U21

Nachwuchs: Die Saat bei Eintracht Frankfurt geht auf

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Eintracht-Sportchef Markus Krösche kann mit der Entwicklung der zweiten Mannschaft sehr zufrieden sein. Vier Spieler spielten bereits für die Bundesligamannschaft.

Frankfurt - Es sind manchmal die kleinen Dinge, die große Freude bereiten. So geht es in diesen Tagen dem Sportvorstand der Frankfurter Eintracht Markus Krösche. In der Bundesliga läuft es nicht wirklich rund, die kritischen Fragen wurden zuletzt immer drängender. Dafür hat die zweite Mannschaft der Eintracht, die U 21 in der Regionalliga, seit der Winterpause mit vielen Siegen positive Schlagzeilen geschrieben.

Spieler aus der U21 erhalten bei Eintracht Frankfurt eine Chance

Und wenn dann noch das eine, die Entwicklung junger Spieler, mit dem anderen, der Durchlässigkeit von Talenten im eigenen Klub, korrespondiert, bringt das große Zufriedenheit mit sich. Mit Nnamdi Collins hat am letzten Freitag beim Heimspiel gegen Werder Bremen bereits der vierte Spieler aus der U 21 sein Profidebüt gefeiert. „Und seine Sache richtig gut gemacht“, sagt Krösche. Collins war der erste aus dem U 21-Quartett, der von Beginn an bei einem Bundesligaspiel im Team gestanden hat. Seine Kollegen Elias Baum, Nacho Ferri und Noel Futkeu waren jeweils eingewechselt worden.

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Der 20 Jahre Collins hat in den nächsten Wochen gute Chancen auf weitere Einsätze. Was mit seinem Talent zu tun hat, aber auch mit dem Ausfall von Abwehrspieler Tuta, der nach seinem Platzverweis gegen Bremen vom DFB-Sportgericht für zwei Spiele gesperrt wurde. Dass die U 21 ohne Collins, und ohne den gegen Bremen eingewechselten Nacho, am vergangenen Sonntag das Spitzenspiel der Regionalliga bei der TSG Hoffenheim mit 0:3 verloren hat, haben sie in Frankfurt entspannt hingenommen. Mit einem Sieg hätte die Eintracht gute Chancen gehabt, nach dem Durchmarsch aus der Hessenliga in die Regionalliga einen weiteren Durchmarsch bis in die dritte Liga zu schaffen. Jetzt sind die Chancen nur mehr gering. Damit können sie bei der Eintracht gut leben. Zu groß wären die logistischen Herausforderungen bei einem weiteren Aufstieg gewesen. „Wenn es klappen würde, würden wir es machen“, sagt Krösche zwar. Und die Lizenz für die dritte Liga hat die Eintracht auch beantragt.

Aktuell aber sei die Regionalliga die „ideale Bühne“ für den Talentschuppen. „Für unsere Ausbildungsqualität ist die Regionalliga ein echter Gamechanger“, sagt der Sportvorstand.

Nnamdi Collins.

Das Beispiel Nnamdi Collins

Zurück zu Nnamdi Collins, dem aktuell leuchtendsten Beispiel. Im Frühherbst des letzten Jahres hatte Krösche den aktuellen U 20 Nationalspieler von der zweiten Mannschaft von Borussia Dortmund geholt und dafür immerhin eine Million Euro an Ablöse aufgewendet. Nicht wenige haben von einen typischen Krösche-Transfer gesprochen. Dass Collins nun dem Bundesligakader angehört, hilft dem Frankfurter Manager, diese ganz spezielle Transferphilosophie weiter umzusetzen. „Wir zeichnen den jungen Spielern einen klaren Plan auf“, sagt er.

Da ist es natürlich hilfreich, wenn der Plan dann auch aufgeht. Collins hatte bei der Eintracht eine bessere Chance gesehen als beim BVB und er hat diese Chance jetzt erhalten. „Es war ja kein Geschenk, dass er gespielt hat, sondern er hat es sich im Training und mit den Leistungen in der U 21 verdient“, betont der Frankfurter Sportchef, „Nnamdi hat sich richtig gut entwickelt.“ Collins, in Düsseldorf geboren, mit nigerianischen Wurzeln, ist gelernter Innenverteidiger. Dafür hat er mit 1,91 Meter Größe auch die passende Statur. Dass er auch Außenverteidiger spielen kann, hat er gegen Bremen bewiesen. Der gute Einstand sei die Bestätigung, dass die Eintracht mit ihrer Art der Talentförderung auf dem richtigen Weg sei. Ohne die Spielpraxis in der U 21, die ja erst vor zwei Jahren nach fast zehnjähriger Pause wieder ins Leben gerufen wurde, wäre die Integration in den Bundesligakader „so schnell nicht möglich gewesen“, glaubt Krösche.

Nacho Ferri.

Eintracht Frankfurt: „Viele spannende Jungs“

Collins, Nacho, Futkeu und Baum sollen nicht die Letzten gewesen sein, die auf absehbare Zeit den Anschluss nach oben finden. Namen will Krösche nicht nennen, gerade die jungen Spieler sollen nicht mit hohen Erwartungen unter Druck gesetzt werden. „Wir haben viele spannende Jungs“, sagt er. Die in der kommenden Saison von einem neuen Trainer angeleitet werden. Von Erfolgstrainer Kristjan Glibo wird sich der Klub trennen, das wurde schon vor einigen Wochen kommuniziert. Und hatte ja keinerlei negative Auswirkungen gehabt. Was für die Mannschaft und den scheidenden Trainer spricht.

Der Nachfolger steht offiziell noch nicht fest. Der Name von Dennis Schmitt (31), aktuell Trainer der U 21 des SC Paderborn (Dreizehnter der Regionalliga West) fällt immer mal wieder. Und der von Makoto Hasebe (40) auch. Wenn der älteste Bundesligaspieler seinen Vertrag nicht doch noch einmal verlängert, könnte er sein Fachwissen in der nächsten Saison als Co-Trainer in der U 21 weitergeben.

Rubriklistenbild: © IMAGO/HMB-Media

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