FC Bayern verpasst Wirtz-Transfer – Oliver Kahn räumt eigene Mitverantwortung ein
VonIsabella Strehmann
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Der FC Bayern verlor das Rennen um Wunschspieler Florian Wirtz. Ex-Boss Oliver Kahn beleuchtet die Transferpleite und zeigt sich dabei selbstkritisch.
München – Florian Wirtz galt als großer Wunschspieler des FC Bayern. Trotz des intensiven Werbens hat es nicht geklappt, den Ex-Leverkusener nach München zu lotsen. Der Offensivstar wechselte stattdessen nach Liverpool. Oliver Kahn, von 2021 bis 2023 Vorstandsvorsitzender, erkennt bei sich eine Teilschuld hinsichtlich des geplatzten Wirtz-Wechsels.
Wie hängt geplatzter Wirtz-Wechsel zum FC Bayern mit Kahn zusammen?
Der 56-Jährige sieht beim FC Bayern nicht die nötige Ruhe vorherrschen, die sich weltweit umworbene Weltklasse-Spieler wie Florian Wirtz wünschen. „Viele Trainer sind gekommen und gegangen. Damit haben sich die Philosophien, die Ideen immer wieder auch verändert. Der Kader. Es fühlt sich immer wie so ein ständiger Kaderumbruch an.“
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Auf die Frage, ob sich das vielleicht zu stark auf das entspannte Arbeiten im Verein auswirke, antwortet Kahn im Interview mit Sky: „Ja, all das erzeugt natürlich eine Art von Unruhe.“ Kahn, der in Zusammenarbeit mit Hasan Salihamidzic damals selbst nicht für die nötige Kontinuität sorgen konnte, zeigt sich sehr selbstkritisch.
Oliver Kahn gibt sich Mitschuld am gescheiterten Wirtz-Transfer
„Und da bin ich auch selbstkritisch genug, nicht dass man mich da falsch versteht, auch während meiner Zeit genau dieses Thema Kontinuität in allen Bereichen, auch das hätte ich auch gerne besser hinbekommen.“ Hat sich Florian Wirtz also gegen den FC Bayern entschieden, weil ihm der Klub kein stimmiges Gesamtbild vermitteln konnte?
Für Oliver Kahn hängt die Entscheidung für den FC Liverpool aber nicht nur mit dem FC Bayern, sondern auch mit der Liga zusammen. „Wenn ich Spieler bin, ist die Premier League die attraktivste Liga. Sportlich, wirtschaftlich und medial auch. Sie hat ganz andere Vermarktungsmöglichkeiten, auch global gesehen“, mutmaßt der Titan.
Wollte Florian Wirtz lieber in die Premier League?
Mit den Reds hat Wirtz in der Premier League immense Konkurrenz um den nationalen Titel, in der Bundesliga sieht das, so äußert sich auch Oliver Kahn, anders aus. „Ja und wenn du dir überlegst, okay, gehe ich jetzt zum FC Bayern und werde ich jetzt da dann zum 15., 16., 17. Mal Deutscher Meister, ist das für mich wirklich so reizvoll?“
Beim FC Bayern haben die Bosse derzeit gut zu tun, die Kaderarbeiten voranzubringen. Sollte Oliver Kahn mit seiner These zur fehlenden Ruhe im Verein Recht behalten, könnten Max Eberl und Christoph Freund dies in Form weiterer Absagen zu spüren bekommen. (is)