5:1 gegen Galatasaray

„Ein Meilenstein“: Eintracht-Chef Krösche nennt Gründe für den Kantersieg

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Eintracht Frankfurt hat Galatasaray klar besiegt. Die Hessen belegen Platz eins in der Champions League. Sportvorstand Markus Krösche lobt.

Frankfurt – Markus Krösche ist kein Mensch, der sich zu sehr von Stimmungen rund um eine Partie lenken lässt. Der Sportvorstand von Eintracht Frankfurt wollte daher den ersten Platz in der Champions League nach dem 5:1-Kantersieg gegen Galatasaray am Donnerstag nicht zu hoch hängen. Und doch stellt sich die Frage, ob es sich um ein Ausrufezeichen gehandelt hat.

Hat derzeit gut lachen: Eintracht Frankfurts Sportvorstand Markus Krösche.

Krösche sagte dazu: „Es war wichtig, dass die Jungs nach dem Rückstand wiedergekommen sind und weitergespielt haben. Es war ein Meilenstein, dass wir nicht nervös geworden sind. Das ist sicherlich ein Reifeprozess, den wir in den vergangenen ein bis zwei Jahren geschafft haben.“ Ein großes Lob aus dem Mund des Eintracht-Bosses.

Krösche erklärt den Eintracht-Erfolg

Doch was waren die Schlüssel für den Erfolg? „Wir sind nicht kompliziert geworden und einfach geblieben. Über Ballgewinne haben wir uns Selbstvertrauen geholt und sind wenig passiv geworden. Das war ausschlaggebend“, so Krösche. Die „Überzeugung“ sei dadurch Stück für Stück gewachsen: „Es ist eine super Geschichte für uns. Aber es sind nicht mehr als drei Punkte. So sollten wir das auch einordnen.“

Auffällig war die Nervosität in der Anfangsphase. Nach dem Rückstand mussten sich die Hessen schütteln, sie wirkten angeschlagen, teilweise naiv und ließen sich beinahe bei einem Freistoß-Trick übertölpeln. Eine starke Einzelaktion von Ritsu Doan wurde dann zum Dosenöffner. Der Doppelschlag vor der Halbzeitpause besiegelte die Niederlage der Gäste.

Europapokal in Frankfurt: Galatasaray-Fans sorgen für prickelnde Atmosphäre – die Fotos des Tages

