Schwaben bleiben knallhart

Geht der FC Bayern leer aus? VfB verfolgt Masterplan mit Woltemade

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Der FC Bayern drängt auf Nick Woltemades Transfer, doch Stuttgart bleibt knallhart. Der VfB verfolgt eine klare Langzeitstrategie. Geht sie auf?

München/Stuttgart – Der Transferpoker um Nick Woltemade schlägt hohe Wellen! „Marktfremde 75 Millionen Euro für einen Spieler, der ablösefrei gekommen ist“ – mit diesen Worten attackiert Woltemades Berater Danny Bachmann den VfB Stuttgart scharf. Doch hinter der Haltung der Schwaben verbirgt sich vielmehr eine durchdachte Langzeitstrategie denn bloße Sturheit.

Nick Woltemade kam 2024 ablösefrei von Werder Bremen zum VfB Stuttgart, steht dort noch bis 2028 unter Vertrag.

Der Zeitpunkt von Bachmanns Wutausbruch ist indes kein Zufall. Nur wenige Tage vor dem Supercup zwischen Stuttgart und dem FC Bayern am Samstag (20.30 Uhr, alle TV-Infos) erhöht der Spielervermittler den Druck massiv. „Bis spätestens zum Anpfiff sollte alles geklärt sein“, hatte VfB-Boss Alexander Wehrle als Deadline gesetzt. Eine Frist, die Bayern offenbar nicht einhalten will – oder kann.

VfB Stuttgart fordert 75 Millionen Euro für Nick Woltemade

Dabei zeigt sich in Stuttgart ein neues Selbstbewusstsein, das weit über den aktuellen Transferpoker hinausgeht. „Unser übergeordnetes Ziel ist es, eine erfolgreiche Saison zu spielen. Da ist Nick ein ganz wichtiger Spieler – und er hat noch drei Jahre Vertrag“, stellte Wehrle bereits im Merkur-Interview klar. Der entscheidende Satz folgte direkt: „Bayern München möchte Jamal Musiala ja auch nicht verkaufen.“

Dieser Vergleich ist mehr als nur eine rhetorische Floskel. Er offenbart die neue Denkweise in Stuttgart: Warum sollte sich der VfB unter Wert verkaufen, wenn andere Top-Vereine ihre Juwelen ebenfalls hüten? Die 75-Millionen-Forderung ist daher weniger Verhandlungstaktik als vielmehr eine klare Botschaft: Wer Woltemade will, muss den VfB-Preis zahlen.

