Keine Vabanquespiele nach Champions League-Qualifikation
Eintracht Frankfurt setzt in der Champions League auf Pflanzen, die wachsen müssen
VonChristopher Michel
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Eintracht Frankfurt strebt in der Champions League nach weiteren Meilensteinen. Sportvorstand Markus Krösche bleibt seinem Weg konsequent treu.
Frankfurt - Eintracht Frankfurt hat sich die Teilnahme an der Champions League in der vergangenen Bundesliga-Saison mit starken Leistungen verdient. Seitdem stellt sich das Umfeld die Frage, ob der Kader tauglich ist für die Partien gegen Liverpool, Barcelona, Bergamo oder Atlético. Sportvorstand Markus Krösche jedenfalls blieb seiner Linie treu.
Während andere Vereine nach der Champions-League-Qualifikation den Transfermarkt mit Millionen fluten, setzt der Manager der Eintracht auf ein anderes Konzept: Geduld. Um ein Bild zu zeichnen: Frankfurt hat enorm viele Pflanzen, die jetzt Stück für Stück wachsen müssen. Hat Krösche den erhofften grünen Daumen?
Eintracht-Talente stehen im Fokus
Jean-Mattéo Bahoya, Can Uzun, Farès Chaibi, Hugo Larsson, Nathaniel Brown, Kaua Santos oder Nnamdi Collins – die Liste der Eintracht-Talente liest sich wie ein „Who is Who“ der europäischen Nachwuchsszene. Doch die Königsklasse ist Neuland. Während Konkurrenten wie Newcastle 90 Millionen für einen einzigen Spieler ausgeben, vertraut Krösche darauf, dass seine Pflanzen auch ohne teure Verstärkung gedeihen.
Finanzielle Vabanquespiele geht die Eintracht nicht ein, sie lässt sich von der Teilnahme an der Champions League nicht den Kopf verdrehen. Stattdessen gilt es nun, mit den Herausforderungen zu wachsen. Bahoya, Uzun, Larsson und Co. stehen besonders im Fokus, wenn im Waldstadion die „Champions-League-Hymne“ erklingt. Die Eintracht hält dabei ganz klar fest am Motto: Entwicklung vor Aktualität.
Fußballlegenden der Eintracht Frankfurt beim Gastspiel in Viermünden
Der Abgang von Hugo Ekitiké zum FC Liverpool kann bis zu 95 Millionen Euro in die Eintracht-Kasse spülen. Rund 42 Millionen Euro nahm Krösche in die Hand, holte Jonathan Burkardt und Ritsu Doan. Die Suche nach einem zentralen Mittelfeldspieler oder einem weiteren Angreifer wurde abgebrochen, nachdem die abgebenden Klubs hohe Summen verlangt hatten.
Genau deshalb bastelt Trainer Dino Toppmöller an neuen Lösungen. Es gilt, die Potenziale auszuschöpfen und Werte zu steigern. Larsson beispielsweise wächst mehr und mehr in die Rolle als Sechser hinein, er bildet gemeinsam mit Chaibi ein neues Duo in der Schaltzentrale. Werder Bremen (4:1) und die TSG Hoffenheim (3:1) fanden keine Lösungen, um die spielerische Dominanz der Eintracht zu stoppen.
Krösche sieht diese Entwicklung gerne. Mit Uzun, Bahoya und Larsson stehen die nächsten Spieler parat, die wieder mehr als 60 Millionen Euro an Ablöse einbringen können. Beim Erfolg in Sinsheim saßen Späher aus England und der Bundesliga, unter anderem vom FC Bayern München, auf der Tribüne. Die Eintracht steht im Fokus, der erfolgreich bestrittene Weg setzt sich immer weiter fort.
In der Königsklasse stehen die vielen jungen Akteure vor ihrer ultimativen Reifeprüfung. Die Auslosung hat ein knüppelhartes Programm beschert. „Wir wollten Champions League, wir haben Champions League bekommen“, hatte Sportdirektor Timmo Hardung nach der Auslosung festgestellt. Frankfurt kann nur gewinnen, das Team geht als krasser Außenseiter in den Großteil der Duelle.