Hätte Davies-Verletzung verhindert werden können? Bayern-Boss Eberl schäumt
VonChristoph Klaucke
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Der FC Bayern muss monatelang auf Alphonso Davies verzichten. War die Verletzung vermeidbar? FCB-Boss Max Eberl reagiert verbittert.
München – Dem FC Bayern bricht für die wichtigsten Wochen des Jahres, wenn es im Frühjahr um Titel geht, ein Schlüsselspieler weg. Am Mittwochmorgen der Schock: Alphonso Davies hat sich einen Kreuzbandriss zugezogen und fällt für die restliche Saison aus. Dabei wäre die Verletzung wohl vermeidbar gewesen. Die Enttäuschung über das Davies-Drama sitzt tief beim deutschen Rekordmeister, was sich besonders an der Reaktion von Sportvorstand Max Eberl zeigt.
Alphonso Davies fehlt dem FC Bayern nach Verletzung in Länderspiel monatelang
Dabei hatte es für Alphonso Davies zunächst Entwarnung gegeben. „Ich denke, es war ein Schlag. Alphonso hat etwas gespürt und wollte zu diesem Zeitpunkt einfach nichts riskieren“, sagte Kanadas Co-Trainer Mauro Biello unmittelbar nach dem Länderspiel in der Nations League um den dritten Platz gegen die USA. Der Außenverteidiger wurde in der 12. Minute ausgewechselt, nachdem er bereits mit Oberschenkelproblemen in die Partie gegangen war. „Er war im anderen Spiel gegen Mexiko angeschlagen. Also hat er entschieden, dass es das Beste wäre, wenn er runtergeht.“
Spätestens da, nach dem verlorenen Halbfinale gegen Mexiko und dem unbedeutenden Spiel um Platz drei, hätten im Trainerteam und beim medizinischen Personal der Kanadier die Alarmglocken läuten müssen. Stattdessen stand Davies nach den 90 Minuten gegen Mexiko auch gegen die USA wieder in der Startelf. Ein Umstand, der beim FC Bayern für Kopfschütteln sorgt. In München wurde dann völlig unerwartet die schwere Verletzung entdeckt.
Hätte Davies-Verletzung verhindert werden können? Bayern-Boss Eberl tobt
„Bei Länderspielpausen besteht leider immer die Gefahr, dass Spieler verletzt zurückkommen – diesmal hat es uns besonders hart getroffen“, tobte Max Eberl in der offiziellen Pressemitteilung des FC Bayern. Damit hielt sich der FCB-Boss vergleichsweise noch zurück, dennoch ist die Unzufriedenheit über die Verantwortungslosigkeit des kanadischen Verbands deutlich herauszuhören. Und auch Davies-Berater Huoseh kritisiert Kanada: „Kreuzbandriss war vermeidbar!“
Für die Bayern kommt es nach der Länderspielpause knüppeldick: Neben Davies hat sich auch Dayot Upamecano verletzt. Beim Innenverteidiger wurden freie Gelenkkörper im linken Knie festgestellt, er wird mehrere Wochen fehlen. „Die Ausfälle von Alphonso Davies und Dayot Upamecano wiegen schwer für den FC Bayern. Phonzy wird auf seinem Weg zurück alle Unterstützung bekommen, die er braucht. Auch Upa werden wir in den kommenden Wochen eng begleiten und gehen davon aus, dass er uns bald wieder zur Verfügung steht“, erklärte Eberl.
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Bitter: Es ist nicht das erste Mal, dass sich Davies bei der Nationalmannschaft verletzt. Im Juli 2021 erlitt er bei der Vorbereitung auf den Gold Cup einen Außenbandriss im linken Sprunggelenk, im September 2022 musste er nach einem Zusammenprall pausieren. Auch im Juli 2024 verletzte er sich gegen Argentinien am Sprunggelenk. Jetzt der Kreuzbandriss gegen die USA, der Davies und dem FC Bayern doppelt wehtut – denn er war wohl vermeidbar. (ck)