Am Donnerstagabend startet Eintracht Frankfurt gegen Galatasaray Istanbul in die Champions-League-Saison. Tausende Fans des türkischen Spitzenklubs werden erwartet.
Am Donnerstagabend startet Eintracht Frankfurt im Waldstadion gegen Galatasaray Istanbul in die Champions-League-Saison. Tausende Fans des türkischen Spitzenklubs werden erwartet. © IMAGO/ingo kutsche
Helmut (links) und Erhan fiebern dem Spiel schon entgegen.
Helmut (links) fiebert der Partie an der Konstablerwache schon am Vormittag entgegen. Erhan empfängt am Flughafen Frankfurt befreundete Gala-Fans. © Fritz Landenberger/Felix Fehre
Bernd Rück (links) und Uwe Mägerle am Stand von Bauer Rück‘s „Wetterauer Kartoffel GbR“.
Bernd Rück (links) und Uwe Mägerle am Stand von Bauer Rück‘s „Wetterauer Kartoffel GbR“. Die Paprika in Galatasaray-Farben sind „Zufall“. © Fritz Landenberger
In der ganzen Stadt ist die Vorfreude vor dem Aufeinandertreffen der Eintracht mit dem türkischen Spitzenklub zu spüren.
In der ganzen Stadt ist die Vorfreude vor dem Aufeinandertreffen der Eintracht mit dem türkischen Spitzenklub zu spüren. © Fritz Landenberger
Nicht wenige Fanherzen der türkischen Community im Rhein-Main-Gebiet schlagen für beide Vereine.
Nicht wenige Fanherzen der türkischen Community im Rhein-Main-Gebiet schlagen für beide Vereine. Verkäuferin Laura ist aus Kaiserslautern angereist. © Fritz Landenberger
Vahit (links) ist aus Stuttgart angereist.
Vahit (links) ist aus Stuttgart angereist. © Fritz Landenberger
Sonniger Blick nach Frankfurt
Ganz nebenbei ist der Spätsommer mit voller Kraft in Frankfurt angekommen. Bis zum Anstoß herrscht bestes Wetter. Hier der Blick von Oberursel aus auf Frankfurt am Donnerstagvormittag. © Imago/Jan Eifert
Bereits am Nachmittag duellieren sich die U19-Teams von der Eintracht und Galatasaray in der Youth League im Sportpark Dreieich.
Bereits am Nachmittag duellieren sich die U19-Teams von der Eintracht und Galatasaray in der Youth League im Sportpark Dreieich.  © Imago/Joaquim Ferreira
Mehmet, Hadem, Mehmet und Emre (von links nach rechts) haben sich gerade erst auf dem Römerberg kennengelernt.
Mehmet, Hadem, Mehmet und Emre (von links nach rechts) haben sich gerade erst auf dem Römerberg kennengelernt. © Fritz Landenberger
Fan Azat bemalt die Gesichter der Gästefans in den Vereinsfarben.
Fan Azat bemalt die Gesichter der Gästefans in den Vereinsfarben. © Fritz Landenberger
Fans aus Höxter (Nordrhein-Westfalen), der Türkei und Rumänien stimmen sich auf das Spiel ein.
Fans aus Höxter (Nordrhein-Westfalen), der Türkei und Rumänien stimmen sich auf das Spiel ein. © Fritz Landenberger
Trommler Burak heizt am Römer ein. Er lebt seit zwei Jahren in Dortmund, stammt aus Izmir. Karten für das Spiel hat er diesmal nicht ergattert, trotzdem ist die Vorfreude groß.
Trommler Burak heizt am Römer ein. Er lebt seit zwei Jahren in Dortmund, stammt aus Izmir. Karten für das Spiel hat er diesmal nicht ergattert, trotzdem ist die Vorfreude groß. © Fritz Landenberger
Los geht‘s: Der Fanmarsch setzt sich in Bewegung. Vom Römerberg geht es zum Hauptbahnhof. Dann per Bahn weiter ins Stadion.
Los geht‘s: Der Fanmarsch setzt sich in Bewegung. Vom Römerberg geht es zum Hauptbahnhof. Dann per Bahn weiter ins Stadion.  © Fritz Landenberger
Rund 1.000 Fans sind auf dem Weg Richtung Hauptbahnhof.
Rund 1.000 Fans sind auf dem Weg Richtung Hauptbahnhof. © Fritz Landenberger
Mit Fangesängen stimmen sich die Anhänger von Galatasaray auf das Spiel ein.
Mit Fangesängen stimmen sich die Anhänger von Galatasaray auf das Spiel ein. © Boris Roessler/dpa
Gefährliche Situation: Immer wieder zünden Fans Böller und Pyros in der Menge.
Gefährliche Situation: Immer wieder zünden Fans Böller und Pyros in der Menge. © Boris Roessler/dpa
Erinnerungsfoto vom Fanmarsch.
Erinnerungsfoto vom Fanmarsch.  © Michael Brandt/dpa
Das Medieninteresse ist groß: Mehrere Journalisten begleiten den Fanzug.
Das Medieninteresse ist groß: Mehrere Journalisten begleiten den Fanzug. © Fritz Landenberger
Immer wieder stockt der Fanzug. Diesmal wurde der Marsch unterbrochen, weil Fans wohl Raketen zündeten.
Immer wieder stockt der Fanzug. Diesmal wurde der Marsch unterbrochen, weil Fans wohl Raketen zündeten. © Fritz Landenberger
Die Galatasaray-Anhänger füllen die Gutleutstraße – mit lautstarken Fangesängen marschieren sie gemeinsam zum Hauptbahnhof.
Die Galatasaray-Anhänger füllen die Gutleutstraße – mit lautstarken Fangesängen marschieren sie zum Hauptbahnhof.  © Fritz Landenberger
Der Fanmarsch wird von zahlreichen Einsatzkräften der Polizei begleitet.
Der Fanmarsch wird von zahlreichen Einsatzkräften der Polizei begleitet. © Boris Roessler/dpa
Vorneweg der Wasserwerfer der Polizei.
Vorneweg: Der Wasserwerfer der Polizei. © Fritz Landenberger
Das Spezialfahrzeug mit großen Wassertanks.
Das Spezialfahrzeug mit großen Wassertanks. © Boris Roessler/dpa
Ein weiteres Mal stoppt die Polizei den Fanmarsch wegen gezündeter Pyrotechnik.
Ein weiteres Mal stoppt die Polizei den Fanmarsch wegen gezündeter Pyrotechnik.  © Fritz Landenberger
Die Vorfreude auf das Spiel scheint riesig zu sein.
Die Vorfreude auf das Spiel scheint riesig zu sein. © Boris Roessler/dpa
Fans zünden Pyros auf dem Weg zum Hauptbahnhof.
Fans zünden Pyros auf dem Weg zum Hauptbahnhof. © Michael Brandt/dpa
Die Galatasaray-Fans sind am Hauptbahnhof angekommen. Nun werden am Südeingang die Spieltickets kontrolliert. Nur mit diesen kommen sie mit den Sonderzügen zum Stadion.
Die Galatasaray-Fans sind am Hauptbahnhof angekommen. Nun werden am Südeingang die Spieltickets kontrolliert. Nur mit diesen kommen sie mit den Sonderzügen zum Stadion. © Fritz Landenberger
Viel los am Hauptbahnhof: Mit Polizeibegleitung geht es mit S-Bahnen zum Stadion.
Viel los am Hauptbahnhof: Mit Polizeibegleitung geht es mit S-Bahnen zum Stadion. © Boris Roessler/dpa
Diese S8 ist mit Fans und Polizisten ordentlich gefüllt. Sie bringt die Fußballanhänger nun zum Stadion.
Diese S8 ist mit Fans und Polizisten ordentlich gefüllt. Sie bringt die Fußballanhänger nun zum Stadion. © Fritz Landenberger
Die Fans von Galatasaray Istanbul begrüßen ihre Mannschaft im Waldstadion.
Die Fans von Galatasaray Istanbul begrüßen ihre Mannschaft im Waldstadion. © Uwe Anspach/dpa
Emotionaler Moment vor Spielbeginn: Kevin Trapp verabschiedet sich von den SGE-Fans.
Emotionaler Moment vor Spielbeginn: Kevin Trapp verabschiedet sich von den SGE-Fans. © IMAGO/BEAUTIFUL SPORTS/Gawlik
Konfetti und Choreo der Frankfurter Fans.
Konfetti und Choreo der Frankfurt-Fans. © IMAGO/BEAUTIFUL SPORTS/Gawlik
Die SGE führt zur Halbzeitpause 3:1 – das gefällt den Fans.
Die SGE führt zur Halbzeitpause 3:1 – das gefällt den Fans. © Uwe Anspach/dpa