Diese deutschen Nationalspieler feierten ihr Debüt unter Julian Nagelsmann

Chris Führich feierte am 14. Oktober 2023 beim 3:1-Sieg gegen die USA sein Debüt für die Nationalmannschaft. Als dynamischer Flügelspieler des VfB Stuttgart überzeugte er mit Tempo und Technik. Seitdem durfte er öfters für den DFB auflaufen und wurde für die UEFA Euro 2024 nominiert.
Chris Führich feierte am 14. Oktober 2023 beim 3:1-Sieg gegen die USA sein Debüt für die Nationalmannschaft. Als dynamischer Flügelspieler des VfB Stuttgart überzeugte er mit Tempo und Technik. Seitdem entwickelte er sich zu einem festen Bestandteil des DFB-Kaders und wurde für die UEFA Euro 2024 nominiert. © Imago
Am 18. Oktober 2023 kam Kevin Behrens beim 2:2 gegen Mexiko zu seinem ersten Länderspieleinsatz. Damals noch bei Union Berlin unter Vertrag, wechselte er Anfang 2024 zum VfL Wolfsburg. Seitdem wurde er nicht mehr nominiert.
Am 18. Oktober 2023 kam Kevin Behrens beim 2:2 gegen Mexiko zu seinem ersten Länderspieleinsatz. Damals noch bei Union Berlin unter Vertrag, wechselte er Anfang 2024 zum VfL Wolfsburg. Obwohl er bislang nicht erneut nominiert wurde, bleibt er mit seiner physischen Präsenz eine Option für die Offensive. © Imago
Marvin Ducksch debütierte am 18. November 2023 gegen die Türkei. Als torgefährlicher Angreifer von Werder Bremen wurde er in zwei Länderspielen eingesetzt. Trotz starker Leistungen im Verein blieb es bislang bei diesen Einsätzen.
Marvin Ducksch debütierte am 18. November 2023 gegen die Türkei. Als torgefährlicher Angreifer von Werder Bremen wurde er in zwei Länderspielen eingesetzt. Trotz starker Leistungen im Verein blieb es bislang bei diesen Einsätzen. © Imago
Beim 0:2 gegen Österreich am 21. November 2023 feierte Robert Andrich sein Debüt für die Nationalmannschaft. Mit konstanten Leistungen bei Bayer Leverkusen etablierte er sich schnell im DFB-Kader und wurde für die EM 2024 nominiert.
Beim 0:2 gegen Österreich am 21. November 2023 feierte Robert Andrich sein Debüt für die Nationalmannschaft. Mit konstanten Leistungen bei Bayer Leverkusen etablierte er sich schnell im DFB-Kader und wurde für die EM 2024 nominiert. © Imago
Maximilian Mittelstädt debütierte am 23. März 2024 beim 2:0-Sieg gegen Frankreich. Als linker Verteidiger des VfB Stuttgart überzeugte er mit defensiver Stabilität und Offensivdrang. Seine Leistungen führten zur Nominierung für die EM 2024.
Maximilian Mittelstädt debütierte am 23. März 2024 beim 2:0-Sieg gegen Frankreich. Als linker Verteidiger des VfB Stuttgart überzeugte er mit defensiver Stabilität und Offensivdrang. Seine Leistungen führten zur Nominierung für die EM 2024. © Imago
Im selben Spiel feierte auch VfB-Kumpel Deniz Undav sein Debüt. Auch der Stürmer fuhr mit zur Europameisterschaft 2024.
Am 23. März 2024 gab Deniz Undav beim 2:0 gegen Frankreich sein Länderspieldebüt. Als torgefährlicher Stürmer des VfB Stuttgart zeigte er seine Qualitäten und wurde für die EM 2024 berücksichtigt. © Imago
Waldemar Anton debütierte ebenfalls am 23. März 2024 gegen Frankreich. Der Innenverteidiger des VfB Stuttgart überzeugte mit Zweikampfstärke und Spielintelligenz und wurde in den EM-Kader 2024 aufgenommen.
Waldemar Anton debütierte ebenfalls am 23. März 2024 gegen Frankreich. Der Innenverteidiger des VfB Stuttgart überzeugte mit Zweikampfstärke und Spielintelligenz und wurde in den EM-Kader 2024 aufgenommen. © Imago
Kurz vor der EM 2024 debütierte Maximilian Beier für die deutsche Nationalmannschaft. Am 3. Juni im Spiel gegen die Ukraine (0:0) brachte Nagelsmann den damaligen TSG-Stürmer für 30 Minuten. Anschließend stand er auch im EM-Kader, kam aber nur zu einem Kurzeinsatz.
Kurz vor der EM 2024 debütierte Maximilian Beier für die deutsche Nationalmannschaft. Am 3. Juni im Spiel gegen die Ukraine (0:0) brachte Nagelsmann den damaligen TSG-Stürmer für 30 Minuten. Anschließend stand er auch im EM-Kader, kam aber nur zu einem Kurzeinsatz.  © IMAGO/Sebastian Räppold/Matthias Koch
Am 29. August 2024 wurde Angelo Stiller erstmals für die Nationalmannschaft nominiert. Der zentrale Mittelfeldspieler des VfB Stuttgart zeigte starke Leistungen in der Bundesliga und wurde für die Nations-League-Spiele berücksichtigt.
Am 29. August 2024 wurde Angelo Stiller erstmals für die Nationalmannschaft nominiert. Der zentrale Mittelfeldspieler des VfB Stuttgart zeigte starke Leistungen in der Bundesliga und wurde für die Nations-League-Spiele berücksichtigt. © Imago
Alexander Nübel feierte sein Debüt am 6. September 2024 im Spiel gegen Bosnien-Herzegowina. Als Torhüter des VfB Stuttgart wurde er für seine konstanten Leistungen belohnt und in den DFB-Kader berufen.
Alexander Nübel feierte sein Debüt am 6. September 2024 im Spiel gegen Bosnien-Herzegowina. Als Torhüter des VfB Stuttgart wurde er für seine konstanten Leistungen belohnt und in den DFB-Kader berufen. © Imago
Tim Kleindienst debütierte am 6. September 2024 gegen Bosnien-Herzegowina. Der Stürmer von Borussia Mönchengladbach wurde für seine Torjägerqualitäten in die Nationalmannschaft berufen.
Tim Kleindienst debütierte am 6. September 2024 gegen Bosnien-Herzegowina. Der Stürmer von Borussia Mönchengladbach wurde für seine Torjägerqualitäten in die Nationalmannschaft berufen. © Imago
Jonathan Burkardt gab sein Debüt am 6. September 2024 gegen Bosnien-Herzegowina. Der Angreifer von Mainz 05 wusste Julian Nagelsmann durch seinen Offensivdrang zu überzeugen.
Jonathan Burkardt gab sein Debüt am 6. September 2024 gegen Bosnien-Herzegowina. Der Angreifer von Mainz 05 wurde für seine Leistungen in der Bundesliga belohnt und in die Nationalmannschaft berufen. © Imago
Oliver Baumann debütierte am 10. September 2024 im Spiel gegen die Niederlande. Nach langem Warten hinter Manuel Neuer und Marc-André ter Stegen, durfte der erfahrene Keeper der TSG Hoffenheim unter Nagelsmann endlich ran.
Oliver Baumann debütierte am 10. September 2024 im Spiel gegen die Niederlande. Der erfahrene Torhüter der TSG Hoffenheim war bereits zuvor regelmäßig im DFB-Kader, kam allerdings nie zu einem Einsatz.  © Imago
Jamie Leweling feierte am 10. September 2024 gegen die Niederlande ein beeindruckendes Debüt, bei dem er das entscheidende Tor zum 1:0-Sieg erzielte. Der Offensivspieler des VfB Stuttgart verpasste weitere Einsätze verletzt.
Jamie Leweling feierte am 10. September 2024 gegen die Niederlande ein beeindruckendes Debüt, bei dem er das entscheidende Tor zum 1:0-Sieg erzielte. Der Offensivspieler des VfB Stuttgart wurde für seine Leistung gefeiert und etablierte sich im DFB-Kader. © Imago
Yann-Aurel Bisseck wurde am 20. März 2025 erstmals für die Nationalmannschaft nominiert. Der Innenverteidiger von Inter Mailand überzeugte mit starken Leistungen in der Serie A und wurde für die Nations-League-Spiele berücksichtigt.
Yann-Aurel Bisseck wurde am 20. März 2025 erstmals für die Nationalmannschaft nominiert. Der Innenverteidiger von Inter Mailand überzeugte mit starken Leistungen in der Serie A und wurde für die Nations-League-Spiele berücksichtigt. © Imago
Nadiem Amiri kehrte im März 2025 nach vier Jahren Pause in die Nationalmannschaft zurück und wurde für die Nations-League-Spiele nominiert. Der Mittelfeldspieler von Mainz 05 zeigte starke Leistungen in der Bundesliga und verdiente sich die Rückkehr ins DFB-Team.
Nadiem Amiri kehrte im März 2025 nach vier Jahren Pause in die Nationalmannschaft zurück und wurde für die Nations-League-Spiele nominiert. Der Mittelfeldspieler von Mainz 05 zeigte starke Leistungen in der Bundesliga und verdiente sich die Rückkehr ins DFB-Team. © Imago
Nach starken Leistungen für den VfB Stuttgart wurde Nick Woltemade von Julian Nagelsmann für das Final Four in der Nations League erstmals in den DFB-Kader berufen. Am 4. Juni durfte er dann direkt gegen Portugal beginnen.
Nach starken Leistungen für den VfB Stuttgart wurde Nick Woltemade von Julian Nagelsmann für das Final Four in der Nations League erstmals in den DFB-Kader berufen. Am 4. Juni durfte er dann direkt gegen Portugal beginnen.  © IMAGO
Tom Bischof feierte sein A-Länderspieldebüt am 8. Juni 2025 bei der 0:2-Niederlage im Spiel um Platz Drei in der Nations League gegen Frankreich.
Tom Bischof feierte sein A-Länderspieldebüt am 8. Juni 2025 bei der 0:2-Niederlage im Spiel um Platz Drei in der Nations League gegen Frankreich.  © IMAGO/Pressefoto Rudel/Robin Rudel
Nnamdi Collins war bislang nur für die U-Nationalmannschaften aktiv. Nun steht er gleich bei seinem Debüt für das Team von Julian Nagelsmann in der Startelf.
Nnamdi Collins gab am 4. September 2025 sein Debüt für die Nationalmannschaft. Im WM-Qualifikationsspiel gegen die Slowakei startete er von Beginn an.  © IMAGO/BEAUTIFUL SPORTS/Meusel
Für seine starken Leistungen für Eintracht Frankfurt wurde Nathaniel Brown von Julian Nagelsmann mit der DFB-Nominierung belohnt. Am 10. Oktober 2025 beim 4:0-Sieg gegen Luxemburg durfte der Linksverteidiger erstmals für die A-Nationalmannschaft auflaufen.
Für seine starken Leistungen für Eintracht Frankfurt wurde Nathaniel Brown von Julian Nagelsmann mit der DFB-Nominierung belohnt. Am 10. Oktober 2025 beim 4:0-Sieg gegen Luxemburg durfte der Linksverteidiger erstmals für die A-Nationalmannschaft auflaufen.  © IMAGO/Gladys Chai von der Laage
Assan Ouédraogo feierte sein Debüt in der deutschen A-Nationalmannschaft beim letzten WM-Qualifikationsspiel gegen die Slowakei (6:0). Bei nur 13 Minuten Einsatzzeit trug sich der RB-Star direkt in die Torschützenliste ein.
Assan Ouédraogo feierte sein Debüt in der deutschen A-Nationalmannschaft beim letzten WM-Qualifikationsspiel gegen die Slowakei (6:0). Bei nur 13 Minuten Einsatzzeit trug sich der RB-Star direkt in die Torschützenliste ein.  © IMAGO/Maximilian Koch

DAZN-Kommentator Robby Hunke brachte die VfB-Strategie bei Absolut Fussball, dem Fußball-Portal von Home of Sports, unlängst auf den Punkt: „Ich glaube, er wird noch ein Jahr beim VfB Stuttgart bleiben. Der VfB hat nicht wirklich die Not, ihn zu verkaufen.“ Hunkes gewagte Woltemade-Prognose: „Der VfB kann mit ihm sogar die Europa League gewinnen.“

Genau hier liegt der Schlüssel zur VfB-Taktik. Ein Europa-League-Triumph oder auch nur eine starke internationale Saison würde Woltemades Marktwert weiter in die Höhe treiben. Die Rechnung der Stuttgarter wirkt simpel, aber brillant: Statt jetzt 60 Millionen Euro (Bayerns letztes Angebot) zu kassieren, setzen sie auf Wertsteigerung durch sportlichen Erfolg.

Nachteil für FC Bayern: Warum Stuttgart bei Woltemade als Sieger hervorgehen könnte

Setzt Woltemade seine starke Entwicklung fort, profitiert der VfB nicht nur sportlich, sondern auch finanziell. Mit Blick auf die Marktwertexplosionen der letzten Jahre ist durchaus denkbar, dass die Schwaben für Woltemade im kommenden Jahr sogar mehr als die aktuell geforderten 75 Millionen Euro ausrufen können.

Zumal 2026 auch die Weltmeisterschaft stattfindet, Woltemade sich im DFB-Dress auf der größtmöglichen Bühne bei noch mehr Top-Klubs in den Fokus spielen könnte. Die mögliche Folge: Ein Wettbieten um Woltemade – für den VfB wäre dies von Vorteil, für Interessenten wie den FC Bayern von Nachteil. Außer die Münchner geben doch noch nach und erfüllen vor dem Ende der laufenden Transferperiode die Stuttgarter Forderungen.

Die Schwaben haben aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt. Zu oft verkauften sie ihre besten Spieler unter Wert, um kurzfristige Liquidität zu schaffen. Mit Woltemade fahren sie eine andere Strategie: Geduld, Vertrauen in die eigene Stärke und den Mut, auch Bayern München die Stirn zu bieten.

Sollte der VfB seine Strategie durchziehen und Woltemade tatsächlich ein weiteres Jahr halten, könnte sich das als Meisterstück erweisen. Ein Europa-League-Erfolg, eine Champions-League-Qualifikation oder auch nur eine starke Entwicklung des Stürmers könnte die Ablösesumme noch weiter in die Höhe treiben.

Rubriklistenbild: © IMAGO / Sportfoto Rudel

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