Diaz-Transfer ohne Sinn? Gnabry-Vergleich lässt FC-Bayern-Fans verzweifeln
VonIsabella Strehmann
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Luis Diaz ist der Wunsch-Transfer der FC-Bayern-Verantwortlichen. Viele Fans schlagen die Hände vor den Kopf, wenn sie den Vergleich mit Serge Gnabry sehen.
München – Die Verantwortlichen des FC Bayern wollen, der Spieler will – nur Liverpool stellt sich noch quer. Der deutsche Rekordmeister und Trainer Vincent Kompany haben sich zum Ziel gesetzt, Luis Diaz aus der Premier League zu verpflichten. Eine Summe von mehr als 70 Millionen Euro reicht den Reds, die den Bayern Florian Wirtz weggeschnappt haben, dabei noch nicht aus.
Während die FCB-Bosse Diaz unbedingt wollen, sieht es unter den Fans ganz anders aus. Viele Bayernfans bezweifeln, ob der Transfer überhaupt Sinn macht – und vergleichen Diaz mit Serge Gnabry. Denn Letzterer war in der vergangenen Spielzeit in jeder einzelnen statistischen Kategorie besser.
Diaz-Transfer ohne Sinn? Vergleich mit Gnabry lässt viele FC-Bayern-Fans verzweifeln
Verglichen werden die Leistungsdaten von Gnabry und Diaz aus der Saison 2024/25, bezogen auf Bundesliga und Premier League. Die Daten sind jeweils für 90 Minuten zu bewerten. Schüsse, Torschüsse, Tore, Vorlagen – in allen genannten Bereichen hat Gnabry die Nase vorne.
Ist Diaz also automatisch der „schlechtere“ Spieler? Das wäre vielleicht etwas zu hart formuliert, doch zu den Statistiken gibt es noch eine interessante Rand-Info. Gnabry nämlich stand in der vergangenen Saison 1.236 Minuten auf dem Platz. Bayern-Wunschspieler Diaz hingegen bringt es auf 2.413 Minuten, das ist fast das Doppelte.
Sieben Spieler im letzten Vertragsjahr – Die Laufzeiten der Stars des FC Bayern
Die Gegner spielen im Vergleich ebenfalls eine Rolle. Die Premier League gilt für viele als stärkste Liga der Welt, Liverpool wurde dennoch überlegen Meister. Gnabrys starke Werte werden durch eine positive Rückrunde nach oben gehievt, denn zwischen den Spieltagen fünf und 17 konnte er keine einzige Torbeteiligung verbuchen.
Den Bayern-Fans aber fallen noch ein paar weitere Gründe ein, wieso der Diaz-Transfer – vor allem unter Berücksichtigung der hohen Ablösesumme (Diaz soll mit einem Vertrag bis 2029 sowie einem Gehalt von 14 Millionen Euro plus Boni bereits einverstanden sein) – anzuzweifeln ist.
Macht Diaz-Transfer für Bayern wirklich Sinn?
Luis Diaz wird im Januar 29 Jahre alt, es könnte also der letzte lange Vertrag seiner Karriere werden. Entsprechend droht dem FCB ein fehlender Wiederverkaufswert, denn passt es zwischen beiden Parteien am Ende doch nicht, würde ein Abschied wohl stattfinden, wenn der Angreifer über 30 ist.
Von Diaz wartet zudem jeder, dass er voll einschlägt. Der Druck ist daher groß, das war bei Michael Olise im vergangenen Jahr anders. Er kam für 51 Millionen Euro von Crystal Palace, doch niemand dachte im ersten Moment an den ganz großen Kracher-Transfer. Genau das aber wurde Olise, der in seiner ersten Bayern-Saison auf grandiose 20 Tore und 23 Vorlagen kam.
Mit Kingsley Coman und Serge Gnabry haben die Münchner aktuell zwei Flügelspieler, die ihre Klasse seit Jahren unter Beweis stellen. Leroy Sané hingegen hat sich zu Galatasaray verabschiedet. Einen Vergleich zwischen ihm und Diaz gab es auch bereits.
Eine Statistik von FBref verrät, dass sich Diaz nicht weit vor diesem Trio bewegt. Die Werte stammen aus Liga sowie Champions League der vergangenen Saison, bezogen auf 90 Minuten: Diaz erreicht einen Schnitt von 0,62 Torbeteiligungen. Sané stand bei 0,67, Coman bei 0,61. Zudem verbuchte Diaz 0,43 Expected Goals, hier landen Sané bei 0,48 und Coman, der viele Chancen ausließ, sogar nur bei 0,29.
Für die Bayernfans scheint jedenfalls festzustehen: Ein Diaz-Transfer ist kein Investment in die Zukunft – und zum geforderten Preis auch alles andere als sicher angelegtes Geld. (is)