„Lothar Matthäus hat nicht alle Tassen im Schrank“, so Hoeneß‘ Worte im kicker. Matthäus dazu: „Uli Hoeneß lebt in seiner eigenen Welt.“ Der Streit der beiden Bayern-Legenden, er schlägt hohe Wellen.
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„Ich verstehe Uli Hoeneß nicht mehr, aber schon seit Längerem nicht mehr. Es ist doch als Experte logisch – wenn einer einen Vertrag bis 2028 hat und der Verein keine Not hat, ihn zu verkaufen –, seine Meinung kundzutun, das ist Lothars Pflicht. Und jetzt kommt der Uli Hoeneß wieder und beleidigt ihn öffentlich. Und ich frage mich: Was soll das?“, sagt Babbel gegenüber Absolut Fussball, dem Fußball-Portal von Home of Sports.
„Er merkt gar nicht mehr, dass er mittlerweile das größte Problem des FC Bayern ist. Er schadet dem Verein mehr, als er ihm im Moment nutzt“, so Babbels Urteil. „Jan-Christian Dreesen sagt: ‚Wir reden nicht über andere Spieler.‘ Was macht Uli Hoeneß eine halbe Stunde später? Sagt: ‚Der Woltemade ist ein Riesenkicker und den holen wir gerne. Und wenn es dieses Jahr nicht klappt, dann holen wir ihn nächstes Jahr.‘“
Markus Babbel: Uli Hoeneß muss Entscheidung treffen
Babbel weiter: „Uli Hoeneß gefällt mir überhaupt nicht, weil entweder machst du mit oder du bleibst weg, aber das Zwischendrin ist für alle Beteiligten ein Desaster.“ Eigentlich zog sich Hoeneß bereits zurück, als Aufsichtsratsmitglied mischt der Bayern-Patron aber weiterhin mit – auch in der Öffentlichkeit!
„Er hat einen Riesenanteil, dass der FC Bayern so dasteht, wie er heute dasteht und das wird ihm auch keiner nehmen. Nur jetzt muss er sich in meinen Augen entscheiden: Entweder ist er wieder voll dabei und kann so weitermachen wie früher und meinen, das ist immer noch in, wobei sich die Zeiten nun mal geändert haben, oder er bleibt komplett weg“, führt Babbel aus. „Aber dieses: Jetzt ist mir langweilig, jetzt haue ich mal wieder einen raus, das wird auf Dauer nicht funktionieren.“
„Kein Zufall mehr“: Babbel sieht Gründe für Viertelfinal-Scheitern
Für Babbel, einst selbst Profi beim FC Bayern, sei es deshalb „auch kein Zufall, dass sie sportlich, wenn es in die Crunchtime geht und Details entscheidend sind, immer den Kürzeren ziehen. Dabei ist die Mannschaft top.“ Im Champions-League-Viertelfinale gegen Inter oder im Viertelfinale der FIFA Klub-Weltmeisterschaft gegen Paris Saint-Germain sei der FC Bayern nicht die schlechtere Mannschaft gewesen.
Dass man trotzdem den Kürzeren zog, hängt laut Babbel mit der Unruhe rund um den Rekordmeister zusammen. „Das ist dann irgendwann kein Zufall mehr.“
Markus Babbel hat Mitleid mit Max Eberl
Mitleid hat Babbel dabei mit Sportvorstand Max Eberl. „Früher war die Stärke des FC Bayern, Dinge im Stillen abzuwickeln. Für mich ist Max Eberl die ärmste Sau, weil jede Geschichte rauskommt. Es ist nicht eine Geschichte dabei, wo sie sich um einen Spieler bemühen und diese nicht rauskommt“, erklärt Babbel.
„Es kann mir keiner erzählen, dass es immer der gegnerische Berater ist, der irgendetwas erzählt. Also wird intern etwas nach außen getragen. Und Max Eberl ist die ärmste Sau, weil er lustigerweise dann alles wegmoderieren muss und vor allen Dingen sich permanent rechtfertigen muss, warum die Dinge nicht klappen“, so Babbel.
Wann beim FC Bayern mal wieder Ruhe einkehren wird? Es wird wohl noch dauern …
Absolut Fussball, das Fußball-Portal von Home of Sports, hat in Kooperation mit Echtgeld Poker mit Markus Babbel gesprochen
Das Interview mit Markus Babbel fand in Kooperation mit echtgeldpoker.net statt.
Markus Babbel, geboren in München, spielte für den FC Bayern, den Hamburger SV, den FC Liverpool, Blackburn und den VfB Stuttgart. Mit dem DFB-Team wurde er 1996 Europameister. Später war er Trainer in Stuttgart, bei Hertha BSC, der TSG Hoffenheim sowie dem FC Luzern und bei Western Sydney.