Can Uzun setzte seine Tor-Serie fort, bei Jonathan Burkardt platzte mit Assist und Doppelpack der Knoten, Europa-League-Held Ansgar Knauff machte den Deckel drauf. Trainer Dino Toppmöller schwärmte: „Was für ein Abend! Was für eine Nacht!“ Die Fans packten ihr Lieblingslied aus: „Europas beste Mannschaft!“ Der Euphorie-Express der Eintracht fährt immer weiter.

Der Klub hat inzwischen jedoch gelernt, mit der Dreifachbelastung umzugehen. Toppmöller richtete den Blick sofort nach vorne. Er sagte ambitioniert: „Wir wollen solche Momente öfter erleben. Dabei geht es nicht nur um vier Heimspiele, sondern wir wollen versuchen, uns auch für die nächste Saison für die Champions League zu qualifizieren.“

Sein Schlüsselsatz: „Dafür müssen wir in der Bundesliga unsere Hausaufgaben erledigen.“ Am Sonntag wartet das Duell gegen Union Berlin. In der Vorsaison stolperte die Eintracht im Heimspiel gegen die Eisernen (1:2). Es war ein Schlüsselspiel auf dem Weg in die Königsklasse. Kann Frankfurt diesmal den guten Saisonstart krönen und sich gleich ganz oben festbeißen?

Rubriklistenbild: © Arne Dedert/dpa

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