl auch nicht gefallen haben. (kus)