Die London-Dortmund-Connection

Gittens, Chukwuemeka & Co: BVB und Chelsea, macht eure Partnerschaft offiziell!

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Die Transfer-Achse zwischen Borussia Dortmund und dem FC Chelsea glüht. Fast scheint es, als wäre eine offizielle Kooperation nur noch eine Formsache.

Dortmund/London – Bei der FIFA Klub-WM in den USA stehen Borussia Dortmund und der FC Chelsea im Viertelfinale. Weil die Teams in unterschiedlichen Turnierbäumen sind, könnte es sogar zum Aufeinandertreffen im Endspiel kommen. Die Verquickung der beiden Vereine auf dem Transfermarkt ist schon längst gegeben.

Man muss sich die Szene nur einmal vorstellen: BVB-Sportdirektor Sebastian Kehl und sein Londoner Pendant sitzen bei einem Kaffee zusammen und gehen ihre Kader durch.

Wer geht? Wer bleibt? – Die Vertragslaufzeiten der Stars von Borussia Dortmund

Gregor Kobel
Stammtorhüter Gregor Kobel hat seinen Vertrag vorzeitig verlängert und bleibt bis 2028 gesetzt. © IMAGO/Madeleine Fantini
Patrick Drewes
Patrick Drewes unterschrieb am 26. Juni 2025 seinen Vertrag beim BVB bis 2027 – als neue Nummer 3 hinter Gregor Kobel und Alexander Meyer. © IMAGO/RHR-FOTO
Silas Ostrzinski
Auch Silas Ostrzinski hat seinen Vertrag vorzeitig verlängert und ist als zukünftige Nummer eins bei der U23 fest eingeplant. Sein Vertrag läuft bis 2027. © IMAGO/BEAUTIFUL SPORTS/Meusel
Alexander Meyer
Ersatztorwart Alexander Meyer steht seit 2022 beim BVB unter Vertrag. Sein Arbeitspapier läuft am 30.06.2027 aus.  © IMAGO/Jess Stiles
Yan Couto
Der Brasilianer Yan Couto kam zunächst als Leihe vom Manchester City, ehe Dortmund frühzeitig die Kaufpflicht zog – sein Vertrag läuft bis zum 30.06.2030. © IMAGO/Heuler Andrey / SPP
Waldemar Anton
Waldemar Anton wechselte im Sommer 2024 von VfB Stuttgart zum BVB – Vertrag bis zum 30.06.2028. © IMAGO/Marco Bader
Nico Schlotterbeck
Abwehrchef Nico Schlotterbeck ist seit Sommer 2022 gesetzt in Dortmund – sein aktueller Vertrag läuft bis 2027, doch der BVB plant bereits eine vorzeitige Verlängerung bis 2030 inklusive einer Gehaltsverdopplung. © IMAGO/Revierfoto
Ramy Bensebaini
Der algerische Außenverteidiger Ramy Bensebaini kam 2023 ablösefrei und unterschrieb einen Vierjahresvertrag beim BVB. © IMAGO/Jonathan Moscrop
Niklas Süle
Niklas Süles Vertrag läuft noch bis zum 30.06.2026. Im März gab der Verein bekannt, dass sich die Wege im Sommer trennen werden.  © IMAGO/Marco Bader
Julian Ryerson
Der Norweger Julian Ryerson verlängerte ebenfalls vorzeitig seinen Vertrag bis 2028 und hat sich zu einem festen Bestandteil der Mannschaft etabliert. © IMAGO/Marco Bader
Almugera Kabar
Das BVB-Talent Almugera Kabar erhielt im Februar 2025 seinen ersten Profivertrag bis 2028. © IMAGO/Fotostand / Fantini
Filippo Mane
Der italienische Innenverteidiger Filippo Mane hat ebenfalls Anfang 2025, seinen ersten Profivertrag bis 2028 unterschrieben. © IMAGO/Katie Stratman
Nachwuchstalent Luca Reggiani hat einen bis 2027 gültigen Kontrakt.
Nachwuchstalent Luca Reggiani hat seinen bis 2027 gültigen Kontrakt langfristig verlängert. Über die genaue Laufzeit ist nichts bekannt. © IMAGO/Dennis Ewert/RHR-FOTO
Daniel Svensson
Der zunächst ausgeliehene Daniel Svensson kam Anfang Februar 2025 vom FC Nordsjælland – Dortmund zog frühzeitig die Kaufoption, sein Vertrag läuft nun bis zum 30. Juni 2029. © IMAGO/Katie Stratman
Salih Özcan
Salih Özcan unterschrieb 2022 seinen Vierjahresvertrag bis 2026. Dieser wird nicht verlängert, sodass der türkische Nationalspieler den BVB im Sommer verlässt. © IMAGO/Hesham Elsherif
Felix Nmecha
Der Mittelfeldspieler Felix Nmecha kam 2023 für knapp 30 Mio.€ vom VfL Wolfsburg. Im März 2026 verlängerte er seinen Vertrag vorzeitig bis Sommer 2030. ©  IMAGO / Nicolo Campo
Julian Brandt
Julian Brandts Vertrag läuft noch bis zum 30.06.2026 – dann endet nach sieben Jahren seine Zeit beim BVB. © IMAGO/Jonathan Moscrop
Carney Chukwuemeka
Der Engländer Carney Chukwuemeka unterschrieb nach seiner Leihe vom FC Chelsea fest beim BVB. Er ist noch bis 2030 gebunden. © IMAGO/Heuler Andrey / SPP
Marcel Sabitzer
Marcel Sabitzer wechselte 2023 vom FC Bayern nach Dortmund – sein Vertrag läuft regulär bis 2027, der BVB hat wohl vorerst keine Vertragsverlängerung geplant. © IMAGO/Marco Bader
Emre Can
Der Vertrag des Kapitäns läuft nach der Saison 2025/26 aus. Berichten zufolge verlängert er nach seiner schweren Kreuzbandverletzung allerdings um ein weiteres Jahr.  © IMAGO/Madeleine Fantini
Kjell Wätjen
Das Dortmunder Talent unterschrieb 2024 seinen ersten Profivertrag – für die Saison 2025/2026 wird der 19-Jährige, für die Spielpraxis an den VfL Bochum ausgeliehen. Sein BVB-Kontrakt läuft noch bis 2028. © IMAGO/Fotostand / Fantini
Jobe Bellingham
Der 19-jährige Jobe Bellingham unterzeichnete im Juni 2025 einen Fünfjahresvertrag bis 2030 und bereitet sich momentan bei der Klub-WM auf die Bundesliga-Saison 2025/26 vor. © IMAGO / Nicolo Campo
Karim Adeyemi
Karim Adeyemi wechselte im Sommer 2022 von RB Salzburg zum BVB – sein Vertrag läuft noch bis 2027. Immer wieder rankten sich Abgangsgerüchte um den Flügelspieler. © IMAGO/Jonathan Moscrop
Maximilian Beier
Der 21-jährige Maximilian Beier wechselte im August 2024 von Hoffenheim zum BVB, nachdem er dort mit 16 Bundesligatoren glänzte – sein Vertrag läuft noch bis zum 30.06.2029. © IMAGO/Marco Bader
Verlässt Serhou Guirassy den BVB?
Torjäger Serhou Guirassy kam im Juli 2024 vom VfB Stuttgart und lieferte seitdem bei den Borussen ab – sein Vertrag läuft noch bis 2028. ©  IMAGO / Gribaudi/ImagePhoto
Julien Duranville
Julien Duranville ist noch bis 2028 an Dortmund gebunden. In der Rückrunde der Saison 2025/26 spielt er auf Leihbasis beim FC Basel. © IMAGO/Madeleine Fantini
Cole Campbell
Cole Campbell unterschrieb 2024 einen Profivertrag in Dortmund – sein Vertrag läuft noch bis 2028. Auch er ist 2025/26 ausgeliehen und verbringt die Rückrunde bei der TSG Hoffenheim. © IMAGO/Katie Stratman
Neuzugang Fabio Silva unterschrieb beim BVB einen Vertrag bis 2030.
Neuzugang Fabio Silva unterschrieb beim BVB einen Vertrag bis 2030. © IMAGO/Jordi Mergen

„Wir hätten da noch einen talentierten Flügelspieler, der in zwei Jahren reif für euch wäre“, könnte Kehl sagen. „Prima“, würde der Chelsea-Boss antworten, „braucht ihr im Gegenzug vielleicht einen Linksverteidiger für die Rückrunde?“

Was wie eine Satire klingt, ist im Sommer 2025 näher an der Realität als je zuvor. Die schiere Menge an Transfers, Leihen und Gerüchten zwischen Borussia Dortmund und dem FC Chelsea lässt eigentlich nur einen Schluss zu: Es wird Zeit, diese besondere Beziehung auf ein offizielles Fundament zu stellen.

BVB und Chelsea: Die Transfer-Pipeline für Talente wie Gittens

Die jüngsten Entwicklungen sind der beste Beweis. Der Wechsel von Jamie Gittens, der in diesen Tagen für rund 65 Millionen Euro über die Bühne gehen soll, ist der vorläufige Höhepunkt einer Ereigniskette. Der BVB entwickelt einen Rohdiamanten zu einem der begehrtesten Spieler Europas, und Chelsea greift zu – ein bekanntes Muster.

Schon Christian Pulisic reifte in Dortmund zum Star, bevor er für viel Geld an die Stamford Bridge wechselte. Dortmund fungiert hier als eine Art Luxus-Ausbildungszentrum für die kaufkräftigen Engländer. Man veredelt Spieler auf höchstem Niveau und lässt sich diesen Service anschließend fürstlich entlohnen. Eine Win-win-Situation, die fast schon geschäftsmäßigen Charakter hat.

Interessanterweise ist der Spielerstrom beileibe keine Einbahnstraße. Mit Carney Chukwuemeka hat Chelsea dem BVB aktuell einen hochtalentierten Mittelfeldspieler zur Verfügung gestellt, dessen Leihe nun sogar für den Rest der Klub-WM verlängert werden konnte. Fast so, als wäre es Teil eines größeren Deals um Gittens ...

Zudem ist beim BVB das Interesse wieder gewachsen, Chukwuemeka auch für die kommende Saison unter Vertrag zu nehmen. Bei einer Leihe mit einer realistischen Kaufoption, schreiben etwa die Ruhr Nachrichten, würde Dortmund gerne zuschlagen. Noch, allerdings, will Chelsea wohl lieber einen endgültigen Verkauf von Chukwuemeka.

BVB-Juwel Jamie Gittens steht kurz vor dem Wechsel zum FC Chelsea.

Leih-Deals wie bei Maatsen: Wenn Chelsea dem BVB aushilft

Sein Beispiel zeigt: Die Kooperation beschränkt sich nicht nur auf den Kauf fertiger Sterne. Wenn in Dortmund Not am Mann ist, scheint ein Anruf in London zu genügen. Bestes Beispiel: Ian Maatsen.

Im Winter 2024 benötigte der BVB dringend einen Linksverteidiger und bekam von Chelsea eine Soforthilfe, die maßgeblich zum Erreichen des Champions-League-Finals beitrug. Chelsea parkt seine besten Talente nicht mehr nur bei Vitesse Arnheim oder Racing Straßburg, sondern eben auch mal für ein halbes Jahr im Westfalenstadion. Maatsen wurde anschließend teuer an Aston Villa verkauft.

Diese Art der unbürokratischen Hilfe ist Gold wert und schafft Vertrauen für weitere Geschäfte. Man kennt und schätzt sich. Und wenn der BVB im Winter 2025 starkes Interesse am Defensivallrounder Renato Veiga zeigte, der letztlich bei Juventus landete, beweist auch das, wie ähnlich die sportlichen Vorstellungen sind. Man fischt im selben Teich – oder teilt sich die Fische gleich auf.

Coulibaly nach Straßburg: Wird der BVB Teil des Chelsea-Netzwerks?

Die neueste Volte in dieser Transfer-Saga treibt die (nicht ganz ernstgemeinte) Idee einer Partnerschaft auf die Spitze. Chelsea will BVB-Verteidiger Soumaïla Coulibaly verpflichten, allerdings nicht selbst: Der Innenverteidiger soll beim französischen Partnerklub Straßburg unterschreiben. Das wäre sozusagen eine neue Eskalationsstufe der Zusammenarbeit.

Der BVB würde damit quasi indirekt zu einem Zulieferer für das globale Klub-Netzwerk der „Blues“. Man verkauft nicht mehr nur an Chelsea direkt, sondern hilft dabei, deren Farmteams zu bestücken. Spitz formuliert könnte man sagen: Dortmund wird zur externen Personalbeschaffungs-Abteilung für das gesamte Chelsea-Imperium.

Wenn man all diese Punkte – die Ausbildung von Toptalenten für Chelsea, die praktischen Leihgeschäfte in die andere Richtung und nun sogar die Mithilfe beim Ausbau eines Klub-Netzwerks – zusammennimmt, wirkt die Abwesenheit eines offiziellen Kooperationspapiers fast schon fahrlässig.

Man könnte Synergien nutzen, Scouting-Kosten teilen und Transferverhandlungen mit einem simplen Anruf abschließen. Also, worauf warten die Verantwortlichen noch? Der Briefkopf für die Pressemitteilung dürfte schnell designt sein.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Malte Ossowski/SVEN SIMON